St. Josef-Krankenhaus Kupferdreh

Leistungsspektrum

Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie

Das Leistungsspektrum der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie umfasst eine breite Palette von diagnostischen, therapeutischen und chirurgischen Maßnahmen zur Versorgung von Patient:innen mit orthopädischen Erkrankungen und Unfallverletzungen.

Bei der operativen Behandlung unterschiedlicher Gelenkerkrankungen und Verletzungen steht für unsere Operateuere immer der Erhalt des eigenen Gelenkes im Vordergrund, wenn möglich auch mit medizinischen Techniken zum Knorpelaufbau. Kleiner Eingriffe sind ambulant über unsere operative Tagesklinik möglich. Nachbehandlung, Physiotherapie und ambulante Rehabilitation können direkt vor Ort in der Contilia Therapie und Reha beginnen. Bei unserem Diagnostikpartner ‚diavero‘ im eigenen Haus stehen alle bildgebenden Verfahren zur Verfügung.

Fußchirurgie

Für die große Zahl der Fußerkrankungen stehen heute vielfältige OP-Verfahren zur Verfügung. Dank umfassender Diagnostik und erfahrener Operateure erfolgt die individuell passende Therapie.

Korrektur-Operationen am Vorfuß:

  • Hallux Valgus
  • Hallux Rigidus
  • Hammerzehen
  • Kleinzehendeformitäten
  • Vorfuß- | Ballenschmerz

Eingriffe an Mittel- und Rückfuß:

  • Behandlung aller Verletzungen und Frakturen (z.B. an Fersenbein und Sprunggelenk)
  • Arthrose der Fußgelenke einschließlich Sprunggelenk

Gelenkerhaltende Eingriffe

Gelenkerhaltende Eingriffe zielen darauf ab, die natürliche Funktionalität der Gelenke zu bewahren.

Zum Spektrum der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie zählt auch die rekonstruktive Gelenkchirurgie an Hüfte, Knie und Sprunggelenk, verletzungsbedingt auch an Ellenbogen und Schulter.

  • Korrektur von Achsdeformitäten am Kniegelenk (O- oder X-Bein)
  • Behandlung von Knorpelschäden
  • Stabilisierung von Kapsel- und Bandverletzungen der Gelenke

Gelenkersatztherapie

In unserem zertifizierten Endoprothetikzentrum bieten wir unseren Patienten eine optimale, sichere und ganzheitliche Versorgung bei Hüft- und Kniegelenkersatz. Dies erreichen wir durch ein Team sehr erfahrener Hauptoperateure, ein breites Spektrum an Operationsverfahren und modernen Implantaten und ein Netzwerk aus Spezialisten unterschiedlicher medizinischer und pflegerischer Fachrichtungen, die bis zur Reha und Nachsorge den Behandlungsprozess begleiten. Dadurch ist eine standardisierte, aber optimal auf den einzelnen Patienten abgestimmte Versorgung möglich. Die hohe Qualität im EEPZ wird durch die unabhängige Zertifizierungsstelle regelmäßig bestätigt.

  • Gelenkersatztherapie: Implantation unterschiedlichster, für alle Indikationen geeigneter Systeme
  • Prothesenwechsel-Operation
  • computernavigierte Operationstechniken
  • minimal-invasive Chirurgie

Gelenkspiegelung

Die Gelenkspiegelung, auch Arthroskopie genannt, ist eine minimalinvasive Technik. Durch kleine Schnitte und den Einsatz einer Kamera können Ärzt:innen präzise diagnostizieren und gleichzeitig therapeutische Maßnahmen durchführen, um Schäden zu beheben.

Zahlreiche Eingriffe können per Arthroskopie (Gelenkspiegelung) erfolgen, z.B. an Knie- und Sprunggelenk:

  • Meniskusverletzungen
  • Knorpelverletzungen
  • Kreuzbandrisse
  • Entfernung von freien Gelenkkörpern
  • Erkrankung der Gelenkschleimhaut, z.B. bei rheumatischen Erkrankungen

Sportmedizin

Sportmedizin ist ein weiterer bedeutender Bereich, der sich mit der Prävention, Diagnose und Behandlung von sportbedingten Verletzungen beschäftigt. Sportmediziner haben ein umfassendes Verständnis für die spezifischen Anforderungen von Sportlern und können gezielt auf deren Bedürfnisse eingehen.

