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Aktuelle Behandlung des Bauchaortenaneurysmas: Ärztliche Fachveranstaltung gibt Einblicke in moderne Therapieansätze

22.07.2026 Elisabeth-Krankenhaus Essen, Contilia, Herz und Gefäße

Im Rahmen eines Nachmittagssymposiums der Klinik für Gefäßchirurgie und Phlebologie des Elisabeth-Krankenhauses Essen stellte der neue Leitende Oberarzt Dr. med. Ahmed Murtaja den aktuellen Standard bei der Behandlung von Bauchaortenaneurysmen vor.

Zuvor hatte Prof. Dr. med. Johannes Hoffmann, Chefarzt der Klinik, den Referenten freundlich begrüßt und als exzellent ausgebildeten endovaskulären Spezialisten, der zuletzt an der Universitätsklinik Heidelberg tätig war, vorgestellt. 

Im Mittelpunkt des Vortrags standen moderne offen-chirurgische und endovaskuläre Behandlungsverfahren sowie die individuelle Therapieplanung. Murtaja betonte, dass der Behandlungserfolg maßgeblich von der Erfahrung des behandelnden Zentrums und der Kompetenz des Behandlungsteams abhänge: Studien zeigen, dass Kliniken mit höheren Fallzahlen deutlich bessere Ergebnisse insbesondere bei der offenen Aneurysmatherapie (Operation) erzielen. Werden weniger als 50 Bauchaorten-Eingriffe pro Jahr durchgeführt, steigen unter anderem Komplikationsrate, Bedarf an Blutkonserven, Krankenhausaufenthaltsdauer und Mortalität. Die von Murtaja präsentierten Zahlen zeigen, dass am Elisabeth-Krankenhaus Essen in den letzten 10 Jahren über 100 Aneurysmaeingriffe jährlich durchgeführt wurden. Wegen kritischer Studienergebnisse für junge Patienten (<70 Jahre alt) mit Stentverfahren werden am Contilia Herz-und Gefäßzentrum seit 5 Jahren wieder etwa 30% der Eingriffe als offene Operationen durchgeführt. Hauptprobleme beim Stenting sind Leckagen, die durch das Wachstum der Aorta bedingt sind.

Ein weiterer Schwerpunkt war die individuelle sowie geschlechterspezifische Betrachtung von Bauchaortenaneurysmen. Da die Bauchaorta von Frauen im Durchschnitt schmaler ist als die von Männern, müssen Befunde und Behandlungsentscheidungen entsprechend differenziert bewertet werden. Grundsätzlich, so Murtaja, gebe es bei der Behandlung keine pauschalen Lösungen. Neben der Größe des Aneurysmas fließen stets weitere Faktoren wie Begleiterkrankungen, Alter, körperliche Verfassung und individuelle Lebensumstände in die Therapieentscheidung ein. Ziel sei eine sichere, leitliniengerechte und vor allem auf einzelne Patientinnen und Patienten zugeschnittene Behandlung. 

Im Anschluss nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit zum fachlichen Austausch und zur Diskussion eigener Patientenfälle.