St. Elisabeth-Krankenhaus Niederwenigern: Chefarztwechsel in der Psychiatrie nach 19 Jahren

05.08.2019 Contilia, Psyche und Sucht

Staffelstabübergabe in der Psychiatrie: Privatdozent Dr. med. Thomas Zeit ist mit der offiziellen Staffelstabübergabe an den neuen Chefarzt Privatdozent Dr. med. Bernhard Kis (gesprochen: Kisch) zum Monatsende in seinen wohlverdienten Ruhestand verabschiedet worden.

Als Dr. Zeit seinen Rückzug ankündigte, fiel der Satz „Ich verabschiede mich erst dann aus meiner Abteilung, wenn wir den passenden Nachfolger gefunden haben.“ Das sagt alles über seine Stärke, Geduld und Passion, die er täglich für die Klinik der Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik einbrachte. Dr. Zeit hat die Katholischen Kliniken Ruhrhalbinsel in den vergangenen 19 Jahren zukunftsfähig aufgestellt: Mit hoher fachlicher Kompetenz, einem starken Team sowie einem modernen Therapiekonzept. Und nun – wie geht es für ihn weiter, einfach aufhören und nichts tun? Das kann er sich nicht vorstellen. Dr. Zeit praktiziert weiterhin: In einer kleinen Praxis, die es ihm ermöglicht, den Arbeitsaufwand selbst zu bestimmen. Er betrachtet es als Privileg, in einem Beruf tätig zu sein, in dem ein sanfter Rückzug dieser Art machbar ist.

 

Starkes Team freut sich auf neuen Chef

Mit Dr. Kis ist ein passender Nachfolger gefunden, der ein äußerst kompetentes und langjährig etabliertes Team vorfindet, auf das er sich freut. Freude besteht aber auf beiden Seiten: „Das ist der Chef, den wir uns wünschen“, war der einstimmige Tenor nach Vorstellung. Zuvor tätig als stellvertretender Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universitätsmedizin Göttingen blickt er seiner neuen Aufgabe als Chefarzt in Niederwenigern hochmotiviert entgegen. Ursprünglich aus Oer-Erkenschwick stammend, ist das Ruhrgebiet seine Heimat, in die er überaus gerne zurückkehrt: „Mein Herz schlägt für das Ruhrgebiet - ich freue mich sehr, nun hier tätig zu sein.“  

 

Potential im Bereich Transitionspsychiatrie und ADHS

Dr. Kis‘ Schwerpunkte liegen im Bereich der Transitionspsychiatrie und der Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätstörungen (ADHS) bei Erwachsenen. Als ausgewiesener Experte auf dem Gebiet der Transitionspsychiatrie befasst er sich mit den psychischen Herausforderungen, die in Übergangsphasen eines Menschen vermehrt auftreten. Eine typische Übergangsphase stellt z.B. der Übertritt ins Rentenalter dar.  

Sein zweiter Schwerpunkt, die Erforschung von ADHS im Erwachsenenalter birgt zusätzlich Potential. Die Anzahl der Patienten mit einer nicht diagnostizierten ADHS ist laut Dr. Kis hoch. Krankheitsbilder wie eine Depression oder auch eine Sucht sind mögliche Folgeerkrankungen, die bei frühzeitiger Diagnose und Behandlung einer ADHS vielfach verhindert werden könnten: „Präventivmaßnahmen werden immer wichtiger“, so Dr. Kis.

Die Tatsache, dass neben der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik auch die Abteilung für Geriatrie (Leitung Dr. Christine Bienek) im St. Elisabeth-Krankenhaus Niederwenigern angesiedelt ist, bietet betroffenen Patienten sehr gute Voraussetzungen für optimale Versorgung in diesen Bereichen.

Wir begrüßen Dr. Kis und wünschen ihm einen gelungenen Start im neuen Wirkungskreis!