Unsere sportmedizinisch erfahrenen Ärzt:innen versorgen alle Arten von Sportverletzungen, u.a.:

  • Verletzungen an Extremitäten: Knochen-, Gelenk- und Bandverletzungen
  • Knorpelschäden: Knorpelaufbauende und -erhaltende Behandlung z.B. durch Knorpelzelltransplantation
  • Instabilitäten und Weichteilverletzungen

Traumatologie

Die Traumatologie befasst sich mit der Versorgung von Verletzungen, insbesondere Brüchen und Verrenkungen. Hier kommt es darauf an, eine optimale Wiederherstellung der betroffenen Strukturen zu gewährleisten. 

  • Behandlung von Verletzungen aller Art
  • Verletzungen nach Unfällen
  • Arbeits-, Wege-, Schulunfälle (Zulassung zum  berufsgenossenschaftlichen Heilverfahren, D-Arzt-Verfahren)
  • Sport- und Freizeitunfälle
  • Altersbedingte Verletzungen
  • Sehnen- und Weichteilverletzungen

Bikini-Schnitt bei Hüftprothese

Minimalinvasive Hüft-OP: Der Bikini-Schnitt für schnelle Genesung (DAA)

Schonende Behandlung bei Hüftprothesen

Bei der Implantation einer Hüftprothese geht es heute längst nicht mehr nur um die Lebensdauer des Implantats. Moderne Materialien bieten bereits hervorragende Haltbarkeit und geringe Abnutzung. Dadurch rückt ein anderer Aspekt in den Mittelpunkt: eine besonders gewebeschonende Operation, die eine schnelle Erholung ermöglicht.

Eine Methode, die genau diesen Ansatz verfolgt, ist der sogenannte Bikini-Schnitt, ein minimalinvasiver Zugang über die Vorderseite der Hüfte.

 

Vorteile für Patient:innen im Alltag
Der große Nutzen dieser Technik zeigt sich vor allem nach der Operation. Viele Patient:innen profitieren von einer deutlich verkürzten Erholungsphase und können schneller wieder aktiv werden.

Typische Vorteile sind:

  • Frühe Mobilität: erste Bewegungen oft bereits kurz nach dem Eingriff möglich
  • Reduzierte Schmerzen: weniger Belastung für Muskeln und Gewebe
  • Stabile Hüfte: geringeres Risiko für ein Auskugeln der Prothese
  • Natürliche Bewegungsabläufe: Muskeln bleiben funktionsfähig

Diese Eigenschaften machen den minimalinvasiven Zugang besonders attraktiv für Menschen, die schnell wieder in ihren Alltag zurückkehren möchten.

 

Wie funktioniert der Bikini-Schnitt?
Beim Bikini-Schnitt handelt es sich um einen vorderen Zugang zur Hüfte (Direct Anterior Approach, DAA). Der Hautschnitt wird entlang der natürlichen Hautfalte in der Leiste gesetzt.

Der entscheidende Unterschied zu klassischen Verfahren liegt darin, dass der Operateur keine Muskeln durchtrennt, sondern vorhandene Zwischenräume nutzt. Dadurch bleibt die Struktur der Muskulatur weitgehend intakt. Zusätzlich bietet dieser Zugang eine sehr gute Übersicht während der Operation, was die präzise Platzierung der Prothese unterstützt.

 

Hohe Präzision für langfristige Ergebnisse
Eine exakt eingesetzte Hüftprothese ist entscheidend für Funktion, Stabilität und Haltbarkeit. Durch den vorderen Zugang in Kombination mit moderner Bildgebung kann die Prothese besonders genau positioniert werden. Das hat spürbare Vorteile:

  • bessere Gelenkfunktion
  • höhere Stabilität im Alltag
  • langfristig zuverlässige Ergebnisse

 

Kaum sichtbare Narbe – auch ästhetisch überzeugend
Ein weiterer Pluspunkt liegt im Erscheinungsbild nach der Operation. Da der Schnitt in der Leistenfalte liegt, ist die Narbe später meist kaum sichtbar. Gerade für aktive Menschen oder Patient:innen mit ästhetischem Anspruch spielt dieser Faktor eine wichtige Rolle, beispielsweise beim Sport.

 

Für wen eignet sich diese Methode?
Der minimalinvasive Bikini-Schnitt bei Hüftprothesen ist für viele Patientengruppen geeignet. Besonders häufig wird er eingesetzt bei:

  • aktiven und sportlichen Menschen
  • Patient:innen mit Wunsch nach schneller Rehabilitation
  • Berufstätigen mit kurzer Ausfallzeit
  • Personen mit ästhetischen Ansprüchen
  • adipöse Patient:innen

Hüftimpingement

Hüftimpingement (femoroacetabuläres Impingement, FAI): Ursachen, Symptome und Behandlung

Wenn die Hüfte Schmerzen bei Bewegung verursacht

Schmerzen in der Hüfte beim Sitzen, Beugen oder bei sportlicher Aktivität können auf ein sogenanntes femoroacetabuläres Impingement (FAI) hinweisen. Dabei handelt es sich um eine mechanische Enge im Hüftgelenk, die die Beweglichkeit einschränkt und auf Dauer das Gelenk schädigen kann.

