Zentrum für Minimal-invasive Chirurgie Frauenklinik

MIC – Die sanfte Chirurgie

In unserer Frauenklinik werden die modernen Verfahren der „Schlüsselloch-Chirurgie“ angewandt, die auf großflächige Wunden verzichten. Dies führt in der Regel zu deutlich weniger Schmerzen nach der Operation, schnelleren Erholungszeiten und besseren kosmetischen Resultaten.

Dadurch verkürzt sich auch die Dauer des Krankenhausaufenthaltes oft erheblich. Meist werden die Behandlungen ambulant oder kurzstationär - d.h. in 3-5 Tagen - durchgeführt.

So wenig wie möglich und so viel wie nötig

Organerhalt und maximale Schonung gesunden Gewebes sind Grundprinzipien der minimal-invasiven Chirurgie. Dies ist nur durch den Einsatz modernster Medizintechnik möglich. In unserem MIC-Zentrum investieren wir laufend in neueste Technologien.

Leistungsspektrum

Viele Frauen leiden an zu starken oder zu langen Menstruationsblutungen. Neben der Einschränkung der Lebensqualität können die Blutverluste auch zu einer Blutarmut, einer sogenannten Anämie, führen. Die Ursachen für diese Blutungsstörungen sind oft

  • gutartige Wucherungen der Schleimhaut der Gebärmutter, sogernannte Polypen
  • gutartige Geschwulste der Muskelwand der Gebärmutter – sogennante Myome
  • hormonbedingte Schleimhautverdickungen
  • seltener auch Krebsvorstufen, die ausgeschlossen werden müssen
  • Blutungen ohne erkennbaren Grund, sogenannte dysfunktionelle Blutungen

Neben der Tast- und Ultraschalluntersuchung hat die Spiegelung der Gebärmutter heute einen hohen Stellenwert in der Diagnostik und Therapie von Blutungsstörungen. Dabei führen wir ein dünnes optisches Instrument in die Gebärmutter ein und füllen diese mit etwas Kochsalzlösung auf. Die Gebärmutterhöhle entfaltet sich und kann genauestens begutachtet werden. Die Optik ist an ein modernes Kamera-Monitorsystem angeschlossen. So können Befunde vergrößert und videofotografiert werden. Anhand der Bilder werden Ihnen nach der Operation eventuelle Veränderungen in Ruhe erklärt. Gezielt können nun Gewebeproben genommen werden oder eine Ausschabung erfolgen. Die alleinige „blinde“ Ausschabung ist zu ungenau. Wichtige Veränderungen könnten unentdeckt bleiben und zur Übertherapie - wie der unnötigen Entfernung der Gebärmutter - führen.

In der Regel führen wir die Spiegelung der Gebärmutter in einer sehr gut verträglichen Kurznarkose ambulant durch. In besonderen Fällen verwenden wir ein Microinstrumentarium, bei dem keine Narkose erforderlich ist.

Wucherungen der Schleimhaut oder Muskulatur der Gebärmutter, die zum Teil in die Gebärmutterhöhle hineinragen, können zu erheblichen Blutungsstörungen führen. Eine blinde Ausschabung alleine führte früher meist nicht zu einem Rückgang der Blutungen – über kurz oder lang musste die Gebärmutter dann entfernt werden.

Im MIC-Zentrum des Elisabeth-Krankenhauses Essen entfernen wir solche Wucherungen (Polypen und Myome) durch eine Spiegelung der Gebärmutter unter Sicht vollständig. Ist die Ursache der Blutungen beseitigt, muss die Gebärmutter nicht entfernt werden.

Bei der klassischen Resektion, die heute meist noch praktiziert wird, muss eine elektrolytfreie Lösung verwendet werden. Gelangt zu viel davon über eröffnete Gefäße in den Kreislauf, drohen schwerwiegende Komplikationen. Der Eingriff muss häufig frühzeitig abgebrochen werden.

Wir verwenden zur gezielten Entfernung von Myomen und Polypen modernste Technik. Das Risiko einer Überwässerung mit Ausbildung eines Hirnödems wird dadurch ausgeschaltet. Dank bipolarer Hochfrequenzschlingen kann zur Spülung physiologische Kochsalzlösung verwendet werden. Dadurch ist meist auch eine vollständige Entfernung in einer einzigen OP-Sitzung möglich. In der Regel verlassen unsere Patienten beschwerdefrei nach wenigen Stunden bereits die Klinik. Der Eingriff erfolgt also ambulant.

