Austausch für bessere Versorgung nach Schwangerschaftsverlust – World Café im Ruhr-Hotel in Essen setzt wichtige Impulse
Erstellt von Sabine Büns
30.01.2026 Elisabeth-Krankenhaus Essen, Frauengesundheit, Geburt
Mit großer Resonanz ist am Mittwoch, dem 28. Januar 2026, das World Café zur strukturierten Versorgung von Familien nach Schwangerschaftsverlust im Ruhr-Hotel durchgeführt worden. Über 100 Teilnehmende nutzten das offene Dialogformat. Betroffene Familien und unterschiedlichste Professionen – Gynäkolog:innen, Hebammen, Pflegefachkräfte, Psychotherapeut:innen, Seelsorger:innen, Trauerbegleiter:innen, Sozialarbeiter:innen u. v. m. – tauschten sich in diesem Format über viele Aspekte des Schwangerschaftsverlustes intensiv und wertschätzend aus.
Im Mittelpunkt des World Cafés standen zentrale Themen rund um die Diagnose und Geburt nach einem Schwangerschaftsverlust, den Prozess der Verabschiedung, die Begleitung der Betroffenen im Wochenbett und die Rückkehr in den Alltag, sowie bestehende oder fehlende Unterstützungsangebote. An zahlreichen Thementischen wurden Erfahrungen, Bedarfe, Herausforderungen und konkrete Ideen zusammengetragen und diskutiert.
Hintergrund der Veranstaltung ist ein Entschließungsantrag des Landtags Nordrhein-Westfalen aus dem Herbst 2024, der die Entwicklung eines Leitfadens für eine strukturierte Versorgung von betroffenen Familien auf den Weg gebracht hat. Ziel ist es, die vielfältigen bereits bestehenden Angebote zu bündeln, besser zu vernetzen und eine standardisierte, zugleich aber sensible und bedarfsorientierte Struktur zur Begleitung der Familien zu schaffen.
Das Projekt wird von der Sozialstiftung NRW gefördert und steht unter der Leitung von Frau Dr. Daniela Reitz, Chefärztin der Geburtshilfe und Perinatalmedizin am Elisabeth-Krankenhaus Essen. Wissenschaftlich begleitet wird der Prozess durch zwei Institute des Universitätsklinikums Köln; das Institut für Hebammenwissenschaften und das Institut für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie.
Die hohe Teilnehmerzahl und die lebhaften Diskussionen unterstrichen den großen Bedarf an Austausch und an klaren, gut abgestimmten Versorgungsstrukturen in dieser sensiblen Lebenssituation. Die im World Café gewonnenen Impulse fließen nun in die weitere Ausarbeitung in Form von vertiefenden Fokusgruppendiskussionen (wieder mit betroffenen Familien und den zahlreichen Professionen), um am Ende einen Leitfaden zu entwickeln, der zukünftig als praxisnahe Orientierungshilfe für alle beteiligten Professionen dienen und vor allem die betroffenen Familien umfassend unterstützen soll.
Das Organisationsteam zieht ein durchweg positives Fazit und bedankt sich bei allen Teilnehmenden für ihr großes Engagement, ihre Offenheit und ihren wertvollen Beitrag zu einem Thema, das lange Zeit zu wenig Raum hatte – nun aber gemeinsam und nachhaltig weiterentwickelt wird.
