Plan B – „Unter Tage“ statt E-Bike-Ruhrtour ins Grüne

Erstellt von Anja R. Steinhoff

08.06.2018 Herz und Gefäße

Eigentlich sollte es mit dem Fahrrad den RuhrtalRadweg nach Essen-Werden und entlang des Baldeneysees gehen. Aber statt rund 18 Kilometer zu radeln, besuchten die 40 Kunstherz-Patienten und deren Angehörige kurzerhand die Zeche Zollverein: Der Starkregen am ersten Junitag hatte die geplante E-Bike-Ruhrtour des Contilia Herz- und Gefäßzentrums ins Wasser fallen lassen.

Die Teilnehmer, die aus ganz Deutschland angereist waren, nahmen es mit Humor und Verständnis. „Toll, dass die Tour nicht ersatzlos gestrichen wurde und wir stattdessen ein Alternativprogramm angeboten bekommen haben“, erzählt Jörg Böckelmann (58) aus Bockenem bei Hildesheim. Der gelernte Krankenpfleger ist heute Pflegeberater beim Deutschen Roten Kreuz und ehrenamtlich zudem noch Vorsitzender des Vereins „pulslos leben e.V.“. Die Selbsthilfegruppe, die deutschlandweit arbeitet und rund 100 Mitglieder zählt, war mit immerhin zehn Personen vertreten. Einige Teilnehmer reisten eigens aus Berlin an. „Wir pflegen schon seit Jahren einen freundschaftlichen Kontakt zum Elisabeth-Krankenhaus Essen und  freuen uns über das Angebot des Contilia Herz- und Gefäßzentrums. Der ‚bewegte Austausch‘ ist eine wunderbare Gelegenheit, um uns zu treffen und unsere Kontakte untereinander zu pflegen“, so Böckelmann. Er selbst hat aufgrund seiner Herzinsuffizienz seit sechs Jahren ein Kunstherz  - ein Umstand, der ihn mit weiteren 3000 Menschen in Deutschland verbindet.

Mit den Kumpels "auf du und du"

In zwei Gruppen konnten sich die Teilnehmer im Rahmen einer rund zweistündigen Zollverein-Besichtigung mit ehemaligen Kumpels „auf du und du“ über den Kohleabbau und die Arbeit der Bergleute im Ruhrgebiet informieren. „Unter Tage“, wenngleich nur im gleichnamigen Gebäudeteil und nicht tatsächlich unter der Erde, wurde  ihnen erklärt, wie und wofür das sogenannte „Arschleder“ oder der „Maßstock“ seinerzeit „auf‘m Pütt“ zum Einsatz kamen, abgerundet durch zahlreiche „Dönekes“, Geschichten zum „Beömmeln“ – wie man im Ruhrpott zu sagen pflegt. „Es war sehr interessant, informativ und sehr kurzweilig. Ich habe den Eindruck, dass es allen sehr gut gefallen hat, obwohl wir das Programm wetterbedingt umgeplanen mussten“, betont Dr. Sebastian Köhler aus der Klinik für Kardiologie und Angiologie. Er betreut im Contilia Herz- und Gefäßzentrum das E-Bike-Projekt und ist optimistisch: „Wenn wir im nächsten Jahr die vierte Auflage unseres Angebotes speziell für Kunstherz-Patienten starten, spielt das Wetter sicher mit, so dass wir wieder gemeinsam radeln können.“