Leistungsspektrum

St. Marien-Hospital Mülheim an der Ruhr

Leistungsspektrum

Klinik für Nieren- und Hochdruckerkrankungen, Diabetologie

Die Klinik ist spezialisiert auf die Diagnose, Behandlung und Betreuung von Patienten mit Erkrankungen der Nieren, Bluthochdruck und Diabetes.

Wir bieten eine umfassende medizinische Betreuung für Patienten mit komplexen und oft miteinander verbundenen Gesundheitsproblemen, indem wir spezialisierte Behandlungsstrategien und eine multidisziplinäre Herangehensweise kombinieren.

Nierenerkrankungen

Nierenerkrankungen (Nephropathien) können akut oder schleichend (chronisch) verlaufen, meistens bemerken die Betroffenen in letzterem Fall lange Zeit gar keine körperlichen Beeinträchtigungen. Die zugrundeliegenden Ursachen können dabei höchst unterschiedlich sein, die Folgen von Nierenerkrankungen sind Störungen der verschiedenen Organfunktionen mit zum Teil lebensbedrohlichen Komplikationen.

Hauptaufgabe der äußerst gut durchbluteten Nieren ist die Ausscheidung von Endprodukten des Stoffwechsels sowie von Giftstoffen und die Regelung des Wasser-, Elektrolyt- und Säure-Base-Haushalts. Des Weiteren sind sie als hormonproduzierendes Organ an der Blutdruckregulation beteiligt und spielen eine wichtige Rolle für die Bildung roter Blutkörperchen. Auch der Knochenstoffwechsel wird durch die Nieren beeinflusst.

Die in Deutschland häufigsten Ursachen für eine chronische Nierenerkrankung sind Diabetes mellitus und Bluthochdruck (Arterielle Hypertonie). Es gibt aber auch genetisch bedingte Nierenerkrankungen oder Funktionsstörungen durch Autoimmunerkrankungen. Nicht selten sind die Nieren durch eine Beteiligung im Rahmen von zugrundeliegenden bösartigen oder rheumatologischen Erkrankungen in ihrer Struktur gestört und damit in der Leistung beeinträchtigt. Auch gehen Erkrankungen des Herzens und der Nieren oftmals miteinander einher (kardio-renales Syndrom).

Da Nierenerkrankungen meist stumm verlaufen, sind regelmäßige Funktionsuntersuchungen sinnvoll, insbesondere bei Risikopatient:innen (Patient:innen mit Bluthochdruck, Diabetes mellitus, rheumatologischen Erkrankungen, Nierenerkrankungen in der Familie). In vielen Fällen können durch eine gezielte Befragung (Anamnese), körperliche Untersuchung, Blut- und Urinuntersuchungen sowie Ultraschall schon viele Erkenntnisse gewonnen werden, mitunter wird eine Nierenbiopsie benötigt.

Behandlung sämtliche Nierenerkrankungen 

  • Dialysepatient:innen
  • Patient:innen mit Bluthochdruck
  • Patient:innen mit Diabetes mellitus
  • Patienten mit rheumatologischen Erkrankungen 
  • Patient:innen mit einem Nierentransplantat
  • Diagnostik zur Abklärung akuter und chronischer Nierenerkrankungen einschließlich Nierenbiopsien 

Stationäre Dialysepatienten werden im St. Marien-Hospital Mülheim in einer modernen Dialyseabteilung kompetent betreut.

Bei einer akuten Nierenschädigung kommt es zu einer raschen Verschlechterung der Nierenfunktion. Typischerweise stellen Ärzte diese Diagnose, wenn der Kreatinin-Wert im Blut abrupt um 0,3 mg/dl ansteigt. Ursächlich können strukturelle Schädigungen in der Niere sein, aber auch eine unzureichende Durchblutung oder ein Harnabflusshindernis. Durch eine gezielte Patientenbefragung (Anamnese), körperliche Untersuchung, Ultraschall, Blut- und Urinuntersuchungen sowie ggf. eine Nierenbiopsie wird die Ursache erkannt und eine zielgerichtete Therapie eingeleitet.

