WHO-Auszeichnung für familienorientierte Geburtshilfe
Erstellt von Sabine Büns
28.07.2026 Elisabeth-Krankenhaus Essen, Frauengesundheit, Geburt, Kinder- und Jugendmedizin
Das Elisabeth-Krankenhaus Essen ist als „Babyfreundliches Krankenhaus“ ausgezeichnet worden. Die Zertifizierung nach den Kriterien der WHO und UNICEF bestätigt offiziell, was Eltern in der Geburtshilfe des Krankenhauses seit vielen Jahren erleben: eine besonders familienorientierte, bindungsfördernde und stillfreundliche Betreuung von Beginn an.
Die Auszeichnung ist zugleich das Ergebnis eines intensiven Entwicklungsprozesses. In den vergangenen Jahren hat das Elisabeth-Krankenhaus Essen seine familienorientierte Geburtshilfe konsequent weiterentwickelt und den Fokus auf Stillförderung, Bonding und bindungsorientierte Begleitung noch stärker in allen Bereichen verankert. Zahlreiche Schulungen, gemeinsame Standards und die enge Zusammenarbeit von Geburtshilfe, Kinderklinik, Pflege, Hebammen und Elternschule haben dazu beigetragen, die hohen Anforderungen der WHO/UNICEF-Initiative nachhaltig im Klinikalltag zu etablieren. Die Zertifizierung würdigt damit nicht nur den aktuellen Qualitätsstandard, sondern auch den langen Weg, den das Team gemeinsam gegangen ist.
Hinter der erfolgreichen Zertifizierung steht ein engagiertes, interdisziplinäres Projektteam: Sandra Altenfeld, Stillbegleiterin, Nicole Hindenburg, Leitung der Station Maria, Mareike Doerper, Leitende Hebamme, Dr. Daniela Reitz, Chefärztin der Frauenklinik, und Daniel Witt, Referent der Geschäftsführung, haben den Prozess über knapp zwei Jahre hinweg maßgeblich gestaltet. Sie koordinierten Schulungen, entwickelten Strukturen weiter und führten die vielen einzelnen Maßnahmen zusammen, die letztlich zur Zertifizierung führten.
„Die Auszeichnung ist für uns eine schöne Bestätigung dessen, was wir in den vergangenen Jahren gemeinsam aufgebaut haben. Sie zeigt, wie viel Engagement und Herzblut in diesem Thema steckt“, sagt Sandra Altenfeld. Zugleich betont sie, dass hinter dem Erfolg weit mehr Menschen stehen als das Projektteam allein: Mehr als 200 Mitarbeitende der Kinder- und Frauenklinik haben sich schulen lassen und die babyfreundliche Ausrichtung in ihrem jeweiligen Arbeitsbereich mit Leben gefüllt. „Die Zertifizierung trägt deshalb die Handschrift vieler Kolleginnen und Kollegen, die jeden Tag für Familien da sind.“
Mehr als 200 Mitarbeitende gemeinsam geschult
Ein zentraler Bestandteil auf dem Weg zur Zertifizierung war die umfassende Qualifizierung des gesamten Teams der Kinder- und Frauenklinik. Mehr als 200 Mitarbeitende – von Ärztinnen und Ärzten über Hebammen bis hin zu Pflegekräften – wurden intensiv zu den Themen Stillförderung, Bindungsaufbau und familienorientierte Versorgung geschult. Die Schulungen erfolgten gemeinsam mit dem Deutschen Ausbildungsinstitut für Stillbegleitung (DAIS).
Darüber hinaus wurden spezielle Stillbegleiterinnen ausgebildet, die werdenden und frischgebackenen Eltern mit fachlicher Unterstützung zur Seite stehen. Ergänzt wird dieses Angebot durch das umfangreiche Kurs- und Beratungsprogramm von Ellis Elternschule, die Familien bereits vor der Geburt begleitet und auch nach der Entbindung wichtige Unterstützung bietet.
