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Marco Antonio Mighali (links) und Gabriele Kindermann vom St. Vincenz Krankenhaus (Mitte) zeigen der 5-jährigen Marlin, wie eine Herzdruckmassage funktioniert. Foto: AS, Contilia Gruppe
04.10.2017

Ganz schön feucht, aber fröhlich - Contilia beim Caritas-Jubiläumsfest

Regen. Immer wieder Regen. Das Jubiläumsfest "120 Jahre Caritas Essen" am letzten Samstag des Septembers war geprägt vom ungemütlichen Herbstwetter. An der Themeninsel "Krankenhäuser" an der doch recht belebten Kettwiger Straße in der Essener Innenstadt blieben trotzdem immer wieder Passanten stehen und nutzten das Mitmach-Angebot, mit dem sich die katholischen Krankenhäuser in Essen gemeinsam präsentierten: Laienreanimation, Wickeln auf Zeit, Röntgen-Quiz und mehr... Zusätzlich erfuhren die Besucher noch etwas über das Leistungsspektrum der medizinischen Einrichtungen, ganz nebenbei.


Wir sind Caritas

Am 18 Meter langen Gemeinschaftsstand von Contilia Krankenhäusern und Kath. Klinikum Essen konnten sich interessierte Besucher zudem ihren Blutdruck messen lassen und ihre Balance- / Koordinationsfähigkeiten unter Beweis stellen. Oder sich einfach mal kurz unterstellen. Viele nutzten diesen Umstand auch für ein anregendes Gespräch - ob mit Pflege-Azubis oder Medizin-Experten. Auch dies bedeutet Caritas. Wertschätzung.

Reanimation hilft Leben zu retten

"Zur Seite bitte, da möchte jemand Leben retten!" Die lebensgroße Reanimationspuppe, komfortabel in  rückengerechter Höhe auf einer Rettungsbahre platziert, zog viele Interessierte an. "Wie macht man das? Mein Erste-Hilfe-Kurs ist schon so lang her!" war oft zu hören. Fachleute aus den Krankenhäusern zeigten, was bei einer Herzdruckmassage zu beachten ist: zuerst Hilfe alarmieren, den betroffenen Menschen ansprechen, Puls fühlen und dann loslegen - und dabei immer genau laut sagen, was man gerade macht, damit die Umgebung keinen falschen Eindruck bekommt.

Langer Atem erforderlich

Entgegen der üblichen Meinung steht die Mund-zu-Mund-Beatmung nicht an erster Stelle, so Sascha Hübbe, der die Intensivstation im St. Vincenz Krankenhaus leitet: "Es ist wichtiger, dass das Blut möglichst kontinuierlich zirkuliert. Dafür reicht zunächst der Reststauerstoff im Blut aus." Stehen zwei oder mehr Helfende zur Verfügung, ist es sinnvoll sich abzuwechseln: 30 mal Herzdruckmassage, dann zwei Luftstöße, am besten durch die Nase. Und dann wiederholt Herzdruckmassage, Beatmung, Herzdruckmassage.

Diese sollte anschließend kräftig mit gestreckten Armen, aus der Bewegung des gesamten Körpers heraus erfolgen. Im Idealfall wird das imaginäre Kreuz in der Mitte des Brustbeins mit übereinander gelegten Handballen etwa sechs Zentimenter rhythmisch nach unten gedrückt.

Durchhalten - bis der Arzt kommt

"Stellen Sie sich einen fetzigen Beat vor. Das muss zackig gehen und ist ganz schön anstrengend. Daher kommt es auf die richtige Technik an," erklärte Marco Antonio Mighali, Ärztlicher Leiter der Zentralen Notaufnahme, Aufnahmestation & Chest Pain Unit im Elisabeth-Krankenhaus Essen. "Schließlich soll die Herzdruckmassage so lange durchgeführt werden, bis der Rettungswagen kommt, in der Regel sind dies etwa acht bis zehn Minuten." Ganz schön lang, fanden viele Besucher, die schon nach einer halben Minute ihre Muskeln spürten und außer Atem gerieten.

Wickeln auf Zeit

Und wie lange dauert es, ein Baby zu wickeln? Der Wickel-Contest zeigte: Mal schnell, mal langsam. Denn auch hier kommt es auf die Technik an. Beide Füßchen zusammen in einer Hand, den Babypopo in die Höhe gezogen, um dann schnell mit der anderen Hand die Windel darunter zu schieben? Weit gefehlt! "Nein. So macht man das heute nicht mehr. Babys sollen beim Wickeln Schritt für Schritt von einer Seite zu anderen gelagert werden, so dass der Oberkörper immer Kontakt zur Auflage hat," erklärten Julia Trappmann und Kim Spyrka, beide Schülerinnen in der Ausbildung zur Gesundheits- und Krankenpflegerin.

Alles in Balance?

Interessant war für die Besucher auch zu testen, wie es um ihre Balance- und Koordinationsfähigkeiten bestellt ist. Drei verschiedene Geräte mit aufsteigendem Schwierigkeitsgrad standen bereit. Während die Erwachsenen schnell ins Straucheln gerieten, bewiesen vor allem Kinder ein besonderes Stehvermögen. Kathrin Rüter, Physiotherapeutin der "Reha Theaterpassage", hatte dafür auch direkt eine Begründung: "Die Kids bewegen sich im Alltag viel mehr als wir Erwachsene. Dies trainiert auch die Fähigkeit, in Balance zu bleiben." Sogesehen sei die Balancefähigkeit allein eine Sache der Übung, die auch Erwachsene durch Training wieder verbessern können.

Weitere Highlights des Caritas-Jubiläumsfestes

Es gab natürlich noch viel mehr Aktionen, an denen sich Einrichtungen der Contilia Gruppe beteiligten: Auszubildende der "Young Caritas" begeisterten mit leckeren Cocktails und einem kreativen Selfie-Stand. Und der Rollatoren-Flashmobder Contilia Pflege und Betreuungs GmbH als Bühnenevent durfte natürlich auch nicht fehlen.

Weitere Impressionen