Schlafen, Schmusen, Wachsen Frühförderung von Frühgeborenen

Frühgeborene brauchen beim Start ins Leben besondere Unterstützung. Diese erhalten sie in der Klinik für Neu- und Frühgeborene im Elisabeth-Krankenhaus Essen. Auch nach ihrer Entlassung werden die Kinder und ihre Eltern hier begleitet und betreut. 

„Frühgeborene brauchen neben der medizinischen Versorgung viel Ruhe und viel Liebe. Durch den Hautkontakt entspannen sie sich, ihre Herzfrequenz wird ruhiger, der Sauerstoffgehalt im Blut steigt. Oft schlafen die Eltern mit den Kindern auf der Brust ein“, weiß Dr. Mariusz Michna.

„Die erste Woche ist die entscheidenste. Deshalb ist es so wichtig, Frühgeborene von Anfang an optimal zu versorgen und gezielt zu fördern“, erkärt der Chefarzt der Klinik für Neu- und Frühgeborene des Elisabeth-Krankenhauses Essen.

„Frühgeburten sind gar nicht so selten: Zehn bis elf Prozent der Babys kommen zu früh zur Welt - also vor beginn der 37. Schwangerschaftswoche. Ein bis zwei Prozent sogar noch vor der 28. Woche. Der Zustand der Frühgeborenen hängt - mehr als von ihrer Größe und ihrem Gewicht - von der Entwicklung ihrer Organe ab. Ihre Lungen sind machmal noch nicht ausgereift, ihr Herz ist bisweilen nicht vollständig für das Leben außerhalb des Mutterleibs entwickelt. Dann wohnen, schlafen und wachsen die Frühgeborenen im Inkubator - eine klimatisierte Kammer, in der die Temperatur und Luftfeuchtigkeit konstant gehalten werden,“ so Michna.

Zehn solcher Kettchen-Kammern stehen in der Neugeborenen-Intensivstation des Elisabeth-Krankenhaus Essen. „Unsere kleinen Patienten werden rund um die Uhr bewacht, ihre Atmung wird unterstützt. Bis die Kleinen selbstständig trinken, werden sie über eine Magensonde ernährt. Sind die Frühgeborenen so weit, liegen sie noch eine Zeit lang im Wärmebettchen. Und schließlich dürfen sie im normalen Bettchen liegen“. Nach der Entlassung kommen die Frühgeborenen in ein eigenes Nachsorgeprogramm: Sechs bis acht Wochen nach der Entlassung und danach alle drei bis vier Monate werden sie entwicklungsneurologisch untersucht. So können eventuelle Auffälligkeiten bei der motorischen oder kognitiven Entwicklung früh erkannt und behandelt werden.