Hospizliche Begleitung und palliative Versorgung im Pflegeheim

Erstellt von Katja Grün

26.11.2019 Altersmedizin, Contilia, Pflege und Betreuung

Neues Forschungsprojekt soll die Lebensqualität für Menschen in der letzten Lebensphase verbessern

Einrichtungen der stationären Altenpflege sind zunehmend mit Themenfeldern rund um die hospizlich- palliative Begleitung ihrer Bewohner konfrontiert. Palliative Versorgungskonzepte müssen her, die besonders in der Symptomerfassung und Behandlung, in der psychosozialen und spirituellen Begleitung sowie in der ethischen Entscheidungsfindung einen besseren Weg ebnen.

„Ein Ziel am Ende der dreijährigen Projektphase ist die Entwicklung eines Methodenkoffers“, so Jona Wessels, Leiter des von der Stiftung Wohlfahrtspflege NRW geförderten Forschungsprojektes. „Dieser Koffer soll Tools enthalten, die es allen in der Palliativversorgung Tätigen erleichtern, die Handlungsleitsätze der Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen aus der Theorie in die Praxis zu transferieren.“

Projektträger ist die Contilia Pflege und Betreuung GmbH mit Sitz in Essen. Der erweiterte Trägerkreis besteht aus der Ev. Altenwohnheim Essen-Dellwig gGmbH (Seniorenstift Martin Luther), dem Ev. Altenzentrum am Emscherpark e.V. und dem Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Essen e.V. (Kurt-Schumacher-Zentrum der AWO Essen).  Die Erarbeitung von Methoden, Befragungen und Analysen erfolgt gemeinsam mit der Forschungsgesellschaft für Gerontologie e.V. (FfG) des Instituts für Gerontologie an der TU Dortmund und dem Essener Forschungsinstitut für Medizinmanagement (EsFoMed).

Mit den beiden Piloteinrichtung der Contilia, dem Seniorenstift Kloster Emmaus in Essen Schönebeck und dem Seniorenstift Haus Maria Frieden in Gevelsberg, hat man zwei Einrichtungen gefunden, die das städtische und das ländliche Umfeld in die Betrachtung einfließen lassen. Eine erste Erhebung des Ist-Stands durch die EsFoMed, die die Mitarbeitenden als auch die Strukturen und Rahmenbedingungen in den Fokus nimmt, ist bereits erfolgt, so wurde kürzlich im ersten Beiratstreffen berichtet. Hier kommen gut 30 Experten aus gesellschaftlich und gesundheitspolitisch relevanten Organisationen und Institutionen zusammen. Vertreter des Hospiz und Palliativverband-NRW, der ALPHA NRW, der Ärztekammer Nordrhein, des Landespflegeausschusses, des Referats Palliativversorgung, der Kassenärztlichen Vereinigung, des Referats für Soziale Pflegeversicherung, der Stiftung Wohlfahrtspflege und anderen als auch der Gesundheitsdezernent als Entscheidungsträger der Stadt Essen bilden gemeinsam die kompetente Steuerungsgruppe.

Gemeinsam wurden intensiv die Möglichkeiten einer Ist-Analyse  der palliativen Versorgung aus Sicht der betroffenen Bewohner und deren Angehörigen diskutiert. Wie kann es gelingen, nicht nur prospektive Wünsche und Wertvorstellungen zu erfassen, sondern gerade von tatsächlich und akut betroffenen Menschen eine Rückmeldung zur Qualität der Versorgung zu erhalten. Hier, wo oft Sprache fehlt und andere Kommunikationswege eine zunehmend wichtigere Rolle spielen, wo klassische Befragungsinstrumente an ihre Grenzen stoßen – welche Parameter können eingesetzt werden?

Ein erster wertvoller, interdisziplinärer Austausch, der den Projektverantwortlichen viel  Input aus den verschiedenen Perspektiven und Expertisen lieferte und zuversichtlich stimmt, bis Mai 2022 gemeinsam viel bewegen zu können für das Ziel, dem schon die Charta zugrunde liegt: Jeder Mensch hat ein Recht auf ein Sterben unter würdigen Bedingungen.