Navigation

Zwerchfell und Mageneingang

Das Zwerchfell ist eine Muskel-Sehnen-Platte, welche die Brust- und die Bauchhöhle voneinander trennt. Es hat eine kuppelförmige Gestalt und ist der wichtigste Atemmuskel. Die Muskelkontraktion (Zusammenziehen) des Zwerchfells führt zu einer Einatmung.

Zwerchfellbrüche (axiale und paraösophageale Gleithernie)

Die meisten Zwerchfellhernien treten am Durchtritt der Speiseröhre durch das Zwerchfell (Hiatus ösophageus) auf. Meist durch eine Bindegewebsschwäche oder durch eine Erhöhung des Drucks im Bauchraum – häufig durch starkes Übergewicht bedingt – kommt es zur Verlagerung von Magenanteilen in den Brustraum. 

Bei der häufigen axialen Gleithernie gleitet der obere Magenanteil entlang der Achse der Speiseröhre in den Brustraum. Bei der paraösophagealen Hernie liegen die Magenanteile neben der Speiseröhre im Brustraum. Die meisten Patienten haben keine Beschwerden. Menschen mit einer Gleithernie klagen gelegentlich über Refluxbeschwerden, während Patienten mit einer paraösophagealen Hernie durch die Verdrängung des Herzens bisweilen kardiale Symptome beklagen (Herzrasen, Angina pectoris, Rhythmusstörungen). 

Therapie
Die axiale Gleithernie kann wie die Refluxösophagitis – die häufig in diesem Zusammenhang auftritt – operativ durch eine Fundoplicatio saniert werden. Dabei wird aus dem oberen Teil des Magens eine Manschette gebildet, die um den unteren Schließmuskel der Speiseröhre gelegt wird und diesen unterstützt.

Die paraösophageale Hernie sollte zur Vermeidung einer Einklemmung von Magenanteilen mit Blutung stets operativ behoben werden. Dabei wird die Zwerchfelllücke durch Naht verschlossen und der ehemals hochgeglittene Magenanteil an der vorderen Bauchwand fixiert, um ein erneutes Hochgleiten zu vermeiden. Gegebenenfalls kann zusätzlich eine Fundoplicatio durchgeführt werden. Auch dieser Eingriff wird in der Regel laparoskopisch – also minimal invasiv – durchgeführt.

ICD Codes

Q79.0 Angeborene Zwerchfellhernie
K44.- – Hernia diaphragmatica

Synonyme

Hiatushernie

Diagnosen

  • Erwachsene
  • Kind
  • Säugling