Die Therapie der akuten Nierenschädigung richtet sich nach der Ursache. Manchmal reichen bereits Infusionen und Medikamentenanpassungen, bei schweren Verlaufsformen (z.B. gewisse Formen der Nierenkörperchen-Entzündung (Glomerulonephritis)) werden Medikamente benötigt, die die Körperabwehr (das Immunsystem) unterdrücken. Zudem kann es bei schweren, akuten Nierenfunktionsstörungen notwendig sein, eine Blutwäsche einzuleiten. Idealerweise kann diese im Verlauf wieder beendet werden, wenn die Therapie greift und sich die Nieren wieder erholen. Im Gegensatz zur chronischen Nierenschädigung ist bei akuten Formen oftmals eine komplette Erholung der Nierenfunktion möglich.

Von einer chronischen Niereninsuffizienz (chronische Nierenschwäche) sprechen Ärzte, wenn eine Nierenfunktionsstörung über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten vorliegt. Dabei muss die Entgiftungsfunktion auf mindestens ca. 50 % abgefallen, oder die Niere in ihrer Filterfunktion gestört sein. Letzteres macht sich durch die Ausscheidung von Eiweiß im Urin (Proteinurie) bemerkbar. Die Nieren beinhalten sehr viele Nierenkörperchen (Glomeruli), diese funktionieren bildlich gesprochen wie ein Nudelsieb. Bei Strukturschäden der Nierenkörperchen ist dieses Sieb also undicht, es geht nicht nur Wasser hindurch, sondern es tauchen Spaghetti im Abfluss auf (= Eiweiße im Urin). Ist die Eiweißausscheidung über den Urin sehr hoch, bemerken die Patient:innen mitunter schäumenden Urin oder auch Wassereinlagerungen trotz normaler Urinmenge.

Die in Deutschland häufigsten Ursachen für chronische Nierenerkrankungen sind Diabetes mellitus und Bluthochdruck (Arterielle Hypertonie). Es gibt aber auch genetisch bedingte Nierenerkrankungen (z.B. Zystennieren) oder Autoimmunerkrankungen, die die Nieren direkt befallen. Nicht selten sind die Nieren durch eine Beteiligung im Rahmen von zugrundeliegenden bösartigen oder rheumatologischen Erkrankungen in ihrer Struktur gestört und damit in der Leistung beeinträchtigt. Auch gehen Erkrankungen des Herzens und der Nieren oftmals miteinander einher (kardio-renales Syndrom). Im Gegensatz zur akuten Nierenschädigung sind bereits lange bestehende Strukturschäden der Nieren irreversibel, ähnlich einer Narbe an der Haut.

Die chronische Nierenschwäche bleibt in den meisten Fällen lange symptomlos, das heißt die Patienten bemerken die Erkrankung nicht. Oftmals fallen erst in einem fortgeschrittenen Stadium nachlassende Urinproduktion, Wassereinlagerungen, Luftnot oder hohe Blutdruckwerte auf. Die Ärzte können jedoch schon früher im Blut und Urin die Funktionsstörung nachweisen und außerdem die Konsequenzen der gestörten Organfunktionen sehen. So liegen bei diesen Patient:innen häufig eine Blutarmut, eine Blut-Übersäuerung sowie eine Störung des Knochenstoffwechsels vor. Was häufig nicht bekannt ist, sind die negativen Auswirkungen der Nierenschwäche auf das Herz-Kreislauf-System. Eine chronische Nierenerkrankung ist ein kardiovaskulärer Risikofaktor (wie auch beispielsweise Diabetes mellitus oder Bluthochdruck) und führt somit zu einer Gefäßverkalkung mit Auswirkungen auf die von diesen Gefäßen mit Blut versorgten Organe (z.B. Herz und Gehirn).

Durch eine gezielte Patient:innenbefragung (Anamnese), körperliche Untersuchung, Ultraschall, Blut- und Urinuntersuchungen sowie ggf. eine Nierenbiopsie wird die Ursache der Nierenerkrankung erkannt und eine zielgerichtete Therapie eingeleitet.

Die Aufgabe von Nierenspezialisten ist es, das Fortschreiten der Nierenerkrankung zu bremsen. Dies gelingt im Idealfall durch eine ursächliche Therapie (zum Beispiel bei Autoimmunerkrankungen). Ist dies nicht möglich, gilt es durch den Einsatz nierenschützender Medikamente sowie optimaler Einstellung von beispielsweise Bluthochdruck und Diabetes mellitus, den Funktionsverlust aufzuhalten. Des Weiteren ist es wichtig, die unzureichende Organfunktion durch Medikamente zu unterstützen (z.B. Behandlung einer Blutübersäuerung)  - auch hierdurch lässt sich teilweise ein Nierenschutz erreichen. Im Idealfall lässt sich mit diesen Maßnahmen auch bei fortgeschrittener Nierenschwäche die Blutwäsche vermeiden bzw. lange hinauszögern. Durch das in unserer Klinik vorhandene Fachwissen werden nicht nur Nierenerkrankungen kompetent behandelt, sondern auch die weiteren Risikoerkrankungen für das Herz-Kreislauf-System (Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen) abgedeckt und die Patienten erhalten Therapiekonzepte „aus einer Hand“.

