
Photon-Counting-CT: eine neue Generation der Herzbildgebung
NAEOTOM Alpha.Peak im Elisabeth-Krankenhaus Essen – ab 1. September 2026
Mit dem NAEOTOM Alpha.Peak erweitert das Elisabeth-Krankenhaus Essen sein Zentrum für kardiale Bildgebung zum 1. September 2026 um ein Photon-Counting-CT. Nur wenige Kliniken in Deutschland verfügen derzeit über eine photonenzählende Computertomographie dieser Generation.
Photonenzählende Detektoren erfassen einzelne Röntgenquanten und deren Energie, statt Signale über die Zeit zu integrieren. Für die Koronardiagnostik bedeutet das eine deutlich höhere Ortsauflösung bei Schichtdicken bis 0,2 Millimeter. Belastbar wird die CT-Koronarangiographie damit auch dort, wo sie bisher an Grenzen stieß: bei ausgeprägter Koronarverkalkung und nach Stentimplantation. Für Sie als zuweisende Kardiologin oder zuweisenden Kardiologen erweitert sich damit der Kreis der Patientinnen und Patienten, bei denen eine nicht-invasive Abklärung infrage kommt.
Warum Photon-Counting-CT?
Die höhere Ortsauflösung ermöglicht eine detaillierte Darstellung der Herzkranzgefäße. Atherosklerotische Veränderungen und auch nicht oder nur gering verkalkte Plaques lassen sich präziser erkennen. Das ist die Voraussetzung für eine Plaquecharakterisierung, die über die reine Stenosegradbestimmung hinausgeht.
Den größten Unterschied macht die Technologie dort, wo konventionelle Systeme bisher an ihre Grenzen kamen. Bei ausgeprägten Koronarverkalkungen führen Blooming-Artefakte dazu, dass Kalk größer erscheint, als er tatsächlich ist. Stenosen werden dadurch überschätzt, einzelne Gefäßabschnitte bleiben unbeurteilbar. Dünnere Schichten und die höhere Auflösung reduzieren diesen Effekt. Dasselbe gilt für die Beurteilung des Stentlumens und die Frage nach einer In-Stent-Restenose.
Das bietet das Photon-Counting-CT in der Koronardiagnostik
- Bessere Beurteilbarkeit der Koronarien bei hohem Kalkscore: weniger Blooming-Artefakte, weniger Überschätzung von Stenosen
- Verlässlichere Beurteilung von Koronarstents und Bypassgefäßen bis in das Stentlumen
- Plaquecharakterisierung: Darstellung auch nicht oder nur gering verkalkter Plaques
- Hohe Bildqualität bei gegenüber konventioneller CT reduzierter Strahlendosis




Moderne Herzdiagnostik: Indikationen für die CT-Koronarangiographie
Die kardiale CT ist heute fester Bestandteil der Herzmedizin. Die Leitlinie der European Society of Cardiology (ESC) zum chronischen Koronarsyndrom von 2024 empfiehlt die CT-Koronarangiographie als First-Line-Diagnostik bei Patientinnen und Patienten mit einer Vortestwahrscheinlichkeit von 5 bis 50 Prozent. Das Photon-Counting-CT unterstützt die Diagnostik unter anderem bei:
- Koronarer Herzkrankheit (KHK) und chronischem Koronarsyndrom – Ausschluss einer obstruktiven KHK
- Plaquecharakterisierung
- Koronarstents und Bypassgefäßen, einschließlich der Frage nach einer In-Stent-Restenose
- Herzklappenerkrankungen
- TAVI-Planung einschließlich Aortenannulus-Vermessung
- Planung struktureller Interventionen an der Mitralklappe
- Pulmonalvenen-Darstellung vor Ablation und Planung des Vorhofohrverschlusses (LAAC)
- Erkrankungen der Aorta
- Perikarderkrankungen
Bei geeigneter Fragestellung kann dadurch häufig auf eine diagnostische Herzkatheteruntersuchung verzichtet werden. Beim akuten Koronarsyndrom sowie bei bereits geplanter Intervention bleibt die invasive Koronarangiographie das Verfahren der Wahl.
Kompetenz trifft Innovation: DGK-Ausbildungszentrum für kardiale CT
Modernste Technologie entfaltet ihren Nutzen erst durch erfahrene Spezialistinnen und Spezialisten.
Im Elisabeth-Krankenhaus Essen arbeiten Kardiologie und Radiologie eng zusammen, um die Möglichkeiten der Photon-Counting-CT für Diagnostik und Therapie zu nutzen. Das Team ist Ausbildungszentrum der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) für kardiale CT und MRT und richtet mit der Fortbildungsreihe Essen Imaging regelmäßig CME-zertifizierte Kurse zur kardialen Computertomographie aus.
Für unsere Zuweiser bedeutet das:
- zeitnahe Termine
- strukturierte Befunde
- persönliche Ansprechpartner
- interdisziplinäre Expertise aus Kardiologie und Radiologie