Das Hüftgelenk selbst ist als Kugelgelenk aufgebaut und ermöglicht normalerweise eine große Bewegungsfreiheit. Kommt es jedoch zu einem ungünstigen Kontakt zwischen Hüftkopf und Gelenkpfanne, entstehen Reibung und Druck – die typischen Auslöser für Beschwerden.

 

Typische Symptome eines Hüftimpingements
Ein Hüftimpingement macht sich häufig schleichend bemerkbar. Zu den häufigsten Anzeichen zählen:

  • Schmerzen in der Leiste oder im vorderen Hüftbereich
  • Beschwerden beim längeren Sitzen
  • Schmerzen bei Hüftbeugung oder Drehbewegungen
  • eingeschränkte Beweglichkeit

Bleibt die Ursache unbehandelt, kann es zu Schäden an wichtigen Strukturen im Gelenk kommen, insbesondere am Labrum (Gelenklippe).

 

Warum ein Hüftimpingement behandelt werden sollte
Das femoroacetabuläre Impingement wird heute als Vorstufe einer Hüftarthrose angesehen. Durch die wiederholte mechanische Belastung entstehen langfristig Knorpelschäden und Abnutzungserscheinungen.

Eine frühzeitige Diagnose und Therapie ist daher entscheidend, um:

  • Folgeschäden zu vermeiden
  • die Gelenkfunktion zu erhalten
  • einen frühzeitigen Gelenkverschleiß zu verhindern

 

Häufige Ursachen des Hüftimpingements
In den meisten Fällen liegt die Ursache in einer veränderten knöchernen Form des Hüftgelenks. Dabei unterscheidet man verschiedene Varianten, die einzeln oder kombiniert auftreten können:

  • CAM-Impingement: Unrunde Form am Übergang von Hüftkopf und Oberschenkelhals
  • Pincer-Impingement: Zu starke Überdachung der Hüftpfanne
  • Rotationsfehlstellungen: Abweichende Ausrichtung des Oberschenkelknochens

Diese knöchernen Veränderungen führen dazu, dass es bei bestimmten Bewegungen zu einem frühzeitigen Kontakt der Gelenkpartner kommt.

 

Moderne Diagnostik für eine individuelle Therapie
Für die optimale Behandlung spielt eine genaue Analyse der anatomischen Situation eine große Rolle. Moderne Verfahren wie 3D-Bildgebung und Simulationen ermöglichen eine detaillierte Darstellung der Hüfte. Dadurch kann die Therapie exakt auf die jeweilige Ursache abgestimmt werden, ein entscheidender Faktor für den langfristigen Erfolg.

 

Behandlung des Hüftimpingements

Die Wahl der Therapie hängt vor allem davon ab, wo und wie stark die Veränderungen im Gelenk ausgeprägt sind.

Minimalinvasive Hüftarthroskopie
In vielen Fällen können die knöchernen Veränderungen schonend im Rahmen einer Hüftarthroskopie behandelt werden. Dabei handelt es sich um einen minimalinvasiven Eingriff mit kleinen Schnitten und schnellerer Erholungszeit.

Offene Operation
Bei komplexeren Fehlformen kann ein offenes chirurgisches Verfahren notwendig sein, um die Anatomie korrekt wiederherzustellen.

 

Früh erkennen, gezielt behandeln
Das Hüftimpingement (FAI) ist eine häufige Ursache für Hüftschmerzen, insbesondere bei aktiven Menschen. Wird die Erkrankung frühzeitig erkannt, bestehen sehr gute Chancen, das Gelenk langfristig zu erhalten und Beschwerden deutlich zu reduzieren.

Hüftdysplasie

Gestörte Hüftentwicklung: Was hinter einer Hüftdysplasie steckt

Fehlbildung des Hüftgelenks früh erkennen

Die Hüftdysplasie ist eine angeborene oder entwicklungsbedingte Fehlstellung des Hüftgelenks. Dabei ist die Gelenkpfanne nicht optimal ausgeprägt, sodass sie den Hüftkopf nicht ausreichend überdeckt. Diese unzureichende Passform kann langfristig zu einer Instabilität des Gelenks führen und erhöht das Risiko für frühzeitigen Knorpelverschleiß sowie eine spätere Arthrose.

