Leistungsspektrum Klinik für Anästhesiologie, Operative Intensivmedizin und Schmerztherapie

Anästhesiologie

Die Klinik für Anästhesie führt jährlich ca. 9500 Narkosen als Voll- oder Teilnarkose durch, davon knapp 7% bei Kindern unter 5 Jahren. Ca. 15-20% entfallen auf unterschiedliche Regionalanästhesien bzw. Kombinationsverfahren. Angefordert werden Narkosen dabei nicht nur von den operativen Fachgebieten sondern auch von Kardiologen, Internisten oder Radiologen z.B. bei  schmerzhaften oder lang dauernden  diagnostischen Eingriffen.

Zwei Schwerpunkte unserer Arbeit „außerhalb des Operationssaals“ liegen auf der Betreuung von Kindern  während einer MRT-Untersuchung, wofür uns ein spezielles nicht-magnetisches Narkosegerät zur Verfügung steht, sowie in der Durchführung von Narkosen bei einem transversalen Aortenklappenersatz (TAVI). Ein weiteres wichtiges Aufgabengebiet ist schließlich die Schmerzausschaltung in der Geburtshilfe.

Zur Durchführung und Überwachung der Narkose stehen uns durchweg moderne Narkose- und Monitoringsysteme zur Verfügung, darüber hinaus verfügt die Klinik über die Möglichkeit der maschinellen Autotransfusion.
Neben der Tätigkeit für ihre Patienten engagieren sich die Mitarbeiter der Klinik auch regelmäßig für die Ausbildung von Medizinstudenten während einer Famulatur oder im „Praktischen Jahr“.

Vor einer Operation bereiten die Anästhesisten die Patienten auf den chirurgischen Eingriff vor. Sie versuchen, deren Stress einzudämmen, indem sie die Angst der Patienten vor der Operation, der Narkose und dem Unbekannten ernst nehmen. Im Mittelpunkt der Vorbereitung steht das persönliche Gespräch über die Abläufe und das individuell abgestimmte Anästhesieverfahren.
Für die meisten operativen Eingriffe stehen heute mehrere Verfahren zur Auswahl: Neben der klassischen Vollnarkose bietet die Klinik auch Teilnarkosen (Regionalanästhesie) an. Je nach Fall ist es sinnvoll, dem einen oder anderen Verfahren den Vorzug zu geben oder auch beide zu kombinieren. Der Anästhesist berät bei der Auswahl und berücksichtig persönliche Wünsche. Da sich die Patienten in der Nacht vor einem Eingriff möglichst entspannen sollen, wird im Bedarfsfall ein mildes Schlafmittel verordnet. Patienten die nach einem Eingriff auf der Intensivtherapiestation versorgt werden müssen, oder für die eine spezielle Schmerztherapie geplant ist, werden in der Regel bereits jetzt von einer speziell in Schmerztherapie ausgebildeten Pflegekraft („Pain-Nurse“) besucht und auf die sie erwartende Situation vorbereitet.

Bei einer Vollnarkose wird ein Schlafmittel verabreicht, das den Patienten schnell und sanft einschlafen lässt. Der Anästhesist wird während des gesamten Eingriffs an seiner Seite sein: Er wird weitere Medikamente zur Aufrechterhaltung der Narkose geben, den Blutdruck und das EKG laufend überwachen und die regelmäßige Atmung sicherstellen. Unterstützt wird der Anästhesist dabei von einer in der Anästhesie- und Intensivpflege speziell qualifizierten Pflegekraft. Während des Narkoseschlafs verspüren die Patienten keinerlei Schmerzen. Bei größeren Eingriffen werden bei Bedarf Blutprodukte verabreicht und weitere Überwachungsgeräte angeschlossen. Die modernen Anästhesie- und Überwachungsverfahren garantieren auch bei schwersten Erkrankungen eine sichere Narkose.

Bei der Teilnarkose wird die Schmerzleitung des Körpers nur in den Regionen ausgeschaltet, in denen der operative Eingriff stattfindet. Patienten können sich aussuchen, ob sie während der Teilnarkose wach sein wollen oder ein leichtes Schlafmittel erhalten möchten. Auch bei diesem Verfahren werden Narkose, Atmung und Kreislauf während der gesamten Dauer der Operation ärztlich überwacht.
Nachdem die Patienten das Bewusstsein wiedererlangt haben, werden sie noch für einige Zeit in den so genannten Aufwachraum gebracht, wo Atmung und Kreislauf weiter von den Pflegekräften und Ärzten der Klinik kontrolliert werden, bis die Verlegung auf die Station erfolgt. Patienten nach größeren Eingriffen oder mit schweren Begleiterkrankungen werden auf der operativen Intensivstation oder auf der Intermediate Care Station (IMC) weiter anästhesiologisch versorgt, bis auch sie auf die Normalstation verlegt werden können.

