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Geht die Geburt jetzt los?

Nicht jede Wehe leitet die Geburt ein

Im Verlauf einer Schwangerschaft erleben Frauen verschiedene Arten von Wehen. Diese können sich in Intensität, Häufigkeit und Dauer stark unterscheiden. 

Es ist wichtig, zwischen den unterschiedlichen Wehenarten zu unterscheiden, um festzustellen, ob es sich bereits um Geburtswehen handelt oder ob es sich um eine andere Form von Wehentätigkeit handelt, die keine unmittelbare Geburt anzeigt.

Überblick über die wichtigsten Wehenarten

Wie Schwangere echte Geburtswehen erkennen können

Vorwehen, auch als Senk- oder Übungswehen bekannt, sind Kontraktionen, die oft schon im letzten Drittel der Schwangerschaft auftreten. Diese Wehen sind in der Regel unregelmäßig, nicht schmerzhaft oder nur leicht unangenehm. Sie haben die Aufgabe, die Muskulatur der Gebärmutter zu stärken und den Körper auf die Geburt vorzubereiten. Vorwehen können zu jeder Tageszeit auftreten und sind meistens nicht mit einer Veränderung des Muttermundes verbunden.

Merkmale von Vorwehen

  • Unregelmäßig in Häufigkeit und Intensität
  • Keine Veränderung am Muttermund
  • Meist keine starke Schmerzen, sondern ein leichtes Ziehen
  • Hören nach einer kurzen Zeit auf, oft nach einer Veränderung der Körperposition oder nach Entspannung

In der Latenzphase wird die erste Phase der Geburt eingeleitet. Die Wehentätigkeit ist wechselnd in Häufigkeit, Intensität und Schmerzhaftigkeit. Der Muttermund öffnet sich in dieser Phase bis 5 Zentimeter. 

Diese Phase kann sich über mehrere Tage hinwegziehen, in einigen Fällen sind es nur wenige Stunden. 

Merkmale dieser Geburtsphase

  • Unregelmäßige Wehen, die auch wieder nachlassen können. Nicht zwingend kontinuierlicher Rhythmus
  • Schmerzen im Bauch oder unteren Rücken
  • Häufig treten diese Wehen nachts auf und können durch Bewegung oder eine Veränderung der Position etwas nachlassen
  • Langsame Öffnung des Muttermundes. Kleine Gefäße im stark durchbluteten Muttermund können einreißen und eine Schmierblutung erzeugen

Geburtswehen sind die entscheidenden Kontraktionen, die den Muttermund vollständig auf 10 Zentimeter öffnen. Sie kommen regelmäßig und werden zunehmend stärker und länger. Während dieser Wehen zieht sich die Gebärmutter zusammen, um das Baby durch den Geburtskanal zu bewegen. 

Merkmale von Geburtswehen

  • Regelmäßig in Abständen, die zunehmend kürzer werden (zum Beispiel alle 10 Minuten, dann alle 5 Minuten und schließlich alle 2 bis 3 Minuten)
  • Die Intensität nimmt mit jeder Wehe zu
  • Schmerzhaft, meist als starke Krämpfe oder ziehende Schmerzen im Unterbauch und Rücken
  • Der Muttermund öffnet sich vollständig
  • Der Abgang von Fruchtwasser kann deutlich vor, aber auch während Geburt stattfinden (blutiger, grüner oder klarer Ausfluss) (Sprungmarke)

Wann sollten Sie ins Krankenhaus fahren?

Die Entscheidung, wann man ins Krankenhaus fahren sollte, ist nicht immer eindeutig, da jede Geburt individuell verläuft. Es gibt jedoch einige allgemeine Richtlinien, die helfen können:

  • Regelmäßige, schmerzhafte Wehen
    Wenn die Wehen regelmäßig alle 5 Minuten oder weniger auftreten und der Schmerz zunimmt, deutet dies auf den Beginn der aktiven Geburtsphase hin. Dies ist der Zeitpunkt, um ins Krankenhaus zu fahren.
  • Fruchtwasserabgang
    Sollte das Fruchtwasser abgehen, ist es wichtig, sich zeitnah auf den Weg ins Krankenhaus zu mache, um zu schauen, wie es dem Baby geht und Infektionszeichen zu kontrollieren.
  • Blutungen
    Wenn starke Blutungen auftreten, die über eine Schmierblutung hinausgehen, sollte man sofort ins Krankenhaus fahren, da dies auf eine mögliche Komplikation hindeuten kann. Blutungen in der Intensität einer Periodenblutung sind ein Grund, unmittelbar ins Krankenhaus zu fahren. Sollte niemand Sie fahren können, rufen Sie einen Krankenwagen (112).
    Sie sind sich unsicher, wie der Schleimpfropfen aussieht? Nicht immer löst er sich „in einem Stück“ – viele Schwangere verlieren den Schleimpfropfen Stück für Stück und nehmen den Abgang nicht wahr. In einigen Fällen löst er sich auch erst unter der Geburt. Wichtig: Das Lösen des Schleimpfropfens gibt keinen Hinweis auf den Zeitpunkt der Geburt.
  • Wasserverlust
    Bei einem plötzlichen Verlust von Fruchtwasser (unabhängig davon, ob es klar oder grünlich ist), ist es wichtig, sofort medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen, um sicherzustellen, dass es keine Infektionen oder Komplikationen gibt.

Wenn die Wehen so intensiv werden, dass es nicht mehr möglich ist, sie zu bewältigen, oder wenn man Schwierigkeiten hat, sich während der Wehen zu entspannen, ist dies ebenfalls ein Zeichen dafür, dass der Geburtsprozess fortschreitet.

Es ist nicht ungewöhnlich, vor der Geburt mit „falschem Alarm“ in den Kreißsaal zu kommen. Auch wenn Sie sich nicht sicher sind, ob die Geburt tatsächlich beginnt – kommen Sie mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin vorbei, denken Sie an Ihre Kliniktasche und lassen Sie uns gemeinsam sehen, ob Ihr Kind schon bereit ist, das Licht der Welt zu erblicken.