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Gefäßchirurgie ganz ohne Schnitt - Aortenaneurysma-Therapie besonders schonend

Erstellt von Dorothee Renzel

07.03.2019 Herz und Gefäße

Eigentlich hatte Theodor Berchem nicht vor, sich einer weiteren Operation zu unterziehen. Aber manche Dinge kann man sich leider nicht aussuchen: Das bei ihm vorliegende Aortenaneurysma musste dringend behandelt werden, da es mit über sechs Zentimeter Durchmesser eine tickende Zeitbombe im Bauch war.

Einen Tag nach der Operation war der Rentner seinen Operateuren, Prof. Dr. Johannes Hoffmann, Direktor der Klinik für Gefäßchirurgie und Phlebologie im Elisabeth-Krankenhaus Essen, und Dr. Ahmed Soliman, Oberarzt in der Klinik, sehr dankbar.

Nicht zuletzt, da sich die Gefäßchirurgen für die AortenStent-Prothese und für einen Kathetereingriff über die Gefäße an der Leiste entschieden haben. „Bei dieser Stent-Prothese handelt es sich um ein echtes ‚Hightech-Drahtgitter‘, das die Gefäße von innen stützt und verhindert, dass diese reißen“, erklärt Prof. Johannes Hoffmann. Grundlage für einen erfolgreichen Eingriff seien detaillierte Röntgenaufnahmen der Gefäße. Nach gut anderthalb Stunden war der Eingriff schon vorbei und Theodor Berchem geholfen.

Die Alternative wäre ein offener chirurgischer Eingriff gewesen mit Eröffnung des Bauchraums oder die chirurgische Freilegung der Leistengefäße. Die Vorteile für den percutanen (durch die Haut) Kathetereingriff lägen auf der Hand: die Patienten seien nach dem Eingriff weniger geschwächt und viel schneller wieder mobil. „Das zahlt sich gerade für ältere Patienten aus“, so Prof. Johannes Hoffmann.

Das Einsetzen der Stents ist echte Teamarbeit: Die Gefäßchirurgen arbeiten eng mit den Radiologen zusammen. Die Röntgenbilder, die von den Radiologen erstellt werden, sind ein unbedingtes Muss. „Sie erlauben uns die detaillierte Eingriffsplanung“, erzählt der Direktor der Klinik für Gefäßchirurgie. Im klassischen Operationssaal werden mittlerweile fast 20 Prozent der Eingriffe als Hybridoperationen (Operation und Intervention in einem Schritt) durchgeführt.

Nach nur wenigen Tagen konnte Theodor Berchem zurück zu seiner Familie. Nach seiner erfolgreichen Reha steht er wieder voll im Leben.