Die Bedürfnisse von Eltern und Kindern im Mittelpunkt
Die WHO/UNICEF-Initiative „Babyfreundlich“ verfolgt das Ziel, Eltern beim Aufbau einer sicheren Bindung zu ihrem Kind und beim Stillen bestmöglich zu unterstützen. Die sogenannten „Zehn Schritte zum Babyfreundlichen Krankenhaus“ bilden hierbei die Grundlage. Dazu gehören unter anderem unmittelbarer Hautkontakt nach der Geburt, intensive Beratung zum Stillen, Rooming-in sowie die konsequente Förderung der Eltern-Kind-Bindung.
Diese Prinzipien werden im Elisabeth-Krankenhaus Essen bereits seit Jahren gelebt. Mütter, Väter und Familien erhalten umfassende Beratung und individuelle Begleitung – unabhängig davon, welchen Weg sie für die Ernährung oder Versorgung ihres Kindes wählen. Ziel ist es stets, Familien Sicherheit zu geben und ihnen einen guten Start ins gemeinsame Leben zu ermöglichen.
Größtes Hebammenteam der Region
Mit knapp 3.000 Geburten jährlich zählt die Geburtshilfe des Ellis zu den größten Geburtskliniken Nordrhein-Westfalens. Gleichzeitig verfügt die Klinik mit 48 festangestellten Hebammen über das größte Hebammenteam im regionalen Umfeld. Sechs modern ausgestattete Kreißsäle ermöglichen eine individuelle und kontinuierliche Betreuung jeder einzelnen Geburt.
Gerade diese Kombination aus hoher Erfahrung und persönlicher Begleitung ist ein wichtiger Erfolgsfaktor. Trotz der großen Zahl an Geburten steht jede Familie mit ihren individuellen Bedürfnissen im Mittelpunkt.
Natürliche Geburt und maximale Sicherheit
Eine besondere Stärke der Klinik liegt in der Verbindung von individueller Geburtshilfe und maximaler medizinischer Sicherheit. So bietet der Hebammenkreißsaal Frauen mit unkomplizierter Schwangerschaft die Möglichkeit, eine besonders natürliche und selbstbestimmte Geburt ausschließlich in Begleitung einer Hebamme zu erleben.
Gleichzeitig verfügt das Krankenhaus über die Infrastruktur eines Perinatalzentrums Level 1, der höchsten Versorgungsstufe für Schwangere, Früh- und Neugeborene in Deutschland. Die enge räumliche und fachliche Zusammenarbeit von Geburtshilfe, Neu- und Frühgeborenenmedizin, Kinderchirurgie sowie Anästhesie ermöglicht auch bei unvorhergesehenen Komplikationen eine schnellstmögliche Versorgung. Sämtliche relevanten Fachdisziplinen stehen rund um die Uhr zur Verfügung. Die verschiedenen Disziplinen befinden sich auf einer Etage, so dass Wöchnerinnen auch im Fall von Komplikationen stets nur wenige Schritte von ihren Neugeborenen trennen.
Damit vereint das Elisabeth-Krankenhaus Essen zwei Aspekte, die werdenden Eltern besonders wichtig sind: die Möglichkeit einer individuellen, familienorientierten Geburt und die Gewissheit, im Bedarfsfall jederzeit auf höchste medizinische Expertise zurückgreifen zu können.
Auszeichnung für ein ganzes Team
Die Zertifizierung „Babyfreundliches Krankenhaus“ ist deshalb vor allem eine Auszeichnung für das Engagement der Mitarbeitenden aus Geburtshilfe, Frauenklinik, Kinderklinik, Pflege, Therapie und Elternschule. Gemeinsam sorgen sie jeden Tag dafür, dass Familien nicht nur medizinisch hervorragend versorgt werden, sondern sich auch menschlich gut aufgehoben fühlen.
Mit dem offiziellen WHO/UNICEF-Siegel erhält dieses Engagement nun die Anerkennung, die es verdient.
