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Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie

Dick- und Enddarmkrebs

Das kolorektale Karzinom (Dickdarmkrebs, Mastdarmkrebs) ist die zweithäufigste bösartige Erkrankung in Deutschland und tritt überwiegend nach dem 50. Lebensjahr auf. Bei dem chirurgischen Eingriff ist es erforderlich, den betroffenen Darmabschnitt mit entsprechendem Sicherheitsabstand und allen dazugehörigen Lymphknoten und Gefäßen zu entfernen (onkologische Operation). Beim Mastdarmkrebs wird unter Umständen eine Vorbehandlung (neoadjuvante Radio- / Chemotherapie) notwendig. Wenn der endgültige pathologische Befund zeigt, dass Tumorzellen bereits in Lymphknoten nachweisbar sind, kann eine ergänzende medikamentöse Therapie (adjuvante Chemotherapie) notwendig sein. Die Patienten werden dann von uns entsprechend beraten und beim Onkologen angemeldet. Die Entscheidung über das Vorgehen wird nach Vorliegen aller erforderlichen Untersuchungsergebnisse unter Berücksichtigung der aktuellen Leitlinien der Deutschen Krebsgesellschaft durchgeführt. Alle Krankheitsfälle werden in einer interdisziplinären Tumorkonferenz unter Anwesenheit sämtlicher relevanter Experten (Chirurgen, Gastroenterologen, Onkologen, Radiologen, Strahlentherapeuten) besprochen. Dabei wird das individuelle Therapiekonzept für die Tumorpatienten gemeinsam festgelegt.

Hepatobiliäre Chirurgie

Unter hepatobiliärer Chirurgie versteht man Operationen an Leber, Gallenwegen und Gallenblase. Der häufigste Eingriff im St. Marien-Hospital ist hierbei die Entfernung der Gallenblase beim Gallensteinleiden (symptomatische Cholezystolithiasis). Typische Beschwerden sind Gallensteinkoliken, Nahrungsmittelunverträglichkeiten (insbesondere von Fett) oder eine Entzündung der Gallenblase (Cholezystitis). Fast immer kann der Eingriff minimal-invasiv (laproskopisch) durchgeführt werden.

Unsere neue Expertise sind Operationen an der Leber. Dies sind entweder gut oder bösartige primäre Lebertumore oder aber Metastasen anderer bösartigen Erkrankungen, die dann in die Leber gestreut haben. Kleine Operationen können auch an der Leber laparoskopisch durchgeführt werden, größere Resektionen meist schonend und blutungsarm unter Einsatz modernster Technik offen chirurgisch.

Operationen am Magen

Auch im Bereich des Magens gibt es gut- und bösartige Tumore, die einer kompletten oder Teilentfernung des Magens bedürfen. Wie bei allen bösartigen Erkrankungen wird in unserer interdisziplinären Tumorkonferenz über die leitliniengerechte Therapie entschieden. Auch Eingriffe am Magen können zum Teil minimalinvasiv durchgeführt werden.

Hernienchirurgie

Hernien sind Brüche (Schwachstellen in der Bauchwand), die an verschiedenen Stellen lokalisiert sein können. Typische äußere Hernien sind Leistenbruch, Schenkelbruch, Nabelbruch oder Narbenbruch. Eine typische innere Hernie ist der Zwerchfellbruch. Für die chirurgische Therapie von Hernien stehen verschiedene endoskopische und offen-chirurgische Operationsverfahren zur Verfügung.

Minimalinvasive Chirurgie

Die endoskopische Chirurgie in der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirugie bietet ein ausgedehntes Repertoire an minimal-invasiven Operationsverfahren mit wenigen kleinsten Schnitten (5-10 mm) an. Vorteile sind kleinere Operationsnarben mit besserem kosmetischem Ergebnis, ein deutlich vermindertes Risiko einer Narbenhernienbildung (Narbenbruch), eine schnellere Mobilisation und Rehabilitation, das verminderte Risiko eines Wundinfektes und weniger Verwachsungen.

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED)

M. Crohn und Colitis ulcerosa sind chronische Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, die in bestimmten Situationen eine Operation erfordern können. Operationsindikation beim M. Crohn kann das Vorliegen von Stenosen (Engstellen im Darm) oder Fisteln und Abszessen (entzündliche Verbindungen zwischen Darm und anderen Organen / Körperregionen) sein.

Proktologie

In unserer proktologischen Spezialsprechstunde werden folgende Krankheitsbilder untersucht, behandelt und ggf. die weitere Diagnostik und Therapie geplant: Haemorrhoiden, Analvenenthrombose, Marisken, Analfissur, Perianaler Abszess, Perianale Fisteln, Stuhlinkontinenz, Prolaps-Erkrankungen sowie Tumorerkrankungen. Es besteht eine Kooperation mit dem End- und Dickdarmzentrum Essen.

Endokrine Chirurgie

Schwerpunkt der endokrinen Chirurgie im St. Marien-Hospital ist die Chirurgie von Schilddrüse oder Nebenschilddrüse(n). Typische Erkrankungen, die eine entsprechende Operation erforderlich machen können, sind ein mehrknotiger Kropf (Struma multinodosa), kalte Knoten in der Schilddrüse, Tumorverdacht, Autoimmunerkrankungen (M. Basedow) oder bestimmte Formen der Schilddrüsenüberfunktion (multifokale Autonomie), sofern diese nicht medikamentös behandelbar sind. Eine etwaige Schilddrüsenoperation wird in enger Abstimmung mit Endokrinologen und/oder Nuklearmedizinern geplant. Weitere Eingriffe an endokrinen Organen, die in der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie durchgeführt werden, sind Operationen an Nebenniere(n), Bauchspeicheldrüse und Leber.

Notfallchirurgie

In unserer Klinik werden sämtliche chirurgischen Notfälle aus der Viszeralmedizin behandelt und operiert. Typische Notfall-Operationen sind: Akute Blinddarmentzündung (Appendizitis), schwere Gallenblasenentzündung (Cholezystitis), perforierte Sigmadivertikelentzündung (Sigmadivertikulitis), Gastrointestinale Blutung (Magen-Darm-Trakt), Eingeklemmter Bruch (inkarzerierte Hernie), Darmverschluss (Ileus), Darminfarkt (mesenteriale Ischämie), Hohlorganperforation (Magen- oder Darmdurchbruch), Trauma (Milzruptur, Leberruptur, Messerstich, Schussverletzung), schwere Bauchfellentzündung (Peritonitis), schwerste Bauchspeicheldrüsenentzündung (nekrotisierende Pankreatitis mit Abszess).