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Ein neuer Blick ins Herz: Elli setzt auf modernste CT-Technik

05.09.2026 Elisabeth-Krankenhaus Essen, Contilia

Das neue Photon-Counting-CT liefert besonders genaue Bilder der Herzkranzgefäße. So können Erkrankungen früher erkannt und Behandlungen noch gezielter geplant werden.

Das Elisabeth-Krankenhaus Essen erweitert seine Möglichkeiten in der Herzdiagnostik. Mit dem neuen Photon-Counting-CT können das Herz, die Herzkranzgefäße und eingesetzte Stents besonders genau untersucht werden. Die moderne Technik liefert deutlich mehr Bildinformationen als bisherige CT-Geräte. Für Patient:innen ist die Untersuchung schnell, schonend und ohne Eingriff möglich.

„Wir freuen uns wie Kinder über die Möglichkeiten, die uns dieses Gerät bietet“, sagt Prof. Dr. Oliver Bruder, Chefarzt der Klinik für Kardiologie und Angiologie und Ärztlicher Direktor des Elisabeth-Krankenhauses. „Das neue CT ist eine tolle Investition in moderne Medizin und Prävention. Wir können Veränderungen früher erkennen und sehr viel genauer entscheiden, welche Behandlung für die einzelne Patientin, den einzelnen Patienten sinnvoll ist.“

Der 3 Tonnen schwere Photon-Counting-CT mit schwererem Gerät hat eine besondere Reise an seinen Platz in der Radiologie hinter sich. Mit einem großen Kran wurde er durch die Luft, über das Gebäude gehoben, um über ein ausgebautes Fenster in die Klinikräume eingebracht zu werden. „Ein echtes Spektakel, das viele Schaulustige auf dem Klara-Kopp-Weg hatte. Eine Aufmerksamkeit, die diese neue Generation der Computertomographie verdient“, so Prof. Dr. Oliver Bruder.

 

Erkrankungen früher erkennen

Die koronare Herzkrankheit (KHK) gehört zu den häufigsten Herzerkrankungen. Dabei verengen Ablagerungen die Herzkranzgefäße. Der Herzmuskel wird schlechter mit Blut und Sauerstoff versorgt. Mögliche Folgen sind Brustschmerzen, Herzschwäche oder ein Herzinfarkt. In Deutschland leben schätzungsweise vier bis fünf Millionen Erwachsene mit dieser Erkrankung.

Eine frühe und genaue Diagnose ist deshalb besonders wichtig. Mit einer Koronar-CT lassen sich die Herzkranzgefäße untersuchen, ohne dass ein Katheter bis zum Herzen vorgeschoben werden muss. In geeigneten Fällen kann die CT-Untersuchung dazu beitragen, eine Herzkatheteruntersuchung zu vermeiden. „Wir bekommen hier Bilder in einer Detailgenauigkeit, die wir uns bisher nicht vorstellen konnten“, freut sich Oberärztin Christina Karamarkou.

 

Besonders scharfe und detailgenaue Bilder

Das Photon als kleinstes Energiepaket der Röntgenstrahlung wird durch die neue Detektortechnologie unmittelbar in eine hochaufgelöste digitale Bildinformation umgewandelt. Diese Technik erzeugt sehr scharfe, hochaufgelöste Bilder mit einer Schichtdicke von bis zu 0,2 Millimetern. Selbst kleine Veränderungen können dadurch sichtbar werden. Man könne der Arteriosklerose quasi beim Wachsen zuschauen, schmunzelt Chefarzt Oliver Bruder.

Ein weiterer Vorteil zeigt sich bei stark verkalkten Herzkranzgefäßen: Kalk kann auf herkömmlichen CT-Bildern Teile des Gefäßes verdecken. Das neue System kann Kalk und Kontrastmittel getrennt darstellen. Ärzt:innen erkennen dadurch besser, wie weit ein Gefäß noch geöffnet ist und ob eine behandlungsbedürftige Verengung vorliegt.