Bei Patient:innen mit fortschreitender Niereninsuffizienz wird eine Blutwäsche im Regelfall erst notwendig, wenn über 90 % der Nierenfunktion erloschen sind. Dabei gibt es nicht den einen Blutwert, der die Grenze darstellt. Der exakte Zeitpunkt wird vom behandelnden Nephrologen individuell ermittelt. Mitunter kann eine, trotz Medikamenten, unzureichende Entwässerung auch bei besserer Nierenfunktion eine Nierenersatztherapie notwendig machen. Die Nierentransplantation ist eine weitere Therapiemöglichkeit und kommt für sehr viele Patient:innen in Frage. Mit Eintritt der Dialysepflicht klären Nierenspezialisten über die verschiedenen Nierenersatzverfahren (Hämodialyse, Peritonealdialyse, Nierentransplantation) ausführlich auf.

Hochdruckerkrankungen

Bluthochdruck (Arterielle Hypertonie, kurz: Hypertonie) ist in Deutschland eine Volkskrankheit. Sie ist ein wichtiger kardiovaskulärer Risikofaktor; also eine Erkrankung, die zu Schäden an Gefäßen, Herz, Gehirn und Nieren führen kann.

Eine Hypertonie bereitet meistens keine Beschwerden, daher wird die Diagnose häufig bei einer Vorsorgeuntersuchung oder bei sonstigen medizinischen Eingriffen als Zufallsbefund gestellt. Da auch eine asymptomatische Hypertonie zu Schäden an den Organen führen kann, ist eine frühzeitige Diagnose und Therapie von entscheidender Bedeutung. Im Regelfall tritt die „gewöhnliche“ (essentielle) Hypertonie im fortgeschrittenen Erwachsenenalter auf. Bei zugrundeliegenden, blutdrucksteigernden Erkrankungen (z.B. Hormonstörungen oder Nierenerkrankungen) können jedoch auch jüngere Patient:innen von schweren Formen betroffen sein. Die Diagnose Arterielle Hypertonie zieht bei allen Patient:innen eine grundlegende Diagnostik (Basisdiagnostik) nach sich. Bei ausgewählten Fällen wird eine sehr detaillierte Ursachenforschung betrieben. Die Therapie der Hypertonie besteht aus nicht-medikamentösen Maßnahmen sowie ggf. einer medikamentösen Therapie, welche heute mit potenten und gut verträglichen Wirkstoffen durchgeführt werden kann.

Bluthochdruck – Arten

Über 90 % der betroffenen Patient:innen leiden an „gewöhnlichem“, im Alter auftretendem Bluthochdruck. Hier liegt also keine eigene Erkrankung den erhöhten Werten zugrunde, sondern Gene und Lebensstil (z.B. Übergewicht, salzreiche Kost) sind verantwortlich.

Bei Patient:innen mit sekundärem Bluthochdruck ist eine eigene, zugrundeliegende Erkrankung der Grund für die erhöhten Blutdruckwerte. Mögliche Ursachen sind Hormonstörungen (Hyperaldosteronismus, Hypercortisolismus, Phäochromozytom), Erkrankungen des Nierengewebes, der Nierenschlagader (Nierenarterienstenose) oder Schlafbezogene Atmungsstörungen. Die betroffenen Patient:innen sind häufiger jünger oder leiden an einer besonders schweren Form von Bluthochdruck. Wichtig ist, die Ursache zu erkennen. Bei frühzeitiger und korrekter Diagnose ist eine Heilung der Erkrankung möglich. Der erste Schritt ist dabei natürlich von der Erkrankung zu wissen und anschließend eine umfängliche und korrekte Diagnostik bei diesen Patient:innen durchzuführen. In unserer Klinik werden diese Untersuchungen vollumfänglich und routinemäßig durchgeführt. Bitte beachten Sie unsere Leistungen.

