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Die Leber

Die Leber ist das zentrale Organ des gesamten Stoffwechsels und die größte Drüse des Körpers. Sie erfüllt viele lebenswichtige Aufgaben, wie die Verarbeitung chemischer Substanzen und deren Speicherung und Abgabe im Bedarfsfall, den Abbau von Stoffwechselprodukten und Giften sowie die Herstellung und Abgabe von Gallenflüssigkeit.

Gutartige Erkrankungen der Leber

Gutartige Lebergeschwulste sind häufig Zufallsbefunde. Leberzysten (abgekapselte Flüssigkeitsansammlungen) haben in der Regel keinen Krankheitswert und werden nur bei entsprechenden Schmerzen aufgrund der Größe oder bei so genannten Zystenlebern (dramatisch gesteigertes Lebervolumen durch multiple Zysten) operativ saniert.

Hämangiome

Hämangiome sind durch Wucherung entstandene Blutgefäßgeschwülste. Ähnlich wie die Leberzysten stellen sie nur bei größenbedingten Beschwerden eine OP-Indikation dar.
Leberzelladenome (gutartige Lebergewebeknoten) kommen vor allem bei Frauen im gebärfähigen Alter vor. Ihre Entstehung ist auf die Einnahme von östrogenhaltigen Verhütungsmitteln zurückzuführen. Selten kommt es zur Entartung oder zu spontanen Blutungen.

Therapie
Wegen der möglichen Entartungsgefahr ist eine operative Entfernung jedoch stets anzustreben. Beträgt die Knotenzahl mehr als zehn, spricht man von Leberadenomatose.

FNH

Bei der FNH (Fokal Noduläre Hyperplasie) handelt es sich um gutartige Veränderungen, die aus funktionierendem Lebergewebe bestehen. Meist treten kleine Läsionen auf (weniger als drei Zentimeter Durchmesser), die in mehr als 80 Prozent der Fälle einzeln auftreten und weder Einreiß- noch Entartungsgefahr in sich tragen. In seltenen Fällen können die Veränderungen allerdings durch untypisches Größenwachstum Beschwerden bereiten.

Adenome

Ein Adenom ist eine gutartige Geschwulst aus Schleimhaut oder Drüsengewebe und kann generell jedes Organ betreffen. Nicht selten ist die Abgrenzung von Adenomen zum bösartigen Lebertumor schwierig. Kann die Adenom-Diagnose jedoch eindeutig gestellt werden, sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen ausreichend. In seltenen Fällen – beispielsweise bei Oberbauchbeschwerden – kann eine operative Entfernung notwendig werden.

Bösartige Erkrankungen der Leber (primäre Leberzellkarzinome, Lebermetastasen)


Maligne (bösartige) Lebertumore sind meist Zufallsbefunde im Rahmen einer Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes. Lange Zeit treten keine Beschwerden auf. Später kann es zu Druckschmerzen im Oberbauch, Gewichtsverlust oder einer tastbaren Vergrößerung des Organs kommen.

90 Prozent aller malignen Lebertumore in Europa sind Lebermetastasen. Das sind Absiedelungen anderer bösartiger Tumore im Körper – vor allem aus Dick- und Enddarm. Tumorerkrankungen der Leber können aber auch als Spätfolge einer Leberzirrhose oder chronischen Hepatitis B und C (Leberentzündung) sowie als in der Leber selbst entstandenes, so genanntes primäres Leberzellkarzinom auftreten. Gallengangskarzinome innerhalb der Leber und im Bereich der großen Hauptgallengänge stellen eine weitere Form bösartiger Tumore dar.

Therapie
Neben der Möglichkeit einer medikamentösen Behandlung (Chemotherapie) und/oder Strahlentherapie (Radiatio) stellt die operative Entfernung des befallenen Leberabschnitts eine wichtige Therapieoption dar. Als Alternative der Resektion wird bei nicht entfernbaren Lebermetastasen eine Thermoablation mit einer ultraschallgesteuerten Sonde durchgeführt. Der hochintensiv gebündelte Ultraschall zerstört Gewebe bei 95 Grad Celsius. 

ICD Codes

C22.0 Carcinoma hepatocellulare
C78.7 Sekundäre bösartige Neubildung der Leber
D13.4 Gutartige Neubildung der Leber

Diagnosen

  • Erwachsene
  • Kind
  • Säugling