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Neue Studie bestätigt: Liposuktion kann Lebensqualität von Lipödem-Patientinnen deutlich verbessern

15.10.2026 St. Josef-Krankenhaus Kupferdreh, Plastische Chirurgie

Starke Schmerzen, Druckempfindlichkeit und spürbare Einschränkungen im Alltag: Für viele Frauen mit einem Lipödem gehören diese Beschwerden zum täglichen Leben. Umso wichtiger sind wissenschaftliche Erkenntnisse, die zeigen, welche Behandlung tatsächlich hilft. Die jetzt in der renommierten Fachzeitschrift The Lancet veröffentlichten Ergebnisse der LIPLEG-Studie liefern dafür eine starke Grundlage. Die Liposuktion ist der alleinigen konservativen Behandlung bei der Schmerzreduktion deutlich überlegen und verbessert die Lebensqualität vieler Betroffener spürbar.

Für Dr. Marc Quambusch, Chefarzt des Lipödemzentrums im St. Josef-Krankenhaus Kupferdreh, sind die veröffentlichten Daten ein wichtiger Schritt für die Versorgung der Patientinnen. „Viele Frauen leiden jahrelang unter Schmerzen und hören trotzdem immer wieder, dass ihre Beschwerden nicht ausreichend ernst genommen werden. Die Veröffentlichung der LIPLEG-Studie liefert nun eine wissenschaftlich sehr belastbare Bestätigung dafür, dass die Liposuktion für viele Patientinnen einen echten Unterschied machen kann.“

Wissenschaftlicher Meilenstein
Die LIPLEG-Studie wurde im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) durchgeführt, um die Wirksamkeit und Sicherheit der Liposuktion wissenschaftlich zu untersuchen. Insgesamt wurden 410 Patientinnen mit Lipödem der Stadien I bis III an elf Studienzentren in Deutschland begleitet.

Die operierten Patientinnen profitierten deutlich stärker als Frauen, die ausschließlich konservativ behandelt wurden, beispielsweise mit Kompressionstherapie, Bewegungstherapie oder manueller Lymphdrainage. Die durchschnittliche Schmerzintensität sank in der Liposuktionsgruppe von 6,2 auf 2,6 Punkte. In der Vergleichsgruppe blieb sie hingegen weitgehend unverändert. 68,3 Prozent der operierten Patientinnen erreichten eine klinisch relevante Schmerzreduktion. Zudem verbesserten sich Funktionseinschränkungen und die gesundheitsbezogene Lebensqualität.

Wichtige Bestätigung für Patientinnen und Behandelnde
Für Dr. Marc Quambusch bestätigen die veröffentlichten Daten, was spezialisierte Lipödemzentren seit Jahren in der täglichen Praxis beobachten. „Die Veröffentlichung der LIPLEG-Studie in The Lancet ist ein echter Meilenstein für die Behandlung des Lipödems. Erstmals liegt eine hochwertige wissenschaftliche Evidenz vor, die belegt, dass die Liposuktion Schmerzen reduzieren und die Lebensqualität vieler Patientinnen nachhaltig verbessern kann. Das ist eine wichtige Bestätigung für betroffene Frauen und für alle, die sich seit Jahren für eine bessere Versorgung einsetzen.“

Bestätigung für die Regelversorgung
Die Ergebnisse bestätigen die Entscheidung des G-BA aus dem Jahr 2025, die Liposuktion als Kassenleistung in die Regelversorgung aufzunehmen. Seit Oktober 2025 können Patientinnen aller Lipödem-Stadien unter bestimmten Voraussetzungen von den gesetzlichen Krankenkassen versorgt werden.

„Für viele Betroffene bedeutet das nicht nur eine bessere medizinische Versorgung, sondern auch mehr Planungssicherheit“, sagt Dr. Quambusch. „Die aktuelle Veröffentlichung zeigt, dass die Aufnahme der Liposuktion in den Leistungskatalog auf einer soliden wissenschaftlichen Basis erfolgt ist.“

Langfristige Ergebnisse stehen noch aus
Die jetzt veröffentlichten Daten beziehen sich auf die ersten zwölf Monate nach der Behandlung. Noch ausstehend sind die Ergebnisse der weiteren Beobachtungsphase bis 24 Monate. Diese sollen unter anderem zeigen, wie dauerhaft die positiven Effekte der Liposuktion sind und ob beziehungsweise wie häufig erneute Eingriffe erforderlich werden.

„Die bisher vorliegenden Ergebnisse sind sehr ermutigend und liefern eine starke wissenschaftliche Grundlage für die Behandlung des Lipödems. Mit Spannung erwarten wir nun die Langzeitdaten. Sie werden uns noch besser dabei helfen, Patientinnen fundiert zu beraten und die Therapie weiterzuentwickeln“, so Dr. Quambusch.