Ist der Blutdruck trotz des Einsatzes dreier unterschiedlicher Medikamente, von denen eines ein Diuretikum (harntreibendes Medikament) ist, nicht ausreichend eingestellt, spricht man von einem resistenten Bluthochdruck. Dies ist bei etwa 15 Prozent aller Hypertonie-Patienten der Fall und sollte Anlass zur Abklärung durch Spezialisten hinsichtlich einer zugrundeliegenden Erkrankung (sekundäre Hypertonie, s.o.) sein. Ärzten mit langjähriger Erfahrung in der Hypertonie-Behandlung wird in den meisten Fällen durch eine gezielte, individuelle medikamentöse Therapie auch hier eine ausreichende Blutdruckeinstellung gelingen. Eine Anpassung des Lebensstils ist dabei bei den allermeisten Patient:innen von entscheidender Bedeutung und Grundpfeiler einer erfolgreichen Therapie. Gerne stehen wir dabei mit Rat und Tat zur Seite, so dass realistisch gesetzte Ziele auch erreicht werden. Technische Therapieoptionen (z.B. Barorezeptorstimulation) bleiben ausgewählten Fällen vorbehalten und müssen nur sehr selten eingesetzt werden.

Bei Patient:innen mit dieser Form des Bluthochdrucks ist nur der obere (systolische) Blutdruckwert erhöht, der untere (diastolische) Wert normal. Die ISH ist die häufigste Bluthochdruckform im höheren Lebensalter und hat seine Ursache in einer vermehrten Steifigkeit der Gefäße. Tritt eine isoliert systolische Hypetonie bei jungen, athletischen Menschen (v.a. Männern) auf, so haben diese Werte eine gänzliche andere Ursache und es sollte vor dem Einsatz von Blutdruckmedikamenten eine Vorstellung bei einem Spezialisten erfolgen.

Diagnose und Therapie

Die Diagnose Bluthochdruck wird mittels standardisierter Blutdruckmessung am Oberarm gestellt. Liegen die Werte in wiederholten Messungen an unterschiedlichen Tagen über 140/90 mmHg, so liegt ein Bluthochdruck vor. Im Bedarfsfall ergänzen wir die Diagnostik um eine Langzeit-Blutdruckmessung (24 Stunden), aus der zusätzliche Informationen abgeleitet werden können. Die Erstdiagnose zieht eine Basisdiagnostik bei allen Patienten nach sich. Ergeben sich darin Auffälligkeiten oder liegen sonst ungewöhnliche Umstände vor (junges Patientenalter, schwere Form), sollten weiterführende Untersuchungen erfolgen, um möglicherweise zugrundeliegende Erkrankungen (sekundäre Hypertonie, s.o.) nicht zu übersehen. Unsere Krankenhaus bietet diese Untersuchungen an, hierzu gehören u.a. bestimmte Hormonbestimmungen im Blut, Urinuntersuchungen, Ultraschall der Nieren einschl. der Nierenschlagadern (Farbkodierte Duplex-Sonographie), Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT) sowie Somno-Screen.

Weitere Untersuchungen klären zudem ab, ob bereits Organschäden durch den Bluthochdruck entstanden sind. Da der Bluthochdruck ein kardiovaskulärer Risikofaktor ist, gehören zur Komplettierung der Diagnostik auch Untersuchungen hinsichtlich weiterer, wichtiger Risikofaktoren für das Herz-Kreislaufsystem (z.B. Diabetes und Fettstoffwechselstörungen). Durch die in unserer Klinik vorhandene Erfahrung in der Diagnostik und Therapie dieser oftmals mit Bluthochdruck einhergehenden Erkrankungen können Patienten entsprechend ihrem Gesamtrisiko individuell und vollumfänglich „aus einer Hand“ behandelt werden.

Grundpfeiler der Bluthochdruck-Therapie sind nicht-medikamentöse Maßnahmen. Änderungen des Lebensstils wie Gewichtsreduktion, regelmäßiger Ausdauersport und reduzierter Salzkonsum können viel bewirken und sind bei leichteren Fällen mitunter ausreichend. Die Dringlichkeit zur Einleitung einer medikamentösen Therapie ergibt sich aus den Blutdruckwerten sowie den vorliegenden Begleiterkrankungen.

