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"Diabetes mellitus" ist eine Stoffwechselerkrankung, die sich vor allem in einem  gestörten  Zuckerhaushalt äußert. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung, bei der die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) zu wenig oder gar kein Insulin produziert. Dieses Hormon wird benötigt, damit die Körperzellen den im Blut gelösten Zucker als Energieträger aufnehmen können. Der Blutzuckerspiegel kann dann nicht wie beim gesunden Menschen reguliert werden, was auf Dauer schwere Organschädigungen verursacht.  Die Ursachen für die Entwicklung dieser Erkrankung sind verschieden und noch nicht vollständig geklärt.

Unterschieden werden drei verschiedene Erkrankungstypen:

  • Beim Diabetes Typ 1 handelt es um eine Autoimmunerkrankung, bei der der Körper zunächst zu wenig und später überhaupt kein Insulin mehr bilden kann.
  • Beim Diabetes Typ 2 wird der Körper zunehmend resistent gegen das von ihm produzierte Insulin, so dass es seine Wirkung nicht mehr entfalten kann, obwohl es in großer Menge vorhanden ist. 
  • Beim Diabetes Typ 3 handelt es sich um Sonderformen im Rahmen von anderen, übergeordneten Erkrankungen oder monogenetischen Defekten.

An Diabetes Typ 1 sind in Deutschland etwa eine halbe Million Menschen erkrankt; Diabetes Typ 2 ist bei acht Millionen Menschen in Deutschland bekannt. Da die Erkrankung jedoch lange Zeit ohne erkennbare Anzeichen verläuft, ist die tatsächliche Zahl der Betroffenen vermutlich weit größer. Ursache von Diabetes mellitus ist meist eine Kombination aus genetischer Veranlagung und Lebensweise.

Diabetes mellitus im Kindes- und Jugendalter

Der Diabetes mellitus ist die häufigste angeborene endokrinologische Erkrankung im Kindesalter. Vorherrschend ist hierbei Diabetes mellitus Typ 1. In Deutschland sind weit über 20.000 Kinder betroffen und die Anzahl der Betroffenen nimmt jährlich zu. Insbesondere bei jüngeren Kindern steigt die Zahl der Neuerkrankungen deutlich an. 

Mit zunehmendem Übergewicht bei Kinder und Jugendlichen steigt auch in Deutschland die Anzahl von jüngeren Patienten mit Diabetes mellitus Typ 2 an. Neben Lebens- und Ernährungsgewohnheiten spielen auch Erbfaktoren eine Rolle bei der Entstehung. Ursache der Erkrankung ist im Unterschied zum Diabetes mellitus Typ 1 kein Insulinmangel, sondern eine Insulinresistenz. Die Behandlung zielt in erster Linie zunächst auf eine Gewichtsreduktion und zunehmende körperliche Betätigung ab. Sollten diese Maßnahmen ohne Erfolg bleiben, kann eine medikamentöse Behandlung mit Tabletten (z.B. Metformin) oder später sogar Insulin notwendig werden.

Seltenere Ursachen für einen Diabetes im Kindesalter sind monogenetische Diabetesformen (MODY = Maturaty Onset Diabetes of the Young). Mittlerweile sind zehn verschiedene Formen dieses Diabetes bekannt und wird in Familien von Generation zu Generation weitergegeben. Die Behandlung erfolgt diätetisch oder medikamentös.

Eine Sonderform stellt der neonatale Diabetes dar, der sich innerhalb der ersten sechs Lebensmonate entwickelt. Verschiedene genetische Defekte sind ursächlich bekannt. Die Therapie erfolgt entweder mit Insulin über eine Insulinpumpe oder medikamentös in Abhängigkeit vom zugrunde liegenden Gendefekt.

 

Die nachfolgene Zusammenstellung der Symptome, Therapie und Prophylaxe sowie anderer wissenswerter Aspekte beziehen sich auf Diabetes unabhängig vom Alter des Patienten.

Symptome beim Diabetes

  • Häufiges Wasserlassen
  • Starker Durst
  • Gewichtsabnahme
  • Müdigkeit und Leistungsschwäche
  • Trockene Haut und Juckreiz
  • Harnwegsinfekte
  • Sehstörungen

Therapie

  • Beim Diabetes Typ 1 muss das fehlende Insulin täglich zugeführt werden. Eine Heilung der Erkrankung ist nicht möglich. Die Behandlung erfordert eine lebenslange Insulinzufuhr und regelmäßige Stoffwechselkontrollen zur Überprüfung des Therapieerfolges.
  • Beim Diabetes Typ 2 wird vor allem an einer Veränderung der Lebensgewohnheiten gearbeitet, da Gewichtsreduktion und Bewegung sehr positiv auf die Blutzuckerregulierung wirken. Ergänzend kann eine medikamentöse Behandlung hinzukommen.

Prophylaxe

  • Dem Diabetes Typ 2 kann durch Ausdauersport, abwechslungsreiche Ernährung und nur geringem Zuckerkonsum vorgebeugt werden. Eine Hauptursache für Diabetes Typ 2 ist Übergewicht. 
  • Gegen Diabetes Typ 1 sind hingegen keine vorbeugenden Maßnahmen bekannt.

Wissenswertes

Seit Ende 2012 ist die bisher im Lebensmittelhandel verbreitete Bezeichnung als "diätisches Lebensmittel" für zuckerreduzierte Waren nicht mehr zugelassen. Grund dafür ist, dass für eine gesunde Ernährung auch bei Diabetikern nicht nur die Kohlenhydrate eine Rolle spielen.

Autorinnen / Ansprechpartnerinnen zum Thema

Dr. med. Katja Konrad

Ltd. Oberärztin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Elisabeth-Krankenhaus Essen
Klara-Kopp-Weg 1
45138 Essen

Fon +49 201 897-3601
Fax +49 201 897-3609

 

Dr. med. Anna-Katharina Trocha

Stellvertr. Leiterin des
Klinischen Diabeteszentrums
Elisabeth-Krankenhaus Essen
Klara-Kopp-Weg 1
45138 Essen

Fon +49 201 897-4591
Fax +49 201 897-4599
diabetes@contilia.de

ICD Codes

E10 Primär insulinabhängiger Diabetes mellitus (Typ-1-Diabetes)
E11 Nicht primär insulinabhängiger Diabetes mellitus (Typ-2-Diabetes)
E12 Diabetes mellitus in Verbindung mit Fehl- oder Mangelernährung (Malnutrition = Unterernährung)
E13 Sonstiger näher bezeichneter Diabetes mellitus
E14 Nicht näher bezeichneter Diabetes mellitus

Synonyme

Zuckerkrankheit

Diagnosen

  • Erwachsene
  • Kind
  • Säugling