 

Aufbau eines gesunden Hüftgelenks
Um die Auswirkungen besser zu verstehen, hilft ein Blick auf die normale Anatomie:
Das Hüftgelenk besteht aus zwei zentralen Strukturen:

  • dem Hüftkopf, der kugelförmig ist
  • der Hüftpfanne (Acetabulum), die ihn umschließt

In einer gesunden Hüfte greifen beide Komponenten optimal ineinander. So wird die Belastung gleichmäßig verteilt und eine schmerzfreie Bewegung ermöglicht. Bei einer Hüftdysplasie hingegen ist die Pfanne zu flach oder ungünstig geformt, wodurch der Hüftkopf nicht ausreichend geführt wird.

 

Ursachen und Risikofaktoren im Überblick
Die Entstehung der Hüftdysplasie ist meist nicht auf eine einzelne Ursache zurückzuführen. Vielmehr wirken mehrere Faktoren zusammen.
Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen:

  • Vererbung: Familiäre Häufungen sind bekannt
  • Geschlecht: Mädchen sind häufiger betroffen
  • Erstgeborene: erhöhtes Risiko durch Platzverhältnisse im Mutterleib
  • Beckenendlage: ungünstige Position vor der Geburt
  • Wickelgewohnheiten: gestreckte Beinposition kann die Entwicklung beeinflussen

 

Symptome: Wie macht sich eine Hüftdysplasie bemerkbar?
Die Beschwerden können je nach Alter sehr unterschiedlich ausfallen.

Bei Säuglingen

  • eingeschränkte Beweglichkeit der Hüfte
  • unterschiedliche Beinlängen
  • auffällige Geräusche („Klicken“) im Gelenk

Bei älteren Kindern und Erwachsenen

  • Schmerzen in Hüfte, Oberschenkel oder Knie
  • Hinken oder unsicherer Gang
  • eingeschränkte Beweglichkeit
  • zunehmender Gelenkverschleiß bis hin zur Arthrose+

Viele Betroffene bleiben zunächst beschwerdefrei, weshalb die Erkrankung oft erst spät erkannt wird.

 

Diagnose: Moderne Verfahren für klare Befunde
Eine frühzeitige Diagnose ist entscheidend für den Behandlungserfolg.
Typische Untersuchungsmethoden sind:

  • Ultraschall (Sonografie): Standard bei Neugeborenen zur Früherkennung
  • Röntgenaufnahmen: geben Aufschluss über die knöchernen Strukturen bei älteren Patient:innen
  • klinische Untersuchung: Überprüfung der Beweglichkeit und Stabilität

Diese Kombination ermöglicht eine genaue Einschätzung des Schweregrades.

 

Behandlung der Hüftdysplasie
Die Therapie richtet sich nach dem Alter sowie dem Ausmaß der Fehlbildung. Ziel ist es immer, die Funktion des Hüftgelenks zu erhalten und Folgeschäden zu vermeiden.

Behandlung bei Säuglingen
Wird die Hüftdysplasie früh erkannt, lässt sie sich oft konservativ behandeln. Häufig kommen Spreizhosen oder Schienen zum Einsatz, die die Hüfte in eine günstige Position bringen.

Therapie bei Kindern
In manchen Fällen ist eine Einrenkung des Hüftkopfes notwendig, entweder ohne Operation (geschlossen) oder operativ. Anschließend wird das Gelenk meist mit einem Gips stabilisiert.

Behandlung im Erwachsenenalter
Bei Erwachsenen stehen zunächst nicht-operative Maßnahmen im Vordergrund, z. B.:

  • Physiotherapie
  • gezielte Kräftigung der Muskulatur
  • Schmerztherapie

Bei ausgeprägten Fehlstellungen kann ein chirurgischer Eingriff sinnvoll sein, beispielsweise eine periazetabuläre Osteotomie (PAO) zur Korrektur der Pfanne. In fortgeschrittenen Fällen kommt auch eine Hüftprothese in Betracht.

 

Warum eine frühe Behandlung entscheidend ist
Unbehandelt kann die Hüftdysplasie zu einem vorzeitigen Verschleiß des Gelenks führen.
Eine rechtzeitige Therapie bietet hingegen die Chance:

  • die natürliche Gelenkfunktion zu erhalten
  • Schmerzen zu vermeiden
  • spätere Operationen hinauszuzögern oder zu verhