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Erstes Essener Gefäß-Update  - ein toller Erfolg

Contilia Gruppe | Freude über die Neugründung des Deutschen Aortenzentrums Essen/Ruhr:  (v.l.) Prof. Thomas  Schmitz-Rixen, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie, Prof. Johannes Hoffmann, Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie und Phlebologie, und Dr. Hinrich Böhner, Vorsitzender der Vereinigung der Gefäßgesellschaft West e.V.

Das erste Gefäß-Update Essen/Ruhr 2017 war ein besonderer Erfolg: Über 100 Mediziner aus ganz Deutschland waren der Einladung des Gefäßteams des Elisabeth-Krankenhaus Essen, Prof. Dr. Johannes Hoffmann, Direktor der  Klinik für Gefäßchirurgie und Phlebologie, Dr. Roland Heesen, Leitender Arzt der Angiologie und PD Dr. Kai Naßenstein, Leitender Oberarzt der Klinik für Radiologie, gefolgt.

„Das Gefäß-Update ist neu in der Veranstaltungsreihe des Contilia Herz- und Gefäßzentrums. In Zukunft  werden wir im Rahmen des Updates einmal im Jahr ein neues Gebiet der Gefäßchirurgie interdisziplinär behandeln“, freute sich Prof. Johannes Hoffmann zu Beginn der Veranstaltung in der Philharmonie Essen.

Im Mittelpunkt der ersten Veranstaltung stand das Thema Aneurysma und die interdisziplinäre Auseinandersetzung damit. Prof. Schmitz-Rixen, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie, hob die Rolle der Zentrumsbildung bei der Behandlung des Bauchaortenaneurysmas, aber auch des Knieschlagaderaneurysmas hervor. Aus dem Team in Frankfurt heraus wird gerade die größte Studie weltweit zum Knieschlagaderaneurysma durchgeführt mit dem modernen Namen POP-ART Registry.

Die Bedeutsamkeit des Screenings, also von vorsorglichen Ultraschalluntersuchungen, um frühzeitig Bauchaorten-Aneurysmen zu erkennen, hob der Angiologe Dr. Roland Heesen in seinen Ausführungen zum Thema hervor. „Zahlreiche Studien konnten eine durch das Screening verringerte Sterblichkeit belegen, insbesondere bei Männern über 65 Jahren.“ Nicht zuletzt aufgrund dieser Studien habe der gemeinsame Bundesauschuss entschieden, dass männliche Versicherte ab dem Alter von 65 Jahren Anspruch auf die Teilnahme am Screening auf Bauchaortenaneurysmen haben, so  Dr. Roland Heesen weiter.

Vorträge, Studien, Gespräche

Privatdozent Kai Naßenstein stellte die Wichtigkeit der modernen Schnittbilddiagnostik  für die Diagnose eines Aortenaneurysmas in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. So betonte Naßenstein, dass die zwar die Ultraschalluntersuchung aufgrund seiner breiten Verfügbarkeit und der fehlenden Risiken besonders geeignet sei für das Screening und die Verlaufskontrolle. „Eine dezidierte Schnittbilddiagnostik aber ist unabdingbar für die Diagnose, Verlaufskontrolle, Therapie-Indikationsstellung, Therapie-Planung sowie  für die anschließende Nachsorge“, so Dr. Kai Naßenstein weiter. Die Computertomographie (CT) sei die Methode der Wahl für die Planung einer endovaskulären Operation. Bei moderner CT-Technik sei eine Untersuchung mit geringer Strahlenexposition und niedriger Kontrastmittelmenge möglich. Absolut ohne Risiko und wahrscheinlich dem CT sogar überlegen scheint die kontrastmittelverstärkte Sonographie zum Nachweis von Endoleaks nach EVAR zu sein.

Prof. Sebastian Debus, Direktor der Gefäßchirurgie des Herzzentrums UKE Hamburg und ehemaliger Präsident der Duetschen gefäßchirurgischen Gesellschaft zeigte die aktuellen Indikationen zur Aneurysmaversorgung beim Bauchaortenaneurysma auf: „Bei Frauen muss man schon ab 4,5 cm über die Versorgung nachdenken, da die Gefahr der Ruptur höher ist als bei Männern“. Dieser Aspekt wurde heiß diskutiert.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit zum Wohle des Patienten