Ein Schwerpunkt der Klinik ist die anästhesiologische Betreuung in der Geburtshilfe. Die normale Entbindung eines Kindes im Kreißsaal erleichtern die Anästhesisten mit der rückenmarknahen Schmerzblockade (Katheter-Peridural-Analgesie). Sollte ein Kaiserschnitt erforderlich sein, stehen die klassische Vollnarkose oder die Teilnarkose (Spinal- oder Periduralanästhesie) zur Verfügung. Viele Patientinnen bevorzugen heute auch beim Kaiserschnitt die Teilnarkose, weil sie die Geburt ihres Kindes wach erleben wollen und so das Kind direkt nach der Entbindung in den Arm nehmen können.
Obwohl die rückenmarknahen Schmerzblockaden sehr sichere und seit Jahrzehnten etablierte Verfahren sind, lösen sie doch bei vielen Patientinnen Verunsicherung oder Ängste aus. Gerne stellen wir Ihnen deshalb schon in der Vorbereitungszeit auf Ihre Geburt Informationsmaterialien zur Verfügung und beraten Sie nach Möglichkeit persönlich in unserer Anästhesieambulanz.Wenn Sie Fragen haben, wenden Sie sich gerne an das Sekreteriat der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie.

Operative Intensivmedizin

Auf unserer Operative Intensivstation und Intermediate Care Station versorgt ein spezialisiertes Team alle Patienten nach großen operativen Eingriffen der Fächer Allgemeinchirurgie, Gefäßchirurgie, Unfallchirurgie, Gynäkologie und Geburtshilfe.

Pro Jahr werden ca. 1.000 Patienten auf der Intensivstation betreut, wobei der Anteil an Beatmungspatienten bei etwa 60% liegt. Dabei kommen alle modernen Methoden der Intensivmedizin inkl. der Organersatzverfahren wie Hämodialyse zum Einsatz. 
Über 600 weitere Patienten werden darüber hinaus auf der Intermediate Care Station (IMC) betreut.

Die Intensivmedizin steht unter der ärztlichen Leitung von Dr.med. Claus Steuernagel (Ltd. Oberarzt), die pflegerische Leitung hat Frau Beatrix Dietrich-Gromotka.

24 Stunden am Tag stehen Fachärzte für Anästhesie und Intensivmedizin, Assistenzärzte und Fachpflegekräfte mit jahrelanger Ausbildung in der Intensivmedizin im Team bereit, um jederzeit eine optimale Therapie zu gewährleisten.

Das Team der Operativen Intensivtherapiestation ist außerdem für den Reanimationsdienst der operativen peripheren Stationen zuständig

Wenn Sie Ihre Verwandten besuchen möchten, finden Sie uns im zweiten Stock des Hauptgebäudes. Wegen der schweren Erkrankungen unsere Patienten bitten wir Sie um Verständnis, dass auch während der regulären Besuchszeiten durch die notwendigen Pflegemaßnahmen Wartezeiten entstehen können.

Vor Betreten der Station klingeln Sie bitte und haben Sie einen Moment Geduld - eine der betreuenden Pflegekräfte wird Sie im Warteraum abholen. Persönliche Gegenstände können nach Rücksprache gerne mitgebracht werden. Leider besteht wegen der besonderen Hygienemaßnahmen ein Verbot von Blumen und Pflanzen.

Besuchszeiten der Operative Intensivstation (Tel. : 0201/897-4140):
Täglich von 12 bis 13 sowie 17 bis 18 Uhr.

Besuchszeiten der Intermediate Care Station (Tel.: 0201 / 897-4142):
Täglich von 10 bis 12 sowie 17 bis 19 Uhr.

In besonderen Fällen können individuelle Besuchzeiten vereinbart werden!

Außerdem bieten wir nach Absprache täglich eine Oberarztsprechstunde von 14 Uhr bis 15 Uhr an.

Gemeinsam hilft heilen

Besucherinformation für die Operative Intensivtherapiestation

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Schmerztherapie

Jeder weiß aus eigenem Erleben, was Schmerz ist, aber jeder Mensch besitzt eine andere Schmerzempfindlichkeit. Entsprechend werden wir die Schmerztherapie vor oder nach einer Operation  individuell für jeden Patienten anzupassen.

