Navigation

Speiseröhre

Die Speiseröhre (Ösophagus) befindet sich zum größten Teil im hinteren Mittelfeld des Brustkorbes und tritt im unteren Anteil in den Bauchraum über. Im Übergang der Speiseröhre zum Magen befindet sich ein Schließmuskel, der verhindert, dass saurer Mageninhalt in die Speiseröhre zurückfließen kann. 

Manschettenbildung (Fundoplikatio) bei Refluxkrankheit / Refluxösophagitis

Bei der Refluxkrankheit kommt es zu permanentem Kontakt der Speiseröhrenschleimhaut mit Magensäure. Ein Grund dafür kann sein, dass der Schließmuskel im Übergang zwischen Speiseröhre zum Magen nicht mehr richtig schließt. Nicht selten liegt ein Zwerchfellbruch (Hiatushernie) mit Verlagerung oberer Magenanteile in den Brustraum vor. Die Schließfunktion des unteren Schließmuskels ist dann nicht mehr gewährleistet. Es kommt zu Schmerzen hinter dem Brustbein, Sodbrennen, saurem Aufstoßen und Heiserkeit. Häufig treten die Symptome im Liegen und bei körperlicher Anstrengung auf. Kommt es durch den ständigen Säurerückfluss zu einer Entzündung der unteren Speiseröhre, spricht man von Refluxösophagitis. Dauerhafte Entzündungen können über Jahre zu bösartigen Veränderungen der Schleimhaut (der so genannte Barrett-Ösophagus) und somit zu Speiseröhrenkrebs führen.

Therapie
Die Therapie der Refluxkrankheit ist zunächst konservativ, das heißt, ohne Operation. Durch die Einnahme von Medikamenten, die die Magensäureproduktion hemmen, klingt die Entzündung der Speiseröhre meist vollständig ab und die Beschwerden verschwinden.

Im Falle, dass die medikamentöse Therapie nicht anschlägt, wird eine Operation durchgeführt. Dabei wird aus dem oberen Teil des Magens eine Manschette gebildet, die um den unteren Schließmuskel der Speiseröhre gelegt wird und diesen unterstützt (Fundoplicatio). Um eine Verlagerung des Schließmuskelsystems in den Brustraum durch einen vergrößerten Zwerchfelldurchtritt – wie er bei der Hiatushernie vorliegt – zu vermeiden, wird der Durchtritt durch drei Nähte am Zwerchfell eingeengt. Im Elisabeth-Krankenhaus wird dieses Verfahren prinzipiell laparoskopisch durchgeführt

Bösartige Erkrankungen der Speiseröhre (Ösophaguskarzinom)

Die meisten Ösophaguskarzinome sind im mittleren Drittel der Speiseröhre lokalisiert. Frühsymptome sind selten. Schluckbeschwerden treten meist erst ab einer Verengung des Durchmessers von über 50 Prozent ein. Gewichtsabnahme, Schmerzen hinter dem Brustbein und das Wiederhochkommen von Speisen in den Mund (Regurgitation) sollten Anlass für eine diagnostische Abklärung sein. 

Durch eine Spiegelung der Speiseröhre, ggf. mit einer Probenentnahme von Gewebe, wird die Diagnose gestellt.

Therapie
Ist der Tumor begrenzt und somit operabel, steht meist ein sogenannter Zwei-Höhlen-Eingriff an, eine transthorakale und abdominale Entfernung, also aus Brust- und Bauchraum. Ziel ist die komplette Tumorentfernung mitsamt der Lymphabflussgebiete. Zur Wiederherstellung der Kontinuität zwischen Restspeiseröhre und Magen besteht die Möglichkeit des Magenhochzugs oder der Zwischenschaltung (Interposition) von Dickdarm bzw. Dünndarm.

ICD Codes

K21.9 Gastroösophageale Refluxkrankheit
K21.0 Refluxösophagitis / endoskopisch positive Refluxkrankheit

Diagnosen

  • Erwachsene
  • Kind
  • Säugling