Heute stehen den Ärzt:innen in der Therapie der Hypertonie eine ganze Reihe von potenten, gut verträglichen Medikamenten zur Verfügung. Abhängig von der Höhe der Blutdruckwerte, den Begleiterkrankungen sowie individuellen Faktoren muss dann die richtige Zusammenstellung für jede Patient:in erfolgen. In der ganz überwiegenden Mehrheit der Fälle gelingt hierunter eine ausreichende Blutdruckeinstellung, auch bei Patient:innen mit formal therapierefraktärer Hypertonie. In welchen Bereich genau die Blutdruckwerte gesenkt werden sollen, ist ebenfalls abhängig von Begleiterkrankungen wie Diabetes, Nierenschwäche (Niereninsuffizienz) und koronarer Herzerkrankung (KHK), aber auch vom Alter und der Verträglichkeit. Grundsätzlich ist bei der Einleitung einer medikamentösen Therapie zu beachten, dass die Wirkstoffe ihre maximale Wirkung erst nach einigen Wochen entfalten. In dieser Zeit bemerken einige Patient:innen vielleicht Abgeschlagenheit, Müdigkeit oder Schwindel nach dem Aufstehen. Dies stellt einen normalen Anpassungsvorgang dar, da sich der Körper erst wieder an den normalen Blutdruck gewöhnen muss. Keinesfalls sollten Tabletten ohne ärztliche Rücksprache reduziert oder abgesetzt werden.

Dialyse

Die moderne Dialysestation im St. Marien-Hospital Mülheim verfügt über 15 Hämodialyse-Plätze mit hochwertiger apparativer Ausstattung und eigenem Fernseher.

Hämodialyse

Die Hämodialyse ist die in Deutschland am häufigsten durchgeführte Art der Blutwäsche.  Sie ist aber nur eine Möglichkeit der zur Verfügung stehenden Nierenersatzverfahren. Die Bauchfelldialyse oder eine Nierentransplantation sind Alternativen.

Bei der Hämodialyse wird das Blut außerhalb des Körpers in einer Dialysemaschine mithilfe eines speziellen Dialysefilters von den harnpflichtigen Substanzen gereinigt und dann wieder an die/den Patient:in zurückgegeben. Gleichzeitig kann dem Körper überschüssiges Wasser entzogen werden. Im Regelfall wird die Dialyse 3 x 4 Stunden pro Woche durchgeführt (Montag-Mittwoch-Freitag oder Dienstag-Donnerstag-Samstag). Als Dialysezugang wird meist ein sogenannter Shunt genutzt, eine von einem Gefäßchirurgen operativ angelegte Verbindung zwischen Ader und Schlagader am Arm. Während der Dialyse kann die/der Patient:in fernsehen, essen, lesen oder schlafen.

Bauchfelldialyse (Peritonealdialyse)

Die Bauchfelldialyse ist grundsätzlich ein mit der Hämodialyse gleichwertiges Verfahren, wird jedoch in Deutschland wesentlich seltener durchgeführt. Gegenüber der Hämodialyse hat dieses Verfahren verschiedene Vor- und Nachteile. Aufgabe des Nephrologen ist es, die/den Patient:in optimal aufzuklären, so dass gemeinsam das individuell richtige Verfahren ausgewählt werden kann. Die Bauchfelldialyse ist nur eine Möglichkeit der zur Verfügung stehenden Nierenersatzverfahren, Alternativen sind die Hämodialyse und die Nierentransplantation.

Bei der Peritoneladialyse (Bauchfelldialyse) wird das Blut innerhalb des Körpers gereinigt. Hierfür muss man mehrfach am Tag saubere Flüssigkeit über einen operativ angelegten Katheter (Tenckhoff-Katheter) in den Bauch füllen. Als Filter fungiert das Bauchfell (Peritoneum), welches einen Stoffaustausch zwischen Blut und Flüssigkeit ermöglicht. Nach einigen Stunden wird die mit harnpflichtigen Substanzen angereicherte Flüssigkeit wieder aus dem Bauch abgelassen und anschließend frische Lösung nachgefüllt. Durch einen gewissen Zuckergehalt der Peritonealdialyse-Flüssigkeit kann dem Körper Wasser entzogen werden.

In der Regel wird dieser Vorgang viermal täglich (jeden Tag) vom Patienten selbst zu Hause durchgeführt. Man kann auch mit „vollem Bauch“ seinem normalen täglichen Leben nachgehen und hat insgesamt gegenüber der Hämodialyse den Vorteil einer größeren Flexibilität. Allerdings hat die/der Patient:in auch einen höheren Aufwand und muss gut geschult sein, auch um Komplikationen rasch zu erkennen.

