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Erster Robotikeinsatz bei Knieoperation

Erstellt von Simon Skrzypczak

27.04.2026 St. Marien-Hospital Mülheim an der Ruhr, Bewegungsapparat, Contilia, Plastische Chirurgie

In der Kniegelenkendoprothetik kommen zunehmend robotische Assistenzsysteme zum Einsatz. Ziel ist es, operative Eingriffe noch genauer zu planen, das zu erwartende Ergebnis zu simulieren und dann die finale Planung so umzusetzen, dass Implantate optimal an die individuelle Anatomie angepasst werden.

 

Am 31. März 2026 wurde im St. Marien-Hospital Mülheim an der Ruhr (SMH) erstmals eine solche robotisch unterstützte Operation mit dem System Cori durchgeführt. Der Eingriff erfolgte unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. med. Marcus Jäger, Ärztlicher Direktor, Lehrstuhlinhaber sowie Direktor zweier orthopädisch-unfallchirurgischer Fachkliniken am SMH und am Philippusstift in Essen sowie Direktor des Contilia-EndoProthetikZentrums (EPZ) der Maximalversorgung – einem Zentrum mit über 1000 Eingriffen im Jahr. Der 74-jährige Patient brauchte aufgrund vielfacher Schäden unter anderem ein neues Kniegelenk. 

Zum Einsatz kam das Robotiksystem CORI (Smith & Nephew), das die Operateurinnen und Operateure während des gesamten Eingriffs unterstützt. Anders als bei vielen anderen Verfahren ist keine vorherige Computertomografie erforderlich, so dass Patienten keiner zusätzlichen Strahlenbelastung ausgesetzt werden. Stattdessen werden während der Operation anatomische Referenzpunkte erfasst. Auf dieser Basis erstellt das System ein individuelles Modell, das fortlaufend angepasst wird.

Ein besonderer Vorteil zeigt sich beim sogenannten Teilgelenkersatz. Dabei werden ausschließlich die geschädigten Anteile des Kniegelenks ersetzt, meist im inneren Bereich. Diese Eingriffe gelten als technisch anspruchsvoll, da bereits geringe Abweichungen die Funktion des Gelenks beeinflussen können. Die robotische Unterstützung ermöglicht hier eine präzisere Planung und Durchführung und reduziert den Anteil subjektiver Einschätzung während der Operation.

Das System arbeitet nicht autonom. Die operative Verantwortung liegt weiterhin vollständig beim Operateur und dem Ärzteteam. Cori bleibt ein Assistenzwerkzeug, das die Erfahrung der Chirurginnen und Chirurgen ergänzt und die Umsetzung der geplanten Schritte überwacht.

Die Einführung solcher Technologien ist mit Investitionen verbunden und setzt entsprechende Erfahrung sowie eine ausreichende Fallzahl voraus. Daher erfolgt der Einsatz derzeit in unserem spezialisierten Team am Contilia-EndoProthetikZentrum.

In den kommenden Wochen werden auch die Hauptoperateure Dr. Gerrit Gruber und Shareef Alkhateeb schrittweise im Umgang mit dem System geschult, um den Einsatz weiter auszubauen.

Langfristig könnte die robotische Assistenz dazu beitragen, die Qualität und Reproduzierbarkeit von Knieoperationen weiter zu verbessern – insbesondere bei komplexen oder besonders präzisionsabhängigen Eingriffen.

Nachtrag: Der 74-jährige Patient ist mittags am Tag nach der OP gemeinsam mit Prof. Jäger ohne Krücken lächelnd und ohne Gehhilfen über den Flur der Bettenstation gelaufen. 

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