Bluthochdruck liegt vor, wenn der systolische Druck dauerhaft über 140 mmHg oder der diastolische Blutdruck über 90 mmHg liegt. Mediziner sprechen von "Arterieller Hypertonie", denn gemessen wird der Druck in den Arterien, also den vom Herzen kommenden Schlagadern. Dabei gibt der systolische Wert den Druck an, der in dem Moment herrscht, in dem das Herz pumpt, während der diastolische Wert den Druck in der Phase beschreibt, in der sich das Herz neu mit Blut füllt, also zwischen den einzelnen Herzschlägen. Die Bezeichnung "mmHg" steht geschichtlich für "Millimeter Quecksilber-Säule"; 140 mmHg entspricht also dem Druck, mit dem ein 14 cm hoch mit Quecksilber gefülltes Röhrchen auf seinen Untergrund drückt (umgerechnet mit etwa 18 kPa).
Bluthochdruck ist eine sehr weit verbreitete "Volkskrankheit", wobei in den meisten Fällen keine genaue Ursache feststellbar ist. Die Erkrankung bleibt lange Zeit ohne Symptome, gleichwohl schädigt hoher Blutdruck auf Dauer innere Organe und die Blutgefäße, was u.a. zu Herzinfarkt, Schlaganfall oder Nierenversagen führen kann. Daher gilt Bluthochdruck auch als "Todesursache Nummer eins" in den Industrieländern.
Therapie
Ziel der Behandlung ist es, den Blutdruck auf einen gesunden Wert einzustellen. Dazu entwickeln die behandelnden Ärzte individuelle Verhaltensanleitungen. Mit Medikamenten kann durch eine Verringerung des Herzdrucks, eine Erweiterung der Gefäße oder eine Verringerung der Blutmenge im Kreislauf der Druck in den Arterien gesenkt werden.
Durch gesunde Lebensweise kann der Blutdruck auf natürliche Weise gesenkt werden. Bei den meisten Patienten ist allerdings eine dauerhafte medikamentöse Unterstützung notwendig.
Wissenswertes
- Der Blutdruck schwankt je nach körperlicher Aktivität und Gesamtsituation. So gibt es während des Schlafens auch bei gesunden Menschen Phasen mit erhöhtem Blutdruck. Bei körperlicher Anstrengung muss der Blutdruck steigen, weil das Herz stärker pumpt als in Ruhe, damit mehr Sauerstoff zu den Muskeln gelangen kann.
- Koffein und Nikotin erhöhen den Blutdruck messbar.
- Alkohol führt kurzfristig zu einer Blutdrucksenkung, weil sich die Gefäße weiten (zu erkennen etwa an einem geröteten Gesicht). Als Mittel gegen Bluthochdruck ist er jedoch nicht geeignet, ganz im Gegenteil: Dauerkonsum von Alkohol führt zu einem Anstieg des Blutdrucks.
I10.0
Arterielle Hypertonie
