Berger Runde Fachtagung zur Demenz

Demenz ist ein Begleiter unserer immer älter werdenden Gesellschaft. Das Wissen zum Umgang mit Demenz bedarf einer breiten Streuung sowohl im professionellen Bereich als auch im häuslichen Alltag. Die Berger Runde ist eine Fachtagung zur Demenz, die einmal jährlich im Seniorenstift Haus Berge stattfindet.

Die Tagung wendet sich an alle - Fachleute wie Laien, die sich für dieses Thema interessieren. Ihr Ziel ist es, die verschiedenen Aspekte der Krankheit und des Lebens mit dementen Menschen aufzugreifen. So kann über aktuelle Forschungsergebnisse informiert werden. Erprobte Konzepte aus der Praxis werden vorgestellt und diskutiert. Hierbei fließen die konzeptionellen Erfahrungen, die die Verantwortlichen täglich im Seniorenstift Haus Berge machen, in die Diskussion mit ein.

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Themen der bisherigen Fachtagungen

 

 

10. Berger Runde

Technik – eine Hilfe für Demenzkranke?

Die Technifizierung und Digitalisierung unserer Gesellschaft schreitet voran: Smartphones, Computer und IT-gestützte Assistenz- und Steuerungssysteme sind allgegenwärtig – zumindest, was den gesunden Teil der Bevölkerung betrifft. Doch wie kann Technik die Pflege entlasten und vor allem die Pflegebedürftigen, insbesondere Demenzkranke, bei einem selbständigen Leben unterstützten? Welche positiven Effekte machen sich heute schon bemerkbar? Welche Fortschritte dürfen wir in naher und ferner Zukunft erwarten? Antworten auf diese und weitere Fragen versuchten die Referenten aber auch die rund 100 Teilnehmer der 10. Berger Runde zu geben. Bereits zum zweiten Mal fand die Fachtagung des zur Contilia Gruppe gehörenden Seniorenstiftes Haus Berge in der Assindia-Lounge im Stadion Essen statt. Erneut stieß die Themensetzung auf großes Interesse bei Fachkräften aus lokalen und überregionalen Senioreneinrichtungen, Krankenhäusern, aber auch bei Vertretern der Stadt Essen.

Der Pflegeroboter als Allzweck-Hilfsmittel wird nicht kommen. Die Gründe für diese These zeigte Prof. Dr. Tim Lüth von der TU München in seinem Beitrag über die Technische Entwicklung für Pflege und Betreuung auf. Zu schwer, zu teuer, so die zwei wichtigsten Faktoren. Seiner Meinung nach sollte man Technik und Technologien vor allem dazu nutzen, um konkrete Hilfe für ein verlängertes selbständiges Leben zu entwickeln und auf den Markt zu bringen: So stünden heute schon Prototypen bereit, die das Trinkverhalten und die Bewegungsmuster aufzeichnen und analysieren können.

Dass Roboter tatsächlich Hilfe für Demenzkranke leisten könnten, bezweifelte Univ.-Prof. Dr. Richard Dodel, Chefarzt des Geriatrie-Zentrums Haus Berge. Meist seien die erkrankten Menschen nicht in der Lage die technischen Geräte eigenständig zu bedienen. Dennoch zeigte er in seinem Vortrag über den Einsatz von Technik bei Demenz auf, wie der technischen Fortschritt das selbständige Leben erleichtern kann. Etwa durch ein verbales Navigationssystem, das sich derzeit in der Erprobung befindet.

Auch die derzeitig auf dem Markt erhältlichen Zuwendungsroboter, die als Katze oder als Robbenbaby zu Wohlbefinden und Beruhigung alter Menschen beitragen sollen, waren Thema der Berger Runde. Caroline Erbe und Marita Neumann vom Seniorenstift Haus Berge sowie Marie Vollmar von den Katholischen Kliniken Ruhrhalbinsel gingen in ihrem Beitrag Alles für die Katz – Einsatz von Robotertieren dem tatsächlichen Mehrwert der Zuwendungsroboter im Einsatz bei Demenzkranken auf den Grund. Das Fazit: Aktuell kann ein solcher Roboter keinen menschlichen Kontakt ersetzen. Technik allein kann keine Emotionen erwecken. Die dazu notwendige einfühlsame Kommunikation beherrscht der Mensch noch immer deutlich besser.

