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Mit jedem Kilometer Hoffnung schenken: Alexandra Jaworek radelt für die Parkinson-Forschung

05.10.2026 St. Josef-Krankenhaus Kupferdreh, Neurologie, Parkinson

1.000 Kilometer in drei Monaten auf dem Fahrrad, dazu Spenden für die Parkinson-Forschung sammeln und anderen Betroffenen Mut machen: Dieses Ziel verfolgt Alexandra Jaworek mit ihrer Aktion „Pedale gegen Parkinson“. Die 46-Jährige aus dem Ruhrgebiet erhielt vor drei Jahren die Diagnose Parkinson und möchte nun mit einer außergewöhnlichen sportlichen Herausforderung die Arbeit der Parkinson Stiftung unterstützen.

Diagnose mit 43 Jahren
Als Alexandra Jaworek die Diagnose Parkinson erhielt, war sie erst 43 Jahre alt. Für sie kam die Nachricht völlig überraschend. „Ich dachte, Parkinson sei nur eine Erkrankung alter Menschen“, erinnert sie sich. Gleichzeitig ergab plötzlich vieles Sinn: Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und auch der für Parkinson typische Tremor hatten sie bereits seit längerer Zeit begleitet. Die Erkrankung veränderte ihr Leben grundlegend. Ihren Beruf bei einem Gericht kann sie heute nicht mehr ausüben. Körperliche und mentale Erschöpfung bestimmen zunehmend ihren Alltag.

 

Bewegung als wirksame Therapie
Einen festen Halt findet sie im Sport. Als frühere Leistungssportlerin weiß sie, wie wichtig regelmäßige Bewegung für den Körper ist. Heute trainiert sie täglich nach den Empfehlungen ihrer Physio- und Ergotherapeuten. „Ohne tägliche Bewegung wird der Körper direkt steif“, sagt sie. „Fahrradfahren war am Anfang nicht so meins. Aber durch die Reha und die Physiotherapie habe ich den Sport lieben gelernt.“ Während ihrer Rehabilitation bei Contilia Therapie und Reha entdeckte sie das Radfahren schließlich für sich.

Dass Bewegung bei Parkinson weit mehr als nur Freizeitbeschäftigung ist, bestätigt Prof. Dr. Dirk Woitalla, Leiter des Parkinsonzentrums am St. Josef-Krankenhaus Kupferdreh und Vorstandsmitglied der Parkinson Stiftung. „Sport gehört heute zu den wichtigsten nicht-medikamentösen Therapiebausteinen bei Parkinson. Patient:innen, die sich regelmäßig bewegen, können den Verlauf der Erkrankung positiv beeinflussen und ihre Lebensqualität deutlich verbessern“, erklärt der Neurologe. 

Besonders das Radfahren habe sich als wirksam erwiesen. „Aus wissenschaftlichen Untersuchungen wissen wir, dass Fahrradfahren bei vielen Betroffenen sehr positive Effekte auf Beweglichkeit, Gleichgewicht und Motorik haben kann. In einigen Bereichen zeigen sich sogar stärkere Effekte als beim normalen Gehen.“

 

1.000 Kilometer für die Forschung
Aus dieser persönlichen Erfahrung entstand die Idee zu „Pedale gegen Parkinson“. Alexandra Jaworek setzt sich das Ziel, innerhalb von drei Monaten 1.000 Kilometer ausschließlich mit Muskelkraft zurückzulegen. Auf ein E-Bike verzichtet sie bewusst. Mehr als zwei Drittel der Strecke hat sie bereits geschafft. Rund 680 Kilometer stehen auf ihrem Kilometerkonto. Bis Mitte November will sie die Marke von 1.000 Kilometern erreichen.

Für Jaworek geht es dabei um mehr als sportlichen Ehrgeiz. „Ich kann nicht erwarten, dass andere etwas tun, ich muss auch selber tätig werden“, sagt die 46-Jährige. Mit „Pedale gegen Parkinson“ möchte sie auf die Erkrankung aufmerksam machen, deren Auftreten in jüngeren Jahren oft wenig bekannt ist, und zugleich die Forschung unterstützen. „Die Arbeit der Stiftung ist so wertvoll, um die Forschung an Parkinson weiter voranzubringen. Wie schön wäre es, wenn die Erkrankung eines Tages heilbar wäre und ich dazu einen kleinen Beitrag leisten konnte?“ 

 

Jede Spende fließt in die Forschung

Die Parkinson Stiftung finanziert ihre Projekte ausschließlich durch Spenden. Genau deshalb hat die Aktion für Prof. Woitalla eine besondere Bedeutung. „Alle Spendengelder fließen ausnahmslos in die Forschung“, betont er. „Umso mehr freuen wir uns über das Engagement von Frau Jaworek.“ Zugleich sensibilisiere die Aktion für die Bedeutung von Bewegung bei Parkinson. „Frau Jaworek zeigt, dass körperliche Aktivität nicht nur Therapie sein kann, sondern auch Lebensmut und Selbstwirksamkeit vermittelt. Das ist eine wichtige Botschaft für viele Betroffene.“

 

Hoffnung auf neue Therapien
Trotz aller Herausforderungen blickt Prof. Woitalla optimistisch auf die Entwicklungen in der Parkinson-Forschung. In den vergangenen Jahren seien zahlreiche neue Therapieansätze entstanden. „Die Forschung macht derzeit große Fortschritte. Neue Strategien wie Antikörpertherapien oder Impfansätze verfolgen das Ziel, künftig nicht mehr nur Symptome zu behandeln, sondern die Krankheit zu heilen“, erläutert der Experte.

Bis daraus breit verfügbare Therapien werden, ist noch Zeit erforderlich. Umso wichtiger seien Initiativen wie „Pedale gegen Parkinson“, die Forschung überhaupt erst ermöglichen. Alexandra Jaworek wird deshalb weiter in die Pedale treten. Kilometer für Kilometer. Nicht nur gegen die eigene Erkrankung, sondern für die Hoffnung vieler Menschen, die mit Parkinson leben.