Kinderchirurgie in Essen: Zwei Standorte, ein Team
Erstellt von Sabine Büns
10.07.2026 Elisabeth-Krankenhaus Essen, Kinder- und Jugendmedizin
Die kinderchirurgische Versorgung in Essen wächst enger zusammen: Die Klinik für Kinder- und Jugendchirurgie des Elisabeth-Krankenhaus Essen und der Universitätsmedizin Essen arbeiten standortübergreifend als ein gemeinsames Team. Unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Berger profitieren Kinder, Jugendliche und ihre Familien von gebündelter Expertise, abgestimmten Behandlungsstandards und einer gemeinsamen medizinischen Verantwortung.
Für Familien bedeutet das: Die Entscheidung über den Behandlungsort richtet sich ausschließlich nach den medizinischen Erfordernissen des jeweiligen Kindes. Diagnostik, Therapieplanung und Nachsorge erfolgen standortübergreifend und eng abgestimmt. Die behandelnden Ärztinnen und Ärzte begleiten die Patientinnen und Patienten unabhängig vom Standort, sodass eine durchgängige Versorgung ohne Informationsverluste gewährleistet ist.
Dabei ergänzen sich die beiden Häuser mit ihren jeweiligen Schwerpunkten optimal:
An der Universitätsmedizin Essen werden insbesondere hochkomplexe Eingriffe durchgeführt, beispielsweise bei onkologischen Erkrankungen, bei angeborenen Entwicklungsstörungen der Leber, der Gallenwege und/oder der Gallenblase – oder wenn eine intensivmedizinische Betreuung von Kindern nach dem ersten Lebensjahr erforderlich ist.
Am Elisabeth-Krankenhaus Essen werden vor allem ambulante, elektive und minimal-invasive Eingriffe gebündelt. Eine besondere Expertise besteht bei der Behandlung kindertraumatologischer und sportchirurgischer Fälle. Ein weiterer Schwerpunkt liegt künftig auf der Chirurgie anorektaler Fehlbildungen einschließlich des Morbus Hirschsprung - einer angeborenen Fehlbildung des Darms, die zum Darmverschluss führen kann.
Auch personell ist die Zusammenarbeit eng verzahnt. Die Ärztinnen und Ärzte arbeiten standortübergreifend, rotieren zwischen beiden Häusern und teilen Wissen, Erfahrung und operative Expertise kontinuierlich. Neben Prof. Dr. Michael Berger sind unter anderem Dr. Jan Sabo, Dr. Martin May sowie Dr. Sebastian Beltz in die gemeinsame Versorgung eingebunden. Die Weiterbildung der Assistenzärztinnen und Assistenzärzte erfolgt an beiden Standorten. Die Kooperation stärkt entsprechend nicht nur die Patient:innenversorgung, sondern auch die Ausbildung des medizinischen Nachwuchses: Insgesamt arbeiten inzwischen 17 Ärztinnen und Ärzte in einem gemeinsamen kinderchirurgischen Team zusammen. Zudem hat sich die Zahl der Bewerbungen von Assistenzärztinnen und Assistenzärzten nach Angaben der Verantwortlichen verdoppelt.
Mit rund 1.650 Operationen im vergangenen Jahr bilden beide Standorte bereits heute gemeinsam eines der größten kinderchirurgischen Zentren im Ruhrgebiet. Für das laufende Jahr wird ein weiterer Anstieg erwartet; perspektivisch sollen jährlich rund 2.000 Operationen durchgeführt werden, um Kinder und Jugendliche aus Essen und der Region bestmöglich zu versorgen.
„Unser Ziel ist es, die kinderchirurgische Versorgung in Essen als gemeinsames, leistungsstarkes Zentrum weiterzuentwickeln. Wir bündeln die Stärken beider Standorte und schaffen für Familien eine klare, verlässliche Struktur – immer mit dem Anspruch, jedem Kind die bestmögliche Behandlung zu bieten“, so Berger. Der Chefarzt freut sich, dass dank der Kooperation jede Familie genau das bekommt, was sie für ihr Kind braucht.
