Fragen und Antworten zum geplanten Krankenhausneubau in Altenessen

Die Linde (Con-tilia: „mit der Linde“) im Unternehmensnamen steht für starke Wurzeln, Schutz und Sicherheit, Vielfalt und Gesundheit. Heute arbeiten rund 7.200 Mitarbeitende in den Krankenhäusern, Senioreneinrichtungen, den ambulanten Diensten, den Ärztehäusern, den Präventions-, Früherkennungs- und Rehabilitationseinrichtungen der Contilia Gruppe in ihrem Zeichen. Die Gruppe baut auf eine lange und christliche Tradition, die vor über 170 Jahren mit dem Elisabeth-Krankenhaus Essen und der St. Elisabeth-Stiftung Essen begonnen hat. Der historische Auftrag, den die gemeinnützige Unternehmensgruppe von ihren Gesellschaftern, der St. Elisabeth-Stiftung Essen, der Stiftung St. Marien-Hospital zu Mülheim an der Ruhr, dem St. Josef Kuratorium e.V. und der Beteiligungsgesellschaft des Bistums Essen mbH erhalten hat, lautet: Die Fürsorge für kranke, alte und andere hilfsbedürftige Menschen.

Durch den Zusammenschluss mit dem Katholischen Klinikum Essen hat die Contilia auch die Verantwortung für eine nachhaltige und qualitativ hochwertige Versorgung der Menschen in den nördlichen Stadteilen übernommen. Dabei wird es wichtig sein, ein integriertes Versorgungskonzept zu entwickeln, in das alle drei Gesundheitsstandorte im Essener Norden dauerhaft eingebunden sind. Dieses Konzept wird mit Blick auf den medizinischen Fortschritt einen immer größer werdenden Anteil an ambulanter Versorgung beinhalten. Die aktuell zum Teil noch starke Trennung zwischen „ambulant“ und „stationär“ wird zunehmend verschwinden. Schon heute wird die überwiegende Zahl aller Erkrankungen ohne einen stationären Aufenthalt behandelt. Und diese Entwicklung wird sich fortsetzen. So hat sich die Verweildauer der Patienten nach einer Behandlung im Krankenhaus in den letzten zehn Jahren von 11 auf rund 6 Tage verkürzt. Und damit liegt Deutschland im europäischen Vergleich immer noch hinter seinen Nachbarn. Gleichzeitig steigt bedingt durch den demographischen Wandel und veränderte Lebensbedingungen die Nachfrage zum Beispiel nach Kurzzeitpflegeplätzen oder speziellen Betreuungsangeboten für Menschen mit Demenz. Um hier Antworten auf die immer neuen Anforderungen der Menschen an moderne Medizin und Pflege geben zu können,  muss in enger Abstimmung mit den lokalen Akteuren vor Ort für alle Gesundheitsstandorte ein aufeinander abgestimmtes ganzheitliches, interdisziplinäres und standortübergreifendes Leistungsangebot entwickelt werden.

Die Gesundheitsversorgung in Deutschland befindet sich aktuell in einem grundlegenden Veränderungsprozess. Das Zusammenwachsen von ambulanten und stationären Leistungen, der digitale Wandel und die immer neuen medizinischen und technologischen Möglichkeiten haben tiefgreifende Auswirkungen. Im Kern dieser Veränderung steht die Forderung nach einem möglichst breiten Leistungsspektrum mit großer Expertise und ausgezeichneter Qualität. Diese berechtigten Erwartungen an ein modernes Krankenhaus sind aber nur durch innovative Infrastruktur und letztlich auch Größe zu erfüllen. Das neue Krankenhaus soll durch sein umfassendes Leistungsangebot aber nicht nur die Bedürfnisse der Patienten berücksichtigen, sondern im Werben um Spitzenmediziner und Pflegekräfte auch zu einem Leuchtturmprojekt für den Essener Norden werden.

Eigentlich ist die Tatsache, sich jederzeit in einem Krankenhaus behandeln lassen zu können, ein Privileg, um das uns sicherlich viele Menschen weltweit beneiden. Ein Ort, der die Menschen von Beschwerden befreit, der Schmerzen lindert und nicht selten sogar Leben rettet, sollte einer der begehrtesten Orte sein, den zu besuchen man die Möglichkeit hat. Trotzdem gehören Krankenhäuser bisher zu den Orten, die man emotional und räumlich aus seinem Lebensalltag ausklammert. Diese Sichtweise auf Krankenhäuser soll der Neubau ändern. Unter dem Dach des neuen Hauses finden Mitarbeiter, Patienten und ihre Angehörigen genauso zusammen, wie Bewohner oder Besucher des Stadtteils. Die einen, um Kinder auf die Welt zu bringen, Krankheiten zu behandeln oder Gesundheit zu fördern. Die anderen, weil das Haus mit seiner 24/7-Infrastruktur und der Lage im Zentrum des Stadtteils der ideale Ankerplatz für urbanes Miteinander ist. Dazu gehört selbstverständlich auch der Raum für christliches Miteinander. Und mehr. Ein Ort für alle Menschen. Ein lebendiger Ort. Ein Ort mitten im Leben. Aus diesem Grund ist das Gelände des derzeitigen Marienhospitals mit seiner unmittelbaren Anbindung an den Ortskern, die Einkaufszone, die U-Bahnstation und zahlreiche weitere Einrichtungen des öffentlichen Lebens der ideale Standort für den Neubau.