Dass Roboter zukünftig möglicherweise aber doch intelligent mit Menschen agieren könnten, stellte Sabine Erbschwendtner M.Sc. von der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar in ihrem Beitrag über Emotionsroboter für Menschen mit Demenz dar. Dabei bezog sie sich auf den Film „Ik ben Alice“ über einen Emotionsroboter in der Praxis. In der Pflege jedoch könne ein Roboter nicht die Position eines Menschen ersetzen, da ihm die Fähigkeit fehle in neuen, umprogrammierten Situationen eigenständig und intuitiv  auf Basis des erlernten Wissens zu handeln.

Schon oft hat die Science-Fiction frühzeitig Technologien in ihren Filmen dargestellt, die in der heutigen Zeit tatsächlich Realität wurden. Thomas Behler, Geschäftsführer der Contilia Gruppe, nahm dies zum Anlass, um in seinem Vortrag einen Blick zurück in die Zukunft zu werfen, gleichzeitig aber Grenzen des technisch Möglichen und vor allem Sinnvollen auszuloten. So warf er etwa die Fragen auf, wie intelligente Roboter in die Gesellschaft integriert werden könnten oder ob Entscheidungen in der Pflege, die von künstlicher Intelligenz auf Basis der Datenauswertung getroffen werden könnten, mit unserem aktuellen Ethikverständnis vereinbar wären. Bis die Antworten darauf gefunden werden müssen, wird sicher noch eine Zeit vergehen. Dennoch müssten solche Fragen frühzeitig gestellt werden, um mit der Technologie ethisch Schritt zu halten.

9. Berger Runde 2016

Demenz vor der Tür

Die neunte Berger Runde, die wie jedes Jahr vom Seniorenstift Haus Berge veranstaltet wurde, beschäftigte sich in diesem Jahr mit "Demenz vor der Tür".

Die Fachvorträge und Foren betrachteten das Thema aus medizinscher, pflegerischer sowie gesellschaftlicher Perspektive. Die Teilnehmer konnten in diesem Jahr aus unterschiedlichen Vorträgen wählen. Die Dikussionsrunden boten den Teilnehmern im Anschluss die Möglichkeit, ihre eigenen Erfahrungen und Fragen einzubringen.

1. Fachvortrag: Alzheimer vorbeugen, geht das? Maßnahmen zur Prävention

2. Fachvortrag: Prävention - Ernährung und Bewegung

3. Fachvortrag: Gesellschaftliche Entwicklung und Inklusionsdebatte

4. Fachvortrag: Medikamente bei Menschen mit Demenz

5. Fachvortrag: Institutionelle Versorgung

6. Fachvortrag: Versorgung im Quartier

8. Berger Runde 2015
Männer und Demenz

Die achte Berger Runde, deren Veranstalter das Seniorenstift Haus Berge ist, griff in diesem Jahr das Thema „Männer und Demenz“ auf.

Was braucht es an Veränderungen in stationären Einrichtungen der Altenhilfe, wenn immer mehr Männer dort leben? Welche Beschäftigungsangebote sind sinnvoll und sollten es andere sein, als die für Frauen? Fachkundige Referentinnen und Referenten berichteten bei der 8. Berger Runde im Schloss Borbeck. Problematiken wurden offen diskutiert und Erkenntnisse für den Pflegealltag oder den Alltag des Angehörigen gewonnen.

1. Fachvortrag: Was braucht Mann?

2. Fachvortrag: Der Mann, das unbekannte Wesen

3. Fachvortrag: Brauchen Männer eine andere Pflege und Betreuung?

4. Fachvortrag: Zehn Jahre Haus Berge – ein Resümee

5. Fachvortrag: Ein Leben lang Schalke

7. Berger Runde 2014
"Bitte nicht stören" - Demenz und Sexualität

Der Umgang mit sexuellen Bedürfnissen älterer, an Demenz erkrankter Menschen stand im Fokus der 7. Berger Runde im Schloss Borbeck. Rund 130 Teilnehmer aus Deutschland und der Schweiz waren Anfang November der Einladung der Contilia Gruppe ins Schloss gefolgt, sich über theoretische und praktische Erfahrungen auszutauschen und neue Impulse für ihre Arbeit in den Einrichtungen zu gewinnen.

1. Fachvortrag: Sex – ja und !?

2. Fachvortrag: Leiblichkeit in der Begleitung von Menschen mit Demenz

3. Fachvortrag: (no) sex, (no) drugs, (no) rock’n’roll – Über (Ge)Lüste in Organisationen

4. Fachvortrag: Berufsportrait: Sexualbegleitung

6. Berger Runde 2013
"Ich glaub' ich raste gleich aus!" - Gewalt und Demenz

    1. Fachvortrag: "Ich glaub' ich raste gleich aus" - Wenn die Affekte zu groß werden

    2. Fachvortrag: Aggressionen - Ausdruck von Schmerz, oder böse Absicht?

    3. Fachvortrag: Gewalt in der Pflege - Was macht das mit uns?

    4. Fachvortrag: Vortrag von Prof. Rolf D. Hirsch

    5. Berger Runde 2012
    Palliativ Care und Schmerz bei Menschen mit Demenz

    4. Berger Runde 2011
    Frontotemporale Demenz - "Zieh Dir doch wenigsten zum Essen die Unterhose an!"

    3. Berger Runde 2010

    Das Thema der 3. Berger Runde 2010 war einem Konflikt in der Pflege gewidmet. Unter dem Titel „Lebensqualität oder Fixierung? Oder gibt es einen Ausweg aus dem Dilemma?“ näherte sich die Fachtagung diesem schwierigen Thema. Der ständigen Unruhe dementer Menschen kann in manchen Fällen nur mit einer Ruhigstellung, einer Fixierung, begegnet werden.

    Neben rechtlichen Aspekten der Fixierung wurden medikamentöse Möglichkeiten besprochen. In einer Podiumsdiskussion nahm die Leitung des Seniorenstifts Stellung zum Umgang ohne Fixierung im Haus Berge. Schließlich stellte die Psychologin Prof. Dr. Doris Bredthauer die Frage „Sicherheit ohne zu Schaden?“ und informierte über Erkenntnisse aus den Redu-Fix-Projekten, die auf eine Reduktion der Fixierung abzielen

    1. Fachvortrag: Impulsreferat

    2. Fachvortrag: Rechtliche Grundlagen

    3. Fachvortrag: Für Sicherheit sorgen ohne zu schaden?

    2. Berger Runde 2009
    Demenz in der letzten Lebensphase

    In der 2.Berger Runde 2009 lautete das Thema „Demenz in der letzten Lebensphase“. Das einzige Ziel in der Betreuung schwer dementer Menschen muss die Verbesserung der Lebensqualität sein. „Man muss diese Lebensphase gestalten“ betonte Marita Neumann, Leiterin des Seniorenstifts Haus Berge.

    Was können Begleitpersonen, um die letzten Wochen oder Monate eines stark verwirrten Menschen lebenswert zu gestalten? Wie können Angehörige in den Prozess eingebunden werden? Und wie wird man Menschen gerecht, die ihre Beschwerden und Bedürfnisse kaum noch äußern können? Auf diese Fragen gab die Oberärztin des Geriatrie-Zentrums Haus Berge aus medizinischer Sicht Antworten. Darüber hinaus wurden ethische Aspekte dieses Themas diskutiert. Auch Angehörige kamen mit einem Erfahrungsbericht zu Wort. Und schließlich wurden Tipps zum ganz konkrete Problem der Ernährung in der letzten Lebensphase gegeben.

    1. Berger Runde 2008
    Wertschätzendes Verhalten - der besondere Umgang

    Mit dem wertschätzenden Umgang mit dementen Menschen beschäftigte sich die 1.Berger Runde 2008. Die Erfahrung lehrte, dass durch einen wertschätzenden Umgang, der nicht darauf zielt, das Verhalten der Erkrankten zu verändern, ein deutlich besseres Miteinander erreicht werden kann. Es stellten sich die Fragen: Ist Demenz immer noch eine unheilbare Krankheit? Und wie können Beeinträchtigungen ausgegleichen und Lebensqualität erhalten werden?

    Vorgestellt wurden zwei Beispiele aus der Praxis, die unabhängig voneinander unterschiedliche Ansätze entwickelten. Haus O’land ,Bremen, informierte über die konkrete Umsetzung und das Training für wertschätzendes Verhalten und Prof. Dr. Nehen, Chefarzt des Geriatrie-Zentrums Haus Berge vermittelte neueste medizinisch-wissenschaftliche Erkenntnisse. Schließlich stellten Marita Neumann, die Leiterin des Seniorenstifts Haus Berge und Ariel Weisberg, zuständig für das Qualitätsmanagement des Seniorenstifts, das Konzept des Hauses, die Spezialisierung auf Demenz vor.