St. Josef-Krankenhaus Kupferdreh baut Brücken in die Berufsausbildung "Pflege"

Erstellt von Tanja Liebelt

06.07.2018

Bahishta Sediqi, Ghada Daoud und Kamal Hammoud stammen aus Afghanistan und Syrien und arbeiten im Pflege- und Funktionsdienst am St. Josef-Krankenhaus Kupferdreh. Sie nehmen Patienten auf, legen Gipsschienen an, schreiben EKGs und führen Patientenakten. Dass sie erst seit April dabei sind im Rahmen eines mehrmonatigen Praktikums, das als sogenannte Einstiegsqualifizierungsmaßnahme der Arbeitsagentur vermittelt wurde, würde man angesichts der souveränen und motivierten Arbeit der drei jungen Pflegenden nicht vermuten.

„Mit dem Praktikum möchten wir dazu beitragen, eine berufliche Perspektive für junge Menschen zu schaffen und zu ihrer Integration beizutragen“, schildert Mirja Hengstenberg, Referentin der Geschäftsführung. Mit dem Praktikum werde die Grundlage für den Erwerb einer beruflichen Eignung gelegt. Die Übernahmen in Ausbildung und Festanstellung sei das Ziel. Eine win-win-Situation für die potenziellen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, denn auch für die Praktikanten ist die Fördermaßnahme eine große Chance, den richtigen beruflichen Schritt zu gehen. „Ich finde es sehr wichtig, einen Einblick zu bekommen, bevor ich mich entscheide“, sagt Kamal Hammoud aus Syrien, der bereits Erfahrung aus dem medizinischen Bereich mitbringt. Bahishta Sediqi aus Afghanistan teilt seine Haltung. Sie wollte Ärztin werden, dann kamen die drei Kinder. „Jetzt ist für mich der richtige Zeitpunkt, meine berufliche Zukunft in die Hand zu nehmen“, sagt sie. Für die Syrerin Ghada Daoud war Pflege immer schon das ideale Berufsbild. „Ich möchte anderen helfen und Kontakt zu den Menschen haben“, berichtet sie.

Kai Klingberg ist pflegerischer Leiter der Notfallambulanz und Patientenaufnahme und kümmert sich um den Einsatz der drei Praktikanten, die in der Aufnahme, in der handchirurgischen Ambulanz und in der Operativen Tagesklinik ihre Dienste leisten. „Wir machen uns als potentieller Ausbilder ein Bild davon, ob die Kandidaten die praktischen Fähigkeiten für die pflegerischen Tätigkeiten mitbringen, ob sie die Sprache ausreichend beherrschen und ins Team passen.“ Bei allen dreien kann Kai Klingberg dies bestätigen. „Wir sind sehr angetan, dass sie innerhalb kurzer Zeit schon komplexe Tätigkeiten übernehmen können und sehr gut Deutsch sprechen, das ist toll und verdient großen Respekt.“

Die Übernahme in die Ausbildung und vielleicht sogar in den Job ist für das Krankenhaus eine Option. Das Berufspraktikum ist eine sehr gute Ausgangsbasis, früh gemeinsam die Zukunft planen zu können, den Vorteil sehen alle Beteiligten. Und die drei Praktikanten sind hoch motiviert. Auch so viel zu leisten und Verantwortung übernehmen zu können wie ihre ausgebildeten Teamkollegen, das ist ihr größter Wunsch und Antrieb.