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"Demenz vor der Tür" - 9. Berger Runde

Demenz – ein dringendes, aber tabuisiertes Gesellschaftsthema

170 Teilnehmer diskutierten am 07. November 2016 auf der 9. „Berger Runde“ über Prävention von Demenz und über Möglichkeiten, erkrankte Menschen in der Gesellschaft zu halten

Demenz – ein dringendes, aber tabuisiertes Gesellschaftsthema Obwohl Demenz in unserer immer älter werdenden Gesellschaft eine zunehmend präsente Rolle einnimmt, werden die Erkrankung und ihre Auswirkungen noch immer weitestgehend tabuisiert. Grund genug, auf der diesjährigen „Berger Runde“ Wege, Methoden und Möglichkeiten zu diskutieren, die an dieser Situation etwas ändern und damit an Demenz erkrankten Menschen einen Platz innerhalb der Gesellschaft erhalten können. Das zur Contilia Gruppe zählende und auf demenziell erkrankte Menschen spezialisierte Seniorenstift Haus Berge hatte zur neunten Ausgabe der Fachtagung erstmals in die Assindia-Lounge im Stadion Essen eingeladen. Rund 160 Teilnehmer – Fachkräfte aus Senioreneinrichtungen, Krankenhäusern, aber auch Vertreter der Stadt Essen– nahmen die Gelegenheit wahr, sich über den aktuellen Stand aus Wissenschaft und Forschung zur Behandlung von Demenz sowie über praktische Methoden und Konzepte zur Integration von Demenzkranken zu informieren und auszutauschen.

In seinem Beitrag zur Prävention von Alzheimer machte Prof. Dr. Richard Dodel, Chefarzt des Geriatrie-Zentrums Haus Berge, deutlich, dass bisherige Therapieansätze auf ein zu spätes Stadium der Erkrankung ausgerichtet waren. Jedoch könne jeder Einzelne einer demenziellen Erkrankung durch einen gesunden Lebenswandel entgegenwirken.

Wirksame Medikamente gegen Alzheimer-Demenz seien aktuell nicht zu erwarten, machte Priv.-Doz. Dr. Ulrich Thiem, ebenfalls Chefarzt am Geriatrie-Zentrum Haus Berge, klar. Auch betonte er, dass aktuelle Medikamente den Fortschritt der Krankheit nicht stoppen, sondern bestenfalls aufschieben können.

Dass Bewegung und Ernährung nicht nur präventiv wirken, sondern sich auch mildernd auf den Krankheitsverlauf auswirken können, legten Tobias und Peter Wehr vom Essener Sportverein Tvg Holsterhausen anhand von Beispielen aus ihrer praktischen Tätigkeit anschaulich dar.

Wie kann Inklusion von Menschen mit Demenz gelingen? Das wollte Thomas Behler, Geschäftsführer der Contilia Gruppe im Bereich Pflege und Betreuung, gemeinsam mit dem Auditorium herausarbeiten. Fest steht: Bis zur gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft hat diese noch einen langen Lernprozess vor sich.

Bei der Beantwortung der Frage wie Inklusion von Demenzkranken gelingen kann, müsse laut Wolfgang Wessels, Vorsitzender der Alzheimer-Gesellschaft Bochum, die wohnortnahe Betreuung stärker in den Fokus rücken. Die Versorgung im gewohnten Lebensumfeld sei ein wichtiger Faktor für ein längeres selbstbestimmtes Leben.

 Wie selbstbestimmtes Leben auch mit fortschreitendem Verlauf der Demenz in stationärem Umfeld gelingen kann, stellten Marita Neumann und Caroline Erbe vom Seniorenstift Haus Berge dar. Das in Deutschland einmalige Betreuungskonzept der Einrichtung basiert auf den vier elementaren Säulen: Mitarbeiter, Fachwissen Demenz, Milieu und Palliativ Care.

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