Neu ist auch, dass sich Stents genauer beurteilen lassen. Ein Stent ist eine kleine Gefäßstütze, die ein verengtes Herzkranzgefäß offenhält. Die hochauflösenden Bilder helfen dabei zu erkennen, ob der Stent weiterhin offen ist oder sich darin erneut eine Engstelle gebildet hat. Diese Art der Untersuchung sei bisher mit dem CT nicht möglich gewesen.

„Wir erhalten aus einer einzigen Untersuchung sehr viele wichtige Informationen“, erklärt Christina Karamarkou, Oberärztin der Klinik für Kardiologie und Angiologie. „Damit können wir Diagnosen sicherer stellen und individualisierte Therapien besser umsetzen. Das bedeutet: Die Behandlung wird noch genauer auf den einzelnen Menschen und seine Erkrankung abgestimmt. Diese Möglichkeiten begeistern uns sehr.“

 

Mehr Sicherheit bei der Behandlungsplanung

Neben den Herzkranzgefäßen kann das Photon-Counting-CT auch die Durchblutung und mögliche Veränderungen des Herzmuskels darstellen. Die Ergebnisse helfen den beteiligten Fachabteilungen, gemeinsam die nächsten Behandlungsschritte festzulegen.

Die neue Technik sei besonders für die Untersuchungen des Herzens interessant, so Prof. Dr. Kai Naßenstein, Leitender Oberarzt der Klinik für Radiologie. „Die Herzgefäße sind besonders klein und hier ist die neue Technik ein großer Vorteil, aber am Ende profitieren alle Patient:innen.“ Je nach Untersuchung kann die moderne Technik zudem dabei helfen, die benötigte Menge an Kontrastmittel oder die Strahlendosis zu reduzieren. Beides wird immer individuell an die Patient:innen und die medizinische Fragestellung angepasst. 

Mit dem neuen Photon-Counting-CT stärkt das Elisabeth-Krankenhaus Essen seine nichtinvasive Herzdiagnostik. In diesem Jahr werden im Zentrum für kardiale Bildgebung, zu dem Kardiolog:innen, Radiolog:innen und ein großes Team von Medizinischen Technolog:innen für Radiologie (MTR) gehören, rund 3500 Herz-CT gemacht. In den nächsten Jahren möchte das Team rund 5000 dieser Untersuchungen jährlich durchführen.

 

Computertomograf – weitere Informationen

  • 1971 wurde erstmals ein Mensch mit einem Computertomografen untersucht. Die erste klinische Anwendung erfolgte am Gehirn.
  • Für Untersuchungen des Herzens waren die frühen CT-Geräte zu langsam. Die ständige Bewegung des Herzens führte zu unscharfen Bildern und Bildfehlern.
  • In den 1980er-Jahren ermöglichte das Elektronenstrahl-CT erstmals eine quantitative Messung von Kalkablagerungen in den Herzkranzgefäßen.
  • Ende der 1990er- und Anfang der 2000er-Jahre wurden sogenannte Mehrzeilen-CT-Geräte entwickelt. Sie waren schnell genug, um die Herzkranzgefäße zunehmend zuverlässig und ohne Herzkatheter darzustellen.
  • Seit etwa 2005 wird die Koronar-CT mit 64-Zeilen-Geräten regelmäßig im klinischen Alltag eingesetzt.
  • 2021 wurde in den USA erstmals ein Ganzkörper-Photon-Counting-CT von der Arzneimittel- und Medizinproduktebehörde FDA zugelassen.
  • Im Elisabeth-Krankenhaus Essen wird seit Beginn der 90er Jahre mit einem CT gearbeitet. 

Das neue Photon-Counting-CT im Elisabeth-Krankenhaus Essen gehört zu der NAEOTOM-Alpha-Klasse von Siemens Healthineers. 

 

Text: DR | Fotos: Monsters of Media