Alternativ zu den manuell stattfindenden Beutelwechseln kann bei einem Teil der Patient:innen auch ein automatisiertes Verfahren mit Hilfe eines sogenannten Cyclers (Maschine, die den Flüssigkeitsaustausch übernimmt) genutzt werden (nachts oder tagsüber).

Diabetologie

Diabetes mellitus ist ein Oberbegriff für Stoffwechselerkrankungen, deren Charakteristikum ein erhöhter Blutzucker (Hyperglykämie) ist. Dieser entsteht dadurch, dass die im Blut vorhandenen Zuckermoleküle nicht normal in die Körperzellen eingeschleust werden können, entweder weil Insulin nicht ausreichend produziert wird oder seine Wirkung an den Körperzellen gestört ist.

Je nach Ursache werden verschiedene Diabetesarten voneinander abgegrenzt. Die in Deutschland häufigste Form ist der Typ-2-Diabetes, der im Regelfall bei übergewichtigen Erwachsenen auftritt. Bei diesen Patient:innen ist die Empfindlichkeit der Körperzellen gegenüber Insulin gestört (Insulinresistenz). Der Typ-1-Diabetes ist eine Autoimmunerkrankung, bei der die Bauchspeicheldrüse vom Körper selbst „angegriffen“ wird und in der Folge nur noch unzureichend Insulin produzieren kann. Diese Form tritt meist im Kindes- und Jugendalter auf. Andere Ursachen für einen Diabetes mellitus können zum Beispiel genetische Erkrankungen, Medikamente oder sonstige Bauchspeicheldrüsen-Erkrankungen (u.a. Krebs, Bauchspeicheldrüsen-Entzündung) sein.

Unabhängig von der zugrundliegenden Ursache führt das Vorhandensein chronisch erhöhter Blutzuckerwerte zu körperlichen Beschwerden. Klassische Symptome zu Krankheitsbeginn sind eine erhöhte Urinausscheidung (Polyurie), vermehrtes Durstgefühl (Polydipsie), Abgeschlagenheit, Gewichtsverlust und Infekte. Beklagen Patienten Beschwerden dieser Art, steht an erster Stelle die Sicherung der Diagnose sowie eine ursächliche Zuordnung.

Typ-2-Diabetes

Bei Patient:innen mit Typ-2-Diabetes sind Änderungen des Lebensstils von entscheidender Bedeutung und können manchmal therapeutisch ausreichend sein. Bei Bedarf können Tabletten ergänzt werden. Heutzutage stehen den Ärzten viele, sehr gut verträgliche Medikamente zur Verfügung. Auch existieren für Patient:innen mit höheren, durch Tabletten nicht kontrollierbare, Blutzuckerwerten verschiedene Möglichkeiten der Insulintherapie, wobei eine gute Patient:innen-Schulung und ein individuelles Therapiekonzept die Grundpfeiler für eine erfolgreiche Therapie sind.

Typ-1-Diabetes

Bei Patient:innen mit Typ-1-Diabetes ist ab Diagnosestellung eine Therapie mit Insulin erforderlich, wobei sich diese durch den technologischen Fortschritt immer weiter verändert und individuell auf die Bedürfnisse der Patienten eingegangen werden kann.

Folgeerkrankungen

Der Diabetes mellitus kann zu zahlreichen Folgeerkrankungen führen, die begründet sind in Schäden der kleinen und großen Schlagadern (Arterien) sowie der Nerven. Gefährdete Organe sind unter anderem das Gehirn, die Augen, das Herz und die Nieren. Dies unterstreicht die Wichtigkeit einer optimalen und individuell angepassten Therapie.

Gerade Patienten mit Typ-2-Diabetes leiden zudem häufig an weiteren Risikoerkrankungen für das Herz-Kreislaufsystem (kardiovaskuläre Risikoerkrankungen). Bluthochdruck (Arterielle Hypertonie) und Fettstoffwechselstörungen sind hier von besonderer Bedeutung und müssen ebenfalls erkannt und richtig therapiert werden.

Durch die vorhandenen Fachkenntnisse und Erfahrungen in der Behandlung von Patient:innen mit Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen (Lipidologie) werden in unserer Klinik die wesentlichen Risikoerkrankungen (Diabetes, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen) optimal abgedeckt und die Patient:innen erhalten Therapiekonzepte „aus einer Hand“.