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Meilenstein für kliniknahe Forschung

03.02.2026 Philippusstift, St. Marien-Hospital Mülheim an der Ruhr, Contilia

Lehrstuhlprojekt von Prof. Dr. med. Marcus Jäger erhält zentrale Förderung im Landesprogramm „Gesünder.IN.NRW“

Ein bedeutender Meilenstein für die kliniknahe Forschung: Das St. Marien-Hospital Mülheim an der Ruhr profitiert maßgeblich von der Förderung des Essener Lehrstuhlprojekts von Prof. Dr. med. Marcus Jäger, Direktor der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Wiederherstellungschirurgie in Mülheim an der Ruhr und am Philippusstift Essen.

Im Rahmen der dritten Förderrunde des Innovationswettbewerbs „Gesünder.IN.NRW“ werden landesweit 15 zukunftsweisende Projekte aus Medizin, Lebenswissenschaften und Gesundheit mit insgesamt rund 28,4 Millionen Euro unterstützt. Drei dieser Vorhaben sind an der Universität Duisburg-Essen angesiedelt und erhalten zusammen mehr als vier Millionen Euro. Ein herausragender Erfolg: Rund die Hälfte dieser Fördersumme fließt in das Konsortium des Lehrstuhls für Orthopädie und Unfallchirurgie (Univ.-Prof. Marcus Jäger).

„Diese Förderung ist ein großer Erfolg für den Lehrstuhl und unsere Kooperationspartner sowie ein starkes Signal für die kliniknahe Innovationskraft. Mit SmartPODS entwickeln wir Lösungen, die Patientinnen und Patienten direkt zugutekommen und gleichzeitig neue Maßstäbe in der digitalen orthopädischen Versorgung setzen“, betont Prof. Dr. med. Marcus Jäger erfreut.

Digitale Innovation für Orthopädie, Unfallchirurgie und Endoprothetik

Im Zentrum des geförderten Projekts steht die Entwicklung eines sektorenübergreifenden Decision-Support-Systems für die Orthopädie und Unfallchirurgie. Grundlage sind präzise Bewegungsanalysen und ein automatisiertes klinisches Scoring. Ziel ist eine intelligente Softwarelösung, die mithilfe moderner KI-Algorithmen patientenindividuelle Verlaufsdaten auswertet und behandelnden Ärztinnen und Ärzten unmittelbar klinisch interpretierbare Entscheidungsgrundlagen liefert.

Die Anwendung ist konsequent praxisnah ausgerichtet und verfolgt den Anspruch bereits in der Entwicklungsphase die hohen Anforderungen an ein zukünftiges Medizinprodukt zu erfüllen. Die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten werden interdisziplinär begleitet. Beteiligt sind neben Orthopäden und Unfallchirurgen auch Ingenieure (Lehrstuhl für Mechanik), sowie Software-Entwickler und Medizintechniker in NRW. Aber auch Patientenselbsthilfegruppen, Krankenkassen und weitere Akteuren des Gesundheitswesens werden in die Entwicklung eingebunden. So entsteht eine Lösung, welche Forschung, medizinische Qualität, Versorgungsrealität und Patientennutzen gleichermaßen berücksichtigt.

SmartPODS: Intelligente Reha-Begleitung nach orthopädischen Eingriffen

Ein zentraler Baustein ist das Projekt SmartPODS. Es verfolgt das Ziel, die Rehabilitation nach orthopädischen Operationen telemedizinisch zu unterstützen. Das tragbare, intelligente System liefert kontinuierlich relevante Patientendaten, die direkt klinisch be- und verwertet werden können. So wird eine engmaschige, individuelle Betreuung auch im häuslichen Umfeld möglich.

SmartPODS soll langfristig dazu beitragen,

  • die Behandlungsqualität zu steigern,
  • Therapieprozesse effizienter zu gestalten,
  • personelle Ressourcen gezielt einzusetzen und
  • Kosten im Gesundheitssystem nachhaltig zu senken.

Das Programm „Gesünder.IN.NRW“ wird durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EU) und das Land NRW finanziert. Ein unabhängiger Begutachtungsausschuss wählt die Projekte aus. Der Fokus der aktuellen Förderrunde liegt insbesondere auf Digitalisierung und Biotechnologie zur Stärkung der europäischen technologischen Eigenständigkeit.

 

Bildzeile: Prof. Dr. med. Marcus Jäger, Direktor der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Wiederherstellungschirurgie am St. Marien-Hospital Mülheim an der Ruhr und am Philippusstift, leitet das geförderte Forschungsprojekt zur Entwicklung eines KI-gestützten Decision-Support-Systems für die orthopädische Versorgung. Foto: Team Köhring / SMH