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Die Wirbelsäule ist die Tragekonstruktion aller Wirbeltiere. Während wirbellose Tiere z.B. von einem Außenskelett gehalten werden, sind bei den Wirbeltieren Kopf, Arme und Beine über die Wirbelsäule verbunden, die in ihrem Inneren auch noch wichtige Nervenstränge führt (sog. Rückenmark). Durch den aufrechten Gang ist die Wirbelsäule des Menschen besonderen Belastungen unterworfen.

Schmerzen in der Wirbelsäule - sog. "Rückenleiden" - gehören zu den häufigsten Krankheitsbeschwerden überhaupt. Es gibt jedoch eine Vielzahl von Erkrankungen der Wirbelsäule, für die unterschiedliche medizinische Fachabteilungen zuständig sind.

Bandscheibenvorfall und -vorwölbung

Beim Bandscheibenvorfall (Prolaps) drückt eine als Schutz zwischen den Wirbeln liegende Bandscheibe nach innen auf den Wirbelkanal und damit auf das Nervengewebe (Rückenmark). Bandscheibenvorfälle können durch langsame Schädigungen oder durch ein plötzliches Geschehen (z.B. Niesen, ungünstige Bewegung) entstehen. Am häufigsten Betroffen ist die Lendenregion, seltener die Halswirbel und so gut wie nie die Brustwirbel.

Im Gegensatz zum Vorfall der Bandscheibe ist bei einer Vorwölbung (Bandscheibenprotrusion oder "inkompletter Bandscheibenprolaps") der Faserring, welcher die Bandscheibe umgibt, nicht gerissen, wodurch der Druck auf den Nevenkanal und damit der Schmerz geringer als beim Bandscheibenvorfall ist.

Weitere degenerative Erkrankungen
Durch Verschleiß kann es neben dem Bandscheibenvorfall zu einer Vielzahl anderer Beeinträchtigungen kommen. Beispiele sind zervikale Spinalkanalstenose (Einengung des Rückenmarkkanals im Hals), Spondylarthrose (Verschleiß der Wirbelkörpergelenke, Articulationes intervertebrales), Osteochondrose (bzw. Osteochondrosis intervertebralis).

Skoliose

Skoliose ist eine seitliche Verformung der Wirbelsäule, die währen des Wachstums auftritt und unbehandelt weitere Schädigungen der Wirbelsäule, insbesondere der Bandscheiben, nach sich ziehen kann.

Wirbelbruch

Der Bruch eins Wirbelkörpers entsteht in den meisten Fällen durch einen Unfall oder infolge einer Osteoporose ("Knochenschwund", allmähliche Abnahme der Knochenstabilität). Unfälle können als direkte Gewalt wirken ( z.B. Sturz auf der Treppe, Verkehrsunfall) oder indirekt (z.B. Stauchung der Wirbelsäule, Überdehnung). Verschleiß der Wirbelkörper kann zu sogenannten "Pathologischen Frakturen" führen, also zu Brüchen ohne besondere Gewalt- oder Krafteinwirkung (Spontanbruch).
Ein Wirbelbruch muss nicht mit Lähmungserscheinungen einhergehen. Es gibt stabile Brüche, bei denen keine unmittelbare Gefahr für das Rückenmark besteht.


Therapien
Je nach Erkrankung steht ein großes Spektrum an therapeutischen Maßnahmen zur Verfügung, beispielsweise

  • Abstützung durch einen expandierbaren Titanwirbelkörperersatz oder einen körpereigenen Knochenspan bei Wirbelkörperzerstörung durch Knochenbruch oder Tumore
  • Antibiotika und ggf. OP bei Spondylodiszitis (Bakterien-Infektion der Bandscheiben)
  • Bandscheibenoperation und ggf. Einsatz der künstlichen Bandscheibe
  • Entlastung des Rückenmarkes im Bereich der Halswirbelsäule in mikrochirurgischer Technik
  • Ersatz von Wirbelkörpermaterial mit körpereigenem Knochenspan oder Titan
  • Facettenkoagulation (Denervierung)
  • Laserbehandlung
  • Minimal-invasiver Eingriff mit Schmerzreduktion und Aufrichtung der Wirbelsäule, v. a. bei osteoporotischen Brüchen
  • Physiotherapie u.a. zum Aufbau von Skelettmuskulatur
  • Rückenschule
  • Schraubenplattensystem oder Schraubenstabsystem
  • Stabilisierung von Brüchen, Verrenkungen und bösartigen Knochenveränderungen auf allen Höhen der Halswirbelsäule
  • Stabilisierung von Brüchen, Verrenkungen und bösartigen Knochenveränderungen
  • Verblockungsoperationen der Halswirbelsäule
  • Vertebroplastie und Kyphoplastie (Aufrichtung und Unterstützung eines zusammengebrochenen Wirbelkörpers der Brust- oder Lendenwirbelsäule mit Knochenzement)

   
Wissenswertes

  • Übergewicht gilt nicht als Ursache für Bandscheibenvorfälle, da die von Übergewichtigen eingenommene Haltung Bandscheibenvorfälle eher verhindert.
  • Abwechslungsreiche Bewegung ist für eine gesunde Wirbelsäule wichtig. Einseitige Tätigkeiten und zu wenig Bewegung (langes Sitzen, Liegen) schwächen das Rückgrat.
  • Die Knochendichte und damit die Stabilität des Skeletts nimmt ohne Belastung ab. Schonung kann daher der falsche Ansatz sein.
ICD Codes

M41 Skoliose

M42.1 Osteochondrose der Wirbelsäule beim Erwachsenen

M48.0 Spinal(kanal)stenose

M50.0 Zervikaler Bandscheibenschaden mit Myelopathie
M50.1 Zervikaler Bandscheibenschaden mit Radikulopathie
M50.2 Sonstige zervikale Bandscheibenverlagerung
M50.3 Sonstige zervikale Bandscheibendegeneration
M50.8 Sonstige zervikale Bandscheibenschäden
M50.9 Zervikaler Bandscheibenschaden, nicht näher bezeichnet

M51.1 Lumbale und sonstige Bandscheibenschäden mit Radikulopathie
M51.2 Sonstige näher bezeichnete Bandscheibenverlagerung
M51.3 Sonstige näher bezeichnete Bandscheibendegeneration
M51.4 Schmorl-Knötchen
M51.8 Sonstige näher bezeichnete Bandscheibenschäden
M51.9 Bandscheibenschaden, nicht näher bezeichnet

M53.0 Zervikozephales Syndrom
M53.1 Zervikobrachial-Syndrom
M53.2 Instabilität der Wirbelsäule
M53.3 Krankheiten der Sakrokokzygealregion, anderenorts nicht klassifiziert
M53.8 Sonstige näher bezeichnete Krankheiten der Wirbelsäule und des Rückens
M53.9 Krankheit der Wirbelsäule und des Rückens, nicht näher bezeichnet

M54.0 Pannikulitis in der Nacken- und Rückenregion
M54.1 Radikulopathie
M54.3 Ischialgie
M54.4 Lumboischialgie
M54.5 Kreuzschmerz
M54.6 Schmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule
M54.8 Sonstige Rückenschmerzen
M54.9 Rückenschmerzen, nicht näher bezeichnet

M99.3 knöcherne Stenose
M99.4 Bindegewebe Stenose

Einrichtungen der Contilia Gruppe zum Thema

Diagnosen

  • Erwachsene
  • Kind
  • Säugling