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SMH: 14-jährige Schülerin aus Rheinland-Pfalz erhält zwei neue Hüften und kann wieder gehen

Erstellt von Katharina Landorff

17.03.2021 Bewegungsapparat, Contilia

Contilia EndoProthetikZentrum am St. Marien-Hospital Mülheim

Große Hoffnungen auf ein Leben ohne Schmerzen hatte Maria B. als sie am 9. März 2021 ins Marien-Hospital Mülheim an der Ruhr kam. Die 200-Kilometer Fahrt vom rheinland-pfälzischen Diez war da nur eine Nebensache, denn seit November 2018 ist das Leben der damals 11-Jährigen durch eine Leukämie-Erkrankung komplett auf den Kopf gestellt worden. Nach Chemo-und Therapien mit hoch dosiertem Kortison waren ihre Gelenke im Körper in Mitleidenschaft gezogen. „Osteonekrosen“ oder Knochennekrosen beschreiben das Absterben von Knochengewebe. Bei Maria sind das Nebenwirkungen ihrer Behandlungen. Beim Gehen hatte sie bei jeder Bewegung starke Schmerzen in den Hüftgelenken. Im MRT sah auch der Laie schon die Instabilität der Knochen und zwar in beiden Hüften „Die standen ganz komisch“, bemerkt das junge Mädchen. Über Empfehlung ihrer Onkologin aus Gießen kamen Marias Eltern auf Prof. Dr. Marcus Jäger und das Contilia EndoProthetikZentrum am St. Marien-Hospital Mülheim.

Die Vorgespräche erfüllten die Hoffnungen von Eltern und Patientin. Angesichts des jungen Alters ihrer Tochter suchten die Eltern eine vorausschauende Planung und erhielten auch die Zusage, dass EPZ-Direktor Prof. Dr. Marcus Jäger selbst die Operation durchführen würde. Am Dienstag, 9. März 2021, kam Maria im Rollstuhl sitzend zur Operation ins SMH. Die heute 14-Jährige „hatte keine Angst vor der Operation“, in der beide Hüftgelenke ersetzt werden sollten. „Ich zitterte ein wenig, aber ich habe mich gefreut, meine Schmerzen zu verlieren“, erzählt die Schülerin, die trotz ihrer zarten Physiognomie einen großen Mut und Willen zeigt, gesund zu werden.

Alle Voruntersuchungen und die Vorbereitung für die Operation wurden zeitlich an einem Tag so gebündelt, dass Maria und ihre Mutter dadurch weniger belastet wurden. Dazu gehörte auch, dass die Mutter zusammen mit ihrer Tochter ins St. Marien-Hospital Mülheim aufgenommen wurde, um sie unterstützen zu können („Sie hat Heimweh nach ihrem Zuhause.“). Am 12. März um 7.30 Uhr ging es für Maria und ihren Stoffhund „Emma“ in den OP. In einer mehrstündigen Operation wurden in einer minimal-invasiven Operationstechnik (sog. direct anterior approach, DAA) beide Hüftgelenke ersetzt.

Am Nachmittag des Tages war das Mädchen wieder bei ihrer Mutter auf dem gemeinsamen Zimmer. Und dann geschah das, was sich das Maria zwar immer gewünscht hatte, aber dann doch nicht vorstellen konnte: nach wenigen Tagen konnte sie – zuerst mit Unterarmgehstützen und später ohne „Krücken“ – laufen. Fleißig trainierte sie unter Anleitung einer Physiotherapeutin weiter das Gehen. Wenn das junge Mädchen aus Diez weiter so übt, kann sie bald wieder mit ihrer Freundin und der Familie draußen sein. Freunde und Familie wären das Wichtigste für sie: „Mama ist super, zwei sind gut, alle um mich herum sind am besten“.

6 Tage nach Aufnahme antwortete die 14-Jährige beim Besuch von Prof. Jäger lächelnd auf seine Frage: „Und wie geht’s Dir?“ „Ein bisschen Muskelkater, aber ich bin den Flur und vier Treppen hoch und runter gelaufen. Morgen gehe ich nach Hause“.

Foto: Katharina Landorff, SMH