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Dialyseverfahren

In der Medizin versteht man unter dem Begriff Dialyse zwei verschiedene Verfahren der Nierenersatztherapie:

  • Hämodialyse
  • Peritonealdialyse

Mit Hilfe der Dialyseverfahren werden die lebensnotwendigen Funktionen der Nieren ersetzt. Harnpflichtige Schlackenstoffe, überschüssiges Wasser und Elektrolyte, die durch die eigenen Nieren des Patienten nicht mehr ausgeschieden werden können, werden aus dem Körper entfernt.

Hämodialyse

Bei der Hämodialyse wird das Blut mit Hilfe einer Maschine außerhalb des Körpers entgiftet. Das Blut wird dabei über eine künstliche Membran geschickt, um es von Schadstoffen zu befreien. Die Membran funktioniert wie ein Filter, ist also nur für bestimme Substanzen durchlässig. Harnpflichtige Stoffe und überschüssiges Körperwasser werden so dem Blut entnommen und Elektrolytstörungen ausgeglichen. Anschließend wird das gereinigte Blut wieder zurück in den Körper geleitet.

Shunt
Um den Körper ausreichend zu entgiften, wird bei der Hämodialyse eine relativ große Blutmenge (ca. 300 ml pro Minute) durch den Filter geleitet. In den meisten Fällen wird das Blut über eine Vene am Unterarm entnommen. Damit durch diese Vene die für die Hämodialyse erforderliche Blutmenge fließen kann, wird sie mit einer Arterie verbunden. Diese Verbindung zwischen Arterie und Vene, der so genannte Shunt, wird durch eine Operation hergestellt. Ein gut funktionierender Shunt ist die Voraussetzung bzw. erleichtert das häufige Anschließen an die Dialysemaschine. 

Wann wird die Hämodialyse eingesetzt?

  • bei akutem Nierenversagen oder bei Vergiftungen (zeitlich begrenzte Behandlung über einige Tage bis Wochen)
  • bei chronischem Nierenversagen im fortgeschrittenen Stadium (dauerhafte, lebenslange Therapie)

Peritonealdialyse

Ein anderes Blutreinigungsverfahren ist die Peritonealdialyse. Während bei der Hämodialyse das Blut außerhalb des Körpers mit speziellen Filtern gereinigt wird, benutzt man bei der PD das gut durchblutete und die gesamte Bauchhöhle auskleidende Bauchfell des Patienten als Filtermembran. Mehrmals am Tag lässt man über einen Katheter eine spezielle Dialyselösung in die Bauchhöhle fließen, welche die giftigen Stoffwechselprodukte aufnimmt. Nach etwa vier bis sechs Stunden ist die Lösung mit Giftstoffen gesättigt und wird wieder über den Katheter abgelassen. 

Die Peritonealdialyse führt der Patient alleine zu Hause durch. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten: bei der kontinuierlichen ambulanten Peritonealdialyse (CAPD) wechselt der Patient selbst etwa vier Mal am Tag die Dialyselösung. Bei der automatischen Peritonealdialyse (APD) übernimmt ein Dialysegerät den Lösungswechsel über Nacht.

Synonyme

Blutwäsche