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14.06.2016

Mit Kindern die Kinderstation gestalten

Planungsbesprechung für die neue Kinderstation im Elisabeth-Krankenhaus Essen. Elmon, Elay, Basmala, Alaa und Daniel, alle zwischen sieben und 18 Jahre alt, sitzen gemeinsam mit der Architektin, dem Bauleiter, den Technikern, dem Projektleiter sowie dem Geschäftsführer des Krankenhauses an einem großen Tisch. Die Aufgabe der Kinder: Den Bau der neuen Kinderstation zu begleiten, Ideen einzubringen und die Erwachsenenwelt um den Blickwinkel der Kinder zu erweitern.

„Hier seht ihr die Pläne der alten Kinderstation und hier die der neuen. Hier gibt es bald Platz für acht neue Zimmer und auch hier werden weitere Zimmer entstehen“, erklärt Beate Fleckenstein, die Architektin der Baumaßnahme den Kindern die Pläne, die am Rand des Sitzungszimmers angebracht sind. Fleckenstein erzählt den Kindern, dass auf der Baustelle die Wände gezogen sind und sie jetzt in die Planung der Gestaltung und des Ausbaus gehe. „Ich freue mich sehr, dass ihr mich mit Ideen unterstützt und ich bin gespannt, was ihr mitgebracht habt“, betont sie und geht mit den Kindern zu deren Präsentationsmaterialien.

Architektin Beate Fleckenstein erklärt dem Kinderteam die bisherigen Pläne
Architektin Beate Fleckenstein erklärt dem Kinderteam die bisherigen Pläne

Elay und ihre Freunde sind bestens vorbereitet. Vor zwei Wochen haben sie die Baustelle besichtigt, Fragen gestellt, Fotos gemacht. In den vergangenen Tagen haben sie in ihren Gruppen viel diskutiert und Ideen zu Papier gebracht. Jetzt rollen sie ihre Kollagen auf dem Tisch aus und drapieren ihre Modelle. Wie für Bauherren üblich schildern sie der Architektin ihre Wünsche und Vorstellungen.

„Wir wünschen uns dunkle Gardinen, damit das Zimmer auch am Tag richtig dunkel gemacht werden kann. Dann können Kinder besser schlafen und werden schneller gesund“, so Elay. Basmala fügt hinzu: „Aber für nachts brauchen die Zimmer ein Nachtlicht, zu dunkel darf es auch nicht sein.“ In Zukunft sollen die Zimmer - geht es nach den Vorstellungen der Kinder – mit bestimmten Themen gekennzeichnet sein und auch themenbezogen ausgestattet werden. Gerade über diesen Vorschlag freut sich die Architektin. „Eine ähnliche Idee hatten mein Team und ich auch. Wir haben an Tiere gedacht. Da bringen uns eure Ideen bestimmt weiter“, freut sich Beate Fleckenstein.

Zeigen sich begeistert von den Ideen der Kinder: (v.l.) Beate Fleckenstein, Architektin, Johannes Hartmann, Geschäftsführer des Elisabeth-Krankenhauses Essen, Annette Berg, Leiterin des Jugendamtes der Stadt Essen, Dr. Claudio Finetti, Chefarzt Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, sowie Markus Rau, Leiter Contilia-Projektmanagement.
Zeigen sich begeistert von den Ideen der Kinder: (v.l.) Beate Fleckenstein, Architektin, Johannes Hartmann, Geschäftsführer des Elisabeth-Krankenhauses Essen, Annette Berg, Leiterin des Jugendamtes der Stadt Essen, Dr. Claudio Finetti, Chefarzt Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, sowie Markus Rau, Leiter Contilia-Projektmanagement.

Die Kinder können sich auch ein Klettergerüst im Spielbereich der Station vorstellen. „Aber dann muss es auch Fallschutzmatten geben“, betont Elmon. Dr. Claudio Finetti, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, ist besonders begeistert von der Idee, die Decke im Untersuchungszimmer mit einer wunderschönen Tapete zu tapezieren. „Wenn Kinder untersucht werden, können sie an eine schöne Decke schauen und brauchen keine Angst zu haben“, erklären die „kleinen Bauherren“ ihre Idee. Für größere Kinder und Jugendliche wäre ein Kicker schön, aber auch Spielekonsolen standen auf der Vorschlagsliste. „Ein Treffpunkt oder ein Raum für jugendliche Patienten wäre auch super. Irgendwann ist man einfach zu groß für das Spielzimmer“, meint der 18-jährige Daniel. Die Kinderstation der Zukunft müsse außerdem über WLAN und genügend Steckdosen verfügen. „Nicht zuletzt um die Handys aufladen zu können“, schmunzeln die Kinder.

Daniel (l.) hat die Bedürfnisse der jugendlichen Patienten im Blick.
Daniel (l.) hat die Bedürfnisse der jugendlichen Patienten im Blick.

Nach gut einer Stunde ist diese Planungssitzung zu Ende. Die Kinder und die weiteren Teilnehmer verabreden sich für September. In der Zwischenzeit werden die Ideen der Kinder von den Architekten und Technikern geprüft. „Wir werden eure Vorschläge nach der Prüfung mit in die weitere Planung einfließen lassen. Bei Fragen melden wir uns bei euch. Und ich freue mich schon auf unser nächstes Treffen “, so Markus Rau, Projektleiter der Contilia Gruppe und verantwortlich für die Baumaßnahme der Kinderstation, zum Abschied.

Mit diesem gemeinsamen Projekt gehen das Jugendamt der Stadt Essen und die Contilia Gruppe als Eigentümerin des Elisabeth-Krankenhauses Essen in Essen-Huttrop einen besonderen Weg der Kinder-Teilhabe. Kinder und Jugendliche aus verschiedenen Einrichtungen der Stadt Essen – aus Kindertageseinrichtungen, Kinder- und Jugendheimen sowie Schulen – werden aktiv in die aktuelle Planung der baulichen Erweiterung und Umgestaltung der Kinderstation einbezogen. In der Planungsrunde lernen sie die Vorgehensweise bei einem solchen Bauprojekt kennen, sie sind gleichberechtigte Diskussionspartner. „Unser Ziel ist es, unsere Erwachsenenwelt um den Blickwinkel von Kindern zu erweitern. Wir sehen in diesem Projekt eine große Chance der Bereicherung für unsere tägliche Arbeit“, so Johannes Hartmann, Geschäftsführer des Elisabeth-Krankenhauses Essen.