Kernspintomographie
Mit der Magnetresonanztomographie, auch Kernspintomographie genannt, steht heute ein Verfahren zur Verfügung, das Schnittbilder ohne die Anwendung von Röntgenstrahlen oder radioaktiver Substanzen erzeugen kann. Mit Hilfe von Magnetfeldern und Radiowellen können die Bilder praktisch vom ganzen Körper erstellt werden, wodurch eine präzise Beurteilung der einzelnen Organe ermöglicht wird.
Der menschliche Körper besteht vor allem aus Wasserstoffatomen, die man sich wie sehr viele kleine Kompassnadeln vorstellen kann. Normalerweise sind diese Atome ungeordnet. Ein Magnetresonanztomograph ist ein sehr großer Magnet mit einer Feldstärke von 1,5 Tesla, das ist 30.000mal stärker als das Erdmagnetfeld. Dieses starke Magnetfeld zwingt die Atomkerne des menschlichen Körpers in eine bestimmte Richtung – vergleichbar einem Magneten, der eine Kompassnadel ausrichtet. Mit Hilfe von Radiowellen mit einer Frequenz von 63 Megahertz können die Atome aus ihrer aufgezwungenen Position gelenkt werden. Schaltet man die Radiowellen wieder ab, springen die Atome in die Richtung zurück, die ihnen vom Magnetresonanztomographen vorgegeben wird. Dabei senden sie Signale aus, die gemessen werden können. Ein Computer berechnet aus den Signalen ein Schnittbild durch den menschlichen Körper.
Die Magnetresonanztomographie ermöglicht exzellente Bilder von nahezu allen Organsystemen. Im Gegensatz zur Computertomographie, bei der auch Schnittbilder erzeugt werden, können beim MRT neben horizontalen Schichtebenen auch andere Ebenen abgebildet werden, ohne die Lage des Patienten zu verändern.
Wichtige Informationen für den Patienten:
- Der Patient spürt nichts, wenn er in die MRT-Röhre geschoben und sein Organ Schicht für Schicht und Millimeter für Millimeter aufgezeichnet wird.
- Im Gegensatz zur Computertomographie, bei der auch Schnittbilder erzeugt werden, findet bei der MRT neben der Darstellung von horizontalen Schichtebenen eine Schnittführung in verschiedenen Ebenen statt, ohne dass die Lage des Patienten verändert werden muss.
- Die enge Untersuchungsröhre kann Patienten mit Platzangst Probleme machen. Daher werden grundsätzlich ausführliche Vorgespräch geführt, um auf die Situation vorzubereiten und evtl. Ängst vor dem Gerät zu nehmen.
- Gegen die lauten Klopfgeräusche, die während der Untersuchung vom Gerät erzeugt werden, erhalten die Patienten einen Gehörschutz.
- Die Patienten befinden sich zwar alleine im Untersuchungsraum, stehen aber während des gesamten Vorgangs – der zwischen 30 und 60 Minuten dauern kann – durch eine Glasscheibe und Monitorüberwachung unter ärztlicher Beobachtung und können sich jederzeit per Klingelknopf melden.
- Aufgrund des starken Magnetfelds dürfen im Untersuchungsraum keine eisenhaltigen Gegenstände vorhanden sein. Patient erhalten deshalb während der Untersuchung eine spezielle Kleidung ohne Reißverschluss oder Metallknöpfe. Auch Uhren bleiben in der Nähe des Gerätes stehen und Kreditkarten werden einfach gelöscht.
- Verboten ist die MRT bei Patienten mit einem Herzschrittmacher. Gefährlich sind auch metallische Implantate und Fremdkörper überall dort, wo es eng wird und wichtige Organe bzw. Blutgefäße in der Nähe sind, beispielsweise im Gehirn, Auge und Ohr.
Kernspintomographie
