Elektroenzephalogramm (EEG) Sozialpädiatrisches Zentrum - SPZ

EEG ist die Abkürzung für Elektroenzephalogramm, was Messung der Hirnströme bedeutet. Zum breiten Spektrum der angebotenen neurophysiologische Untersuchungen im EEG-Labor des SPZ gehören u.a.:

  • Wach- und Schlaf-EEG-Ableitungen
  • Provokations-EEG
  • Langzeit-EEG-Untersuchungen

Häufig gestellte Fragen

  • Verdacht auf Epilepsie
  • Aufmerksamkeitsdefiziten zum Ausschluss einer Epilepsie
  • Verlauf von Epilepsien
  • Entwicklungsstörungen
  • Verhaltensstörungen
  • Sprachauffälligkeiten
  • Ungeklärten Kopfschmerzen
  • Akuten neurologischen Erkrankungen
  • Unklaren neurologischen Problemen
  • Die EEG-Aufzeichnung erfolgt in möglichst entspannter Atmosphäre in Anwesenheit einer Bezugsperson der Kinder. Bei bewegungsaktiven Kleinkindern wird die Untersuchung evtl. auf dem Schoß der Mutter durchgeführt.
  • Die Elektroden werden mittels einer Elektrodenhaube am Kopf angebracht. Die Haube muss fest sitzen – was manchmal als unangenehm empfunden wird, aber nicht weh tut. Um eine gute Durchlässigkeit der Hirnströme zu gewährleisten, wird die Haut unter den Elektroden mit einer Kontaktcreme vorbereitet.
  • Ein EEG im Wachzustand dauert ca. 60 Minuten. Die Aufklärung und die Vorbereitung des Patienten sowie das Anlegen der Elektroden macht dabei etwa die Hälfte der Zeit aus. Bei kleinen Kindern kann die EEG-Untersuchung jedoch länger dauern.
  • Zusätzlich zu der Registrierung der Hirnströme wird ein EKG zur Darstellung der Herzfrequenz aufgezeichnet.
  • Das digitale Video - EEG-Gerät bietet außerdem die Möglichkeit einer gleichzeitigen Videoaufzeichnung des Patienten. Zur Beurteilung werden Hirnstromkurve und Videoaufzeichnung gleichzeitig ausgewertet, um Anfälle zu erkennen und den Grund für nicht eindeutige EEG-Veränderungen herauszufinden.
  • Hyperventilation (verstärktes Aus- und Einatmen) über 5 Minuten zu Beginn der Ableitung dient der genaueren Analyse von Herdbefunden bzw. Absencen.
  • Serielle Lichtblitze am Ende der Ableitung ist eine weitere Provokationsmethode (Fotostimulation), die Hinweise auf spezielle Epilepsieformen geben kann. Hierzu verfügt das moderne EEG-Gerät über eine zusätzliche Fotostimulationslampe.
  • Bei manchen Patienten reicht die Untersuchung im Wachzustand nicht aus. Es muss ebenfalls ein EEG im Schlaf erfolgen. Hierzu kann es notwendig sein, dass ein leichter Schlafentzug und zusätzlich ein milder Schlafsaft verabreicht wird. Das genaue Vorgehen wird vorher mit den Kindern, Eltern und unserem EEG-Team besprochen unter Berücksichtigung der individuellen Faktoren.
  • Durch ein mobiles Langzeit-EEG ist es möglich, Hirnströme über einen Zeitraum von bis zu 48 Stunden zu messen, um so die Aussagefähigkeit des EEGs zu erweitern. Der Patient kann sich mit dieser mobilen Langzeit-EEG-Aufzeichnung frei bewegen. Auch Ganznacht-Ableitungen sind mit diesem Gerät möglich. Dies klärt nicht nur Schlafstörungen, Epilepsien und Entwicklungsstörungen ab, sondern trägt auch zur wesentlichen Beruhigung der Eltern bei.

Einige Kinder unterscheiden sich in ihrem Verhalten deutlich von anderen Kindern, sie zeigen keine altersgemäßen Verhaltensmuster. Es werden Aggressivität, Ängstlichkeit, Aufmerksamkeitsdefizit, Kognitionsbeeinträchtigung und Konzentrationsprobleme, motorische Auffälligkeiten und Sprachstörungen beobachtet. Durch Anamnese, klinische Untersuchung, kinderneurologische Untersuchung, EEG-Diagnostik zum Ausschluss einer Epilepsie, neuropsychologische Testverfahren sowie interdisziplinäre Beurteilung durch Logopäden, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Heilpädagogen gelingt es, Ursachen zu klären und eine Diagnose gerechte Therapie einzuleiten und deren Erfolg im Verlauf zu kontrollieren.

Bei vielen Kindern, die im Sozialpädiatrischen Zentrum vorgestellt werden, sind neben der ausführlichen Anamnese die kinderneurologische Untersuchung und die EEG-Diagnostik zum Ausschluss einer Epilepsie wichtige Bestandteile des abklärenden Vorgehens, präzisiert durch neuropsychologische Testverfahren und interdisziplinäre Beurteilung durch Logopäden, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Heilpädagogen. So werden Ursachen geklärt und Diagnosen gerechte Therapien eingeleitet und Verlaufsbeobachtungen initiiert. Sollte eine Epilepsie Ursache der Beschwerden sein, ist neben einer adäquaten medikamentösen Therapie eine besondere Aufklärung und sozialmedizinische Beratung einschließlich Patienten- und Elternschulung zur Verbesserung der Versorgung und Krankheitsverarbeitung notwendig.

Zunehmend werden auch bei Grundschulkindern Kopfschmerzen, zum Teil als chronische Kopfschmerzen, nachgewiesen, die genau klassifiziert werden müssen und einer Aufklärung der Patienten und Eltern sowie einer gezielten Diagnostik und Behandlung bedürfen, um die Beschwerden zu lindern und die Langzeitprognose zu verbessern.