Leonard, der Löwe Extremes Frühgeborenes

Friedlich liegt Leonard im Arm seiner Mutter, schläft, trinkt oder blickt so traumverloren, wie nur Neugeborene es tun, an die Decke. Dass das Kind von Anja Hohenstein und David Drzymalla Leonard heißen sollte, stand fest. Alles andere lief anders als geplant. Als extremes Frühgeborenes kam Leonard im Elisabeth-Krankenhaus Essen zur Welt – nach nur 26 Schwangerschaftswochen. 

„Machmal hat uns die Kraft fast verlassen. Dann hat der eine dem anderen Halt gegeben. Und wenn wir beide nicht mehr konnten, hat Leonard uns wieder aufgerichtet.“ David Drzymalla

Der Verdacht des Frauenarztes auf das HELLP-Syndrom hatte sich bestätigt. Diese besonders gefährliche Form der Schwangerschaftsvergiftung entwickelt sich manchmal binnen weniger Stunden und kann für Mutter und Kind lebensbedrohlich werden. Leonard musste per Kaiserschnitt geholt werden. So kam er bereits am 17. Juni zur Welt, nach erst 26 Schwangerschaftswochen und nur 740 Gramm schwer. Im Inkubator erhielt das winzige Menschenskind was es brauchte, um atmen und verdauen zu lernen und sich an das Leben „draußen“ zu gewöhnen. Eine schwierige Aufgabe für einen Körper, der nur so kurze Zeit im Mutterleib wachsen und reifen konnte. Nach drei Monaten auf der Frühgeborenenstation durfte Leonard endlich nach Hause – eine Woche vor dem errechneten Geburtstermin.

„Wenn er zugenommen hat, als er nach acht Wochen die Atemunterstützung nicht mehr benötigte – das waren unsere besonderen Momente“ David Drzymalla