Übung macht den Meister

Erstellt von Dorothee Renzel

18.07.2019 Frauengesundheit

Für gut eine Woche war der Konferenzraum im Elisabeth-Krankenhaus Essen in einen Operationssaal verwandelt – nicht wirklich, aber fast. Assistenzärzte sowie die PJ-Studenten der verschiedenen Kliniken waren zur „Simulator-OP“ eingeladen.

„Hier werden verschiedene Operationen simuliert, dabei handelt es sich um gynäkologische, chirurgische und endoskopische Eingriffe“, erklärt Dr. Frank Piczlewicz, Oberarzt in der Frauenklinik. Seinem Engagement ist es zu verdanken, dass erneut ein Workshop dieser Art im Elisabeth-Krankenhaus Essen stattfinden konnte. „Hier ist es für die jungen Kollegen möglich am Phantom zu üben. Gerade die Technik der Laparoskopie kann sehr gut auf diese Weise geübt werden. Sowohl Einsteiger als auch Fortgeschrittene haben Ihren Nutzen“, ist der Gynäkologe überzeugt.

An einem der „OP-Tische“ sind Dr. Christian Peters und Dr. Robert Hedrich, zwei junge Assistenzärzte aus der Frauenklinik, bei der Arbeit. „Wir operieren eine Eileiterschwangerschaft. Dabei ist es unser Ziel, diese Operation gewebeschonend und funktionserhaltend durchzuführen“, erklären die jungen Ärzte. „Der Eingriff soll so durchgeführt werden, dass die Frau – so sie es wünscht – noch einmal schwanger werden kann“, fügt Piczlewicz hinzu. Die Teilnahme am Laparoskopie-Workshop zahle sich auch im Klinik-Alltag aus, sind Peters und Hedrich überzeugt. „Hier im Workshop können wir in Ruhe üben, wie die Geräte zu halten sind, wie wir richtig am Operationstisch stehen und wie die Abläufe zu optimieren sind. Was sich banal anhört, bedarf gerade in der Anfangsphase viel Aufmerksamkeit. Dank der Übung können wir uns bei der realen Operation viel besser auf den Patienten konzentrieren“, ist Dr. Robert Hedrich überzeugt.

Der einwöchige Workshop bot Übungen für verschiedene Level: für Einsteiger, Geübte sowie Fortgeschrittene. So freute sich auch Kira Klescka, PJ-Studentin, über diese Möglichkeit des Übens. „Ich schnüre hier minimalinvasiv Schnürsenkel“, schmunzelt die angehende Ärztin. Das sei eine echte Herausforderung und die Koordination zwischen Augen und Händen sei  wirklich anstrengend. „Nach gut anderthalb Stunden wurde es besser, wenn auch nur in ganz kleinen Schritten“, kommentiert sie am Ende ihren Erfolg.

Insgesamt haben 52 Assistenzärzte und PJ-Studenten das Angebot der „Simulator-OP“ im Rahmen des „Laparoskopie Basis Workshops“ im Elisabeth-Krankenhaus Essen angenommen. „Wir sind von dieser praktischen Variante des Übens und Lernens absolut überzeugt“, so Dr. Frank Piczlewicz. „Nicht umsonst heißt es: Übung macht den Meister.“