DGVS-Abstractpreis für Endoskopieforschung am Elisabeth-Krankenhaus Essen
15.10.2026 Elisabeth-Krankenhaus Essen
Dr. Ulf Michl, Arzt in Weiterbildung am Elisabeth-Krankenhaus Essen, erhielt auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) in Hamburg den Rudolf-Schindler-Abstractpreis 2026.
Schluckbeschwerden, Schmerzen hinter dem Brustbein oder das Gefühl, dass Nahrung nicht richtig in den Magen gelangt: Hinter solchen Beschwerden können seltene Bewegungs-störungen der Speiseröhre stecken.
In der Klinik für Innere Medizin und Gastroenterologie unter Leitung von Chefarzt Dr. David Albers werden solche Erkrankungen seit 2013 mit der peroralen endoskopischen Myotomie, kurz POEM, behandelt. Die Klinik zählt zu den größten Zentren für dieses Verfahren in Deutschland.
Für die prämierte Arbeit wurden 90 Patient:innen mit sogenannten hyperkontraktilen Motilitätsstörungen in die prospektive POEM-HYPE-Studie eingeschlossen.
Bei diesen Erkrankungen zieht sich die Muskulatur der Speiseröhre ungewöhnlich stark oder vorzeitig zusammen, was Schluckbeschwerden und Schmerzen im Brustkorb auslösen kann. Gerade die Brustschmerzen lassen zunächst auch an eine Herzerkrankung denken, sodass die Diagnose mitunter erst spät gestellt wird. Für Menschen mit starken Beschwerden ist das neue innovative Verfahren der POEM oft die beste schonende Behandlung: Dabei wird die zu stark arbeitende Muskulatur der Speiseröhre von innen durchtrennt, ohne einen Schnitt von außen.
Wichtige Langzeitergebnisse der POEM-HYPE-Studie stellte Michl im Hauptprogramm der DGVS-Jahrestagung in Hamburg vor. Für die gemeinsame Arbeit erhielt Michl einen der wenigen Abstractpreise auf dem bundesweiten Kongress. Dahinter steht die Arbeitsgruppe der Klinik: Chefarzt Dr. David Albers sowie die leitenden Ärzt:innen Dr. Christian Giesecke, Dr. Dani Dakkak und Areti Eleftherochorinou.
„Der Preis hat mich überrascht und sehr gefreut. Ich sehe ihn als Anerkennung für unser ganzes Team und freue mich, dass diese seltenen chronischen Erkrankungen auf der DGVS-Jahrestagung so viel Aufmerksamkeit bekommen haben. Die Datenauswertung hat mich darin bestärkt, mich künftig noch intensiver in ihrer Diagnostik zu engagieren“, sagt Michl.
Text: KT | Foto: SB