Zur Schmerztherapie stehen eine Reihe von Schmerzmedikamenten in Form von Tabletten, Tropfen, Pflaster oder Zäpfchen zur Verfügung. Manchmal werden Medikamente aber schlecht vom Körper aufgenommen und müssen dann über andere Wege zugeführt werden. Bei stärkeren oder stark schwankenden Schmerzen können wir programmierbare Pumpensysteme einsetzen, die der Patient nach einer Anleitung leicht selbst bedienen kann, wodurch er selbst in festgelegten Grenzen, den Zeitpunkt oder die Menge seiner Schmerzmedikation bestimmt.

Eine weitere sehr gute Möglichkeit der Schmerzausschaltung bieten Nervenblockaden einzelner Körperregionen. Hierzu werden dünne Katheter, häufig bereits vor der Operation, gezielt in die Nähe von Nerven oder rückenmarksnah gelegt. Anschließend  können die Katheter entweder nur bei Bedarf zu bestimmten schmerzhaften krankengymnastischen Übungen mit örtlichen Betäubungsmitteln benutzt werden, oder die Schmerzmedikamente  werden über eine Spritzenpumpe kontinuierlich verabreicht.

In unserer Klinik werden zur Schmerztherapie im operativen Bereich folgenden Nervenblockaden eingesetzt:

Diese Methode eignet sich besonders für Operation im Bauchraum, Unterleib und an den Beinen. Neben der Schmerzminderung kann diese Methode auch zur Durchblutungsverbesserung oder zur Verhinderung einer Darmlähmung genutzt werden
Hierbei  wird ein Katheter im Wirbelkanal, in einen schmalen Raum zwischen zwei Häuten (sogenannter Periduralraum) nah an Nerven oder Rückenmark gelegt. Da die Einstichstelle vorher betäubt wird,ist die Anlage des Katheters selbst nicht sehr schmerzhaft.
Die Punktionshöhe richtet sich nach der vorgesehenen Operation und kann sowohl im Bereich der Brustwirbelsäule (thorakale Peridualanästhesie), der Lendenwirbelsäule (lumbale Periduralanästhesie) oder des Kreuzbeins stattfinden.

Mithilfe einer elektrischen Stimulation wird gezielt ein Nervenstrang (Plexus) in der Achselhöhle (axillärer Plexus), im Bereich des Schlüsselbeins (infraklaviculärer Plexus) oder der Halsmuskulatur (interskalenärer Plexus) aufgesucht und dort ein Katheter gelegt. Auch hier lässt sich die schmerzlindernde mit der durchblutungsfördenden Wirkung kombinieren.

Auch bei den Blockaden im Beinbereich wird mit elektrischer Stimulation der entsprechende Nerv aufgesucht.
Nervus femoralis Blockade (sogenannter 3 in 1 Block): Diesen Nerv können wir bei Oberschenkelbrüchen, Knie- oder Hüftoperationen in der Leiste blockieren.

Zur Schmerztherapie oder Durchblutungsförderung unterhalb des Knies kann ein Katheter etwas oberhalb vom Knie gelegt werden.

Alle Methoden haben spezielle Vor- und Nachteile  oder Risiken, nutzen Sie das Gespräch mit ihrem Anästhesisten, um das für Sie optimale Vorgehen  rund um die Operation festzulegen.

Wird bei Ihnen ein Nervenkatheter gelegt oder eine selbst bedienbare Schmerzpumpe angeschlossen, werden  Sie nach der Operation bezüglich der Schmerzen von unserem „Schmerz-Team“ (Pain-Team) betreut. Das Pain-Team setzt sich aus speziell in der Schmerztherapie geschulten Schwestern/Pflegern zusammen, die unter ärztlicher Leitung diese aufwendige Form der Schmerztherapie überwachen, bis Sie wieder mit Tabletten, Tropfen, Pflastern oder kurzen Infusionen zurechtkommen.

Notfallmedizin

Der Notarztwagen am Elisabeth-Krankenhaus wurde im Dezember 2004 durch Verlegung des Rettungswagens von der Feuerwache 1 etabliert.  Im Jahr 2010 wurde er 2674 Mal in Anspruch genommen, hinzu kamen 1416 Einsätze als Rettungswagen ohne Arztbesetzung.. Ärztlich geleitet wird der Stützpunkt von der Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie, die auch 70% der ärztlichen Besetzung stellt. Alle Ärztinnen und Ärzte, die am Rettungsdienst teilnehmen, sind im Besitz einer besonderen Zusatzqualifikation „Notfallmedizin“.

Ansprechpartner
Stützpunktleiter:
Oberarzt Michael Tiemann
Email: m.tiemann@contilia.de
Tel.: 897 - 3701

Stellvertreter:
Oberarzt  Dr. G. Claussen
Email: g.claussen@contilia.de
Tel.: 897 - 2007