St. Marien-Hospital startet Prozess zur Zertifizierung als selbsthilfefreundliches Krankenhaus
Erstellt von Louisa Boscheck
18.06.2026 St. Marien-Hospital Mülheim an der Ruhr, Contilia
Das St. Marien-Hospital Mülheim an der Ruhr hat im Rahmen einer Auftaktveranstaltung den Startschuss für den strukturierten Aufbau einer engeren Zusammenarbeit mit regionalen Selbsthilfegruppen gegeben. Ziel ist die zukünftige Zertifizierung als selbsthilfefreundliches Krankenhaus im Rahmen des bundesweiten Projekts „Selbsthilfefreundlichkeit und Patientenorientierung im Gesundheitswesen“.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand das gegenseitige Kennenlernen: Die Selbsthilfe Mülheim – das Selbsthilfe-Büro des Paritätischen NRW – stellte ihre Arbeit im Krankenhaus vor und trat gemeinsam mit Vertreter:innen verschiedener Selbsthilfegruppen mit Mitarbeitenden des St. Marien-Hospitals in den Austausch.
Eingeladen waren unter anderem die Grenzgänger, Selbsthilfegruppe für Borderline Betroffene, die Deutsche ILCO, die AA Mülheim, die DMSG Mülheim, die Deutsche Rheuma-Liga Mülheim, der Kreuzbund Mülheim, die Selbsthilfegruppe Lipödem, „Das überforderte Ich – Leben mit Burnout und Depressionen“, „Gemeinsam statt einsam“ – Angehörigengruppe Blaues Kreuz sowie Ansprechpartner:innen weiterer Gruppen, etwa aus den Bereichen Depression und Glücksspielsucht.
Sabrina Block, Selbsthilfebeauftragte des St. Marien-Hospitals und Mitarbeiterin im Qualitätsmanagement, sowie Dr. Natali Kirstein, Chefärztin der Klinik für Psychosomatische Medizin, informierten gemeinsam über die Bedeutung von Selbsthilfeangeboten für Patient:innen und Angehörige und die geplante Vertiefung der Zusammenarbeit.
Dr. Natali Kirstein betont: „Selbsthilfeangebote sind ein enorm wichtiger Bestandteil in der Behandlung, Rückfallprophylaxe sowie Prävention von Erkrankungen. Sie helfen außerdem dabei, bestehende Stigmatisierungen abzubauen und Betroffenen den Zugang zu Hilfen zu erleichtern. Daher ist das Projekt ‚Selbsthilfefreundliches Krankenhaus‘ für uns eine echte Herzensangelegenheit. Wir freuen uns sehr über das große Interesse der Selbsthilfegruppen und möchten die Zusammenarbeit künftig noch enger und strukturierter gestalten.“
Das St. Marien-Hospital arbeitet bereits seit vielen Jahren eng mit dem Selbsthilfe-Büro Mülheim sowie verschiedenen regionalen Selbsthilfegruppen zusammen. Diese Kooperation soll im Rahmen des Projekts systematisch weiterentwickelt und nachhaltig im Krankenhaus verankert werden.
Selbsthilfegruppen bieten Menschen mit Erkrankungen oder belastenden Lebenssituationen die Möglichkeit, Erfahrungen zu teilen, Informationen auszutauschen und sich gegenseitig zu stärken. Auch Angehörige finden dort Unterstützung und Entlastung im Umgang mit schwierigen Situationen.
Menschen, die Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe suchen, können sich an die Selbsthilfebeauftragte des St. Marien-Hospitals wenden. Gerne wird ein passender Kontakt vermittelt.
Text: LB, Foto: LB