Neben der interdisziplinären Zusammenarbeit der Gefäßchirurgie mit der Radiologie und Angiologie im Gefäßzentrum ist auch die direkte Zusammenarbeit mit der Kardiologie von Wichtigkeit. Prof. Dr. Heinrich Wieneke, Kardiologe und Chefarzt im Contilia Herz- und Gefäßzentrum, betonte in seinem Vortrag, dass statistisch gesehen viele Menschen mit einem Bauchaortenaneurysma eine koronare Herzerkrankung haben. „Patienten, die sich einer Bauchaortenaneurysma-Operation unterziehen, haben während und nach der Operation ein erhöhtes Risiko für ein akutes Koronarsyndrom“, unterstrich Prof. Dr. Heinrich Wieneke. Allerdings könne diesem durch eine gute interdisziplinäre Zusammenarbeit der Gefäßchirurgie mit der Kardiologie, die eine entsprechende Operations-Vorbereitung und eine gute Überwachung gewährleiste, begegnet werden.

Assistenzprofessor Soliman präsentierte stolz die Daten des deutschen Aortenzentrums Essen mit über 140 Aortenoperationen 2016. Er betonte, dass die gute Planung des operativen Eingriffs gerade für die komplexen Operationen mit Seitenastprothesen extrem wichtig ist: „ Die halbe Operation findet schon bei der 3D-Planung am Computer statt: Für jeden Patienten wird individuell ein extra Plan erstellt mit Millimeter-genauen Messungen“.

Prof. Hoffmann betonte die Wichtigkeit der korrekten Indikation zum Eingriff: „Es ist falsch, alten Menschen aus Angst einen lebensrettenden Eingriff an der Hauptschlagader zu verwehren. Bei über 500 minimal-invasiven Aortenoperationen hatten wir weniger als 1% Krankenhaussterblichkeit.“ Andererseits werden andernorts oft auch unnötige Eingriffe durchgeführt. „Bei uns wird im täglichen Kolloquium des dreifach zertifizierten Gefäßzentrums jeder einzelne Patient anhand der Computertomographie besprochen und es wird eine Risikoabwägung durchgeführt“.

Einen tollen Ausblick auf die Aneurysmabehandlung in der Zukunft gab Prof Ralph Rückert vom Franziskuskrankenhaus Berlin: „Wahrscheinlich brauchen wir, wenn wir die Ursache der Aneurysmaerkrankung einmal erkannt haben, gar keine Operationen mehr“, schmunzelte er. Es werden so viele tolle neue Untersuchungen mit verschiedenen Ansatzpunkten durchgeführt.

Das Gefäß-Update Essen/Ruhr hat durch seine verschiedenen Vorträge sowie durch die Möglichkeit des kollegialen Austauschs überzeugt: ein gelungener Start als neues Periodikum der Gefäßmedizin des Contilia Herz- und Gefäßzentrums.    

Gründung des Deutschen Aortenzentrums Essen/Ruhr

Aufgrund der seit vielen Jahren praktizierten interdisziplinären medizinischen Arbeit auf höchstem Niveau wurde im Rahmen des Gefäß-Updates Essen/Ruhr 2017 das Deutsche Aortenzentrum Essen/Ruhr am Elisabeth-Krankenhaus Essen gegründet.

Prof. Thomas Schmitz-Rixen, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie, und Dr. Hinrich Böhner, Vorsitzender der Vereinigung der Gefäßgesellschaft West e.V., gratulierten zur Neugründung des Zentrums. „Die Klinik hat mit über 140 Aorteneingriffen im Jahr bei weitem die Kriterien einer Zertifizierung übertroffen“, betonte Schmitz-Rixen. Ziel der Gründung des Deutschen Aortenzentrums Essen/Ruhr sei es, eine ständige Qualitätsverbesserung bei konservativ, interventionell  und operativ behandelten Patienten mit Aortenerkrankungen zu erreichen, so Prof. Johannes Hoffmann beim ersten Gefäß-Update des Contilia Herz- und Gefäßzentrums.. „Die Gründung des Deutschen Aortenzentrums Essen/Ruhr ist auch eine Antwort auf die gestiegenden Anforderungen bei Aortenerkrankungen. Einmal mehr werden wir bei technischen Neuentwicklungen und modernen Behandlungsmethoden im Bereich der Aortenerkrankungen eine führende Rolle im Ruhrgebiet einnehmen.“

Kontakt

Deutsches Aortenzentrum Essen/Ruhr

Contilia Herz- und Gefäßzentrum

Fon 0201 897 3401

E-Mail: j.hoffmann@contilia.de