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Forschung auf internationalem Spitzenniveau: Elisabeth-Krankenhaus Essen zählt zu den führenden Zentren bei internationaler Vergleichsstudie in der Gefäßchirurgie

Erstellt von Katharina Tugend

21.04.2026 Elisabeth-Krankenhaus Essen, Contilia, Herz und Gefäße

Das Elisabeth-Krankenhaus Essen leistet einen großen Beitrag in der internationalen Gefäßforschung: Die Klinik für Gefäßchirurgie und Phlebologie beteiligt sich maßgeblich an der ADVANCE-Studie zur Behandlung von Aortenaneurysmen.

Mit aktuell 23 in die Studie aufgenommenen Patient:innen gehört das Krankenhaus weltweit zu den führenden fünf Studienzentren und nimmt deutschlandweit sogar die Spitzenposition ein.

„Die hohe Beteiligung an der Studie und das Engagement des gesamten Teams sind ein herausragender Beitrag zur internationalen Forschung“, betont Prof. Dr. Johannes Hoffmann, Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie und Phlebologie. „Dafür gebührt allen Beteiligten insbesondere auch unserem gefäßchirurgischen Forschungsleiter Fachoberarzt Dr. med Walensi und unserer Study Nurse und Gefäßassistentin Sabrina Milazewski großer Respekt und Dank.“ 

Die ADVANCE-Studie ist ein internationales, randomisiert-kontrolliertes Forschungsprojekt, das von renommierten Institutionen wie dem Beth Israel Deaconess Medical Center (USA) und dem Erasmus University Medical Center (NL) initiiert wurde. Ziel der Studie ist es, zwei etablierte Stent-Systeme zur Behandlung von Bauchaortenaneurysmen systematisch miteinander zu vergleichen. Untersucht werden Auswirkungen der Unterschiede in Konstruktion, Verankerung auf Langzeitergebnisse der Systeme Gore C3 und Endurant II (Medtronic). Im Rahmen der Studie werden Bauchaortenaneurysmen ab einer Größe von 5,0 cm (Frauen) beziehungsweise 5,5 cm (Männer) leitliniengerecht versorgt. Die Zuteilung zu einem der beiden Stent-Systeme erfolgt nach dem Zufallsprinzip. Ziel ist es, endlich belastbare Langzeitdaten zur Genesung und zum Gesundheitsverlauf zu generieren und so evidenzbasiert zu klären, welches Stent-System langfristig bessere Ergebnisse liefert. 

Trotz des breiten Einsatzes von Aortenstents sind Kopf-an-Kopf Vergleiche von verschiedenen Systemen ausgesprochen selten. „Insbesondere bei jungen Patientinnen und Patienten spielen aber besonders auch Folgeeingriffe und Langzeitergebnisse wegen möglicher Verrutschung der Stentsysteme durch Wandwachstum und Undichtigkeiten vermutlich eine größere Rolle als man früher angenommen hat“ führt Prof. Hoffmann aus. 

Für die Teilnehmenden ergeben sich durch die Studienstruktur konkrete Vorteile: Sie profitieren von einer besonders engmaschigen und genauen Nachsorge, wodurch mögliche Komplikationen frühzeitig erkannt und behandelt werden können.

Insgesamt sollen bis Herbst 2026 rund 600 Teilnehmende in mehr als 100 Zentren weltweit in die Studie eingeschlossen werden. Dass das Elisabeth-Krankenhaus Essen bereits jetzt zu den aktivsten Studienstandorten zählt, unterstreicht die hohe wissenschaftliche Leistungsfähigkeit und die konsequente Ausrichtung auf evidenzbasierte Medizin im #TeamElli.

Auch aktuell können weiterhin Patient:innen, bei denen eine operative Behandlung eines Bauchaortenaneurysmas leitliniengerecht erforderlich ist, in die Studie aufgenommen werden.

 

Text: JH,KT | Foto: Köhring