Dysfunktionelle Blutungsstörungen, Blutungen ohne erkennbare Ursache wie Polypen oder Myome können durch das Abtragen der Schleimhaut deutlich reduziert oder gar beseitigt werden. Auch bei diesem Verfahren kann dann die Gebärmutter erhalten bleiben. Der minimal-invasive Eingriff wird ambulant durchgeführt.

In unsererm MIC-Zentrum bieten wir zwei Verfahren an:
Die hysteroskopische Endometriumablation und die Endometriumablation mit dem Goldnetz.

Gutartige Knoten der Muskelschicht der Gebärmutter, Myome, finden sich sehr häufig. Wenn sie keine Beschwerden machen und nicht durch schnelles Wachstum auffallen, ist in der Regel keine Operation erforderlich. Leider verursachen Myome aber vielfältige Beschwerden, wie Blutungsstörungen und Schmerzen. Früher wurde dann meist eine Entfernung der Gebärmutter durchgeführt.

In unserem MIC-Zentrum werden Myome per Bauchspiegelung ausgeschält und durch ein Röhrchen abgesaugt. Die Gebärmutter wird per Bauchspiegelung genäht und bleibt erhalten. Für Frauen, bei denen noch Kinderwunsch besteht oder die einen Erhalt der Gebärmutter ausdrücklich wünschen, ist dieses Verfahren eine optimale Lösung. 

Die Gebärmutter besteht aus zwei Teilen: Dem Körper und dem Hals. Während der Körper in die Bauchhöhle ragt, sitzt der Hals im Beckenboden verankert. Die meisten Beschwerden haben ihre Ursache in Veränderungen des Gebärmutterkörpers, während der Hals gesund ist. Dennoch ist es in Deutschland über Jahrzehnte Tradition gewesen, die Gebärmutter stets vollständig zu entfernen.

In unserem MIC-Zentrum haben wir dieses Denken verlassen. Gemäß den MIC-Prinzipien werden gesunde Organe nicht entfernt. Die Operation erfolgt per Bauchspiegelung über kleine Röhrchen. Der Körper der Gebärmutter wird entfernt. Gesunde Organe, wie Gebärmutterhals, Eierstöcke bleiben erhalten. Das umliegende Gewebe, wie die Harnblase, wird maximal geschont. Eine Durchtrennung der Beckenbodenstrukturen ist nicht erforderlich. Die Scheide muss nicht eröffnet werden, eine evtl. narbige Verkürzung der Scheide ist nicht zu erwarten.

Dank modernster Narkoseverfahren sind unsere Patientinnen unmittelbar nach dem Eingriff wach und können am gleichen Tag essen und trinken. Die Dauer des Aufenthaltes bestimmen sie mit. In der Regel erfolgt die Teilentfernung der Gebärmutter kurzstationär, d.h. ca. drei Tagen Klinikaufenthalt. Wir empfehlen eine Regeneration von mindestens 10 bis 14 Tagen.

Muss die Gebärmutter entfernt werden, kann dies heute meist per Bauchspiegelung erfolgen. Vor allem wenn ein oder mehre Kaiserschnittentbindungen durchgeführt wurden kann ein erneuter Bauchschnitt vermieden werden. Je nach Größe der Gebärmutter erfolgt die Entfernung durch die Scheide oder über kleine Röhrchen.

Die Medizintechnik gibt uns immer neue Möglichkeiten an die Hand. Seitdem das Bronzeskalpell durch ein Eisenskalpell ersetzt wurde, ist das Beste der Feind des Guten.

So lassen sich heute bereits manche Eingriffe weitgehend narbenfrei durchführen. Dabei ist der Bauchnabel als naturgegebener Zugang ideal. Er ist die dünnste Stelle, um in den Bauchraum zu gelangen. Die entstandene Narbe ist später meist nicht zu sehen.

Die Röhrchen, über die die Instrumente eingeführt werden, werden immer kleiner. Bei der Single-Port-Technik erfolgt das Einführen aller Instrumente über das Röhrchen im Bauchnabel. In Zukunft wird das Absauggerät, das einen etwas größeren Schnitt benötigt, über die Scheide eingeführt. Die Entfernung der abgesetzten Gebärmutter erfolgt mittels moderner Plasmatechnologie.

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Dr. med.
Frank W. Piczlewicz

Leiter

Frauenklinik, Essen
MIC-Zentrum
Klara-Kopp-Weg 1, 45138 Essen
Fon: +49 201 897 3501
Fax: +49 201 897 3509