Anders als bei vielen bestehenden, älteren Krankenhäusern stehen heute die Bedürfnisse des Patienten im Zentrum einer modernen Krankenhausplanung. So sieht der zukunftweisende Entwurf des neuen Krankenhauses in Altenessen unter anderem die Trennung von nichtinvasiven und invasiven Bereichen vor. Zu den nichtinvasiven Bereichen gehören dabei die Zentrale Notaufnahme mit Unterbringungsmöglichkeit von Rettungs- und Notarztwagen, klinische Ambulanzen, die komplette Funktionsdiagnostik (Radiologie, Ultraschall, EKG, Labor u.w.), Aufnahmestation, Arztdienst, Patientenaufnahme, Wartebereich, Information, Warendisposition und Logistikflächen. Im invasiven Bereich befinden sich die Operationssäle einschl. Holdingarea, Intensiv- und IMC-Stationen, Kreißsäle, Endoskopie, Herzkatheterlabor, u.w.). Als Grundlage für optimale Betriebsabläufe und die damit verbundene bestmögliche patientenorientierte Versorgung werden diese Bereiche in Erdgeschoss und 1. Obergeschoss zusammengefasst.

Diese zwangsläufig so angeordneten Funktionen definieren den "Fußabdruck" eines prozessorientierten und zukunftsfähigen Krankenhausneubaus. Aus diesem Fußabdruck leitet sich die benötigte Grundfläche ab. Im Falle des geplanten Krankenhausneubaus in Altenessen beträgt die benötigte Grundstücksfläche 28.500 Quadratmeter. Auf dem Gelände des heutigen Marienhospitals stehen auch unter Nutzung aller bisherigen Freiflächen nur 23.800 Quadratmeter zu Verfügung. Daher sieht die Planung zwingend eine Einbeziehung des unmittelbar angrenzenden Kirchengrundstücks mit einer Fläche von 4.700 Quadratmetern vor. Darauf sollen 725 Betten in vier Geschossen untergebracht werden. Diese, im Wesentlichen bettenführenden Stationen, sind aber für die benötigte Grundstücksgröße nicht relevant.

Der bestehende Bebauungsplan weist den angrenzenden Karlsplatz als "Öffentliche Grünanlage" und Gemeinfläche aus, die in ihrer Funktionalität erhalten bleiben muss. Eine Nutzung als Krankenhausstandort ist demnach unzulässig.

Alternative Grundstücke, die die Standortanforderungen und baulichen Notwendigkeiten in realisierbarer Form vereinen, haben sich nach eingehender Prüfung nicht ergeben. Auch eine Verlagerung des Neubaus in das Gewerbegebiet "Emil Emscher" ist nicht möglich. Das Plangebiet wird durch den Bebauungsplan Nr. 2/80 „Gewerbegebiet Emil" abgedeckt, der hier Industrie- und Gewerbegebiete festsetzt. Der Regionale Flächennutzungsplan stellt für das Gebiet „Gewerbliche Baufläche, Bereich für gewerbliche und industrielle Nutzungen" dar, eine Nutzung als Krankenhausstandort ist also nicht zulässig.

Noch befinden sich die Planungen im Anfangsstadium. Bei einem Projekt dieser Größenordnung bedarf es zahlreicher Prüfungen, Ausschreibungen und Genehmigungsverfahren, deren zeitlicher Umfang nur schwer zu kalkulieren ist. Wenn man Erfahrungswerte von vergleichbaren Projekten zum Vergleich heranzieht, könnte nach derzeitigem Erkenntnisstand in 2022 mit dem Bau begonnen werden.

Die Bauausführung ist mit rund drei Jahren kalkuliert. Der erste Patient könnte also 2025 im neuen Krankenhaus behandelt werden.  

Die Planungen befinden sich aktuell in einem so frühen Stadium, dass zur Höhe der Investition  noch keine belastbare Aussage gemacht werden kann. Klar ist aber, dass ein Projekt dieser Dimension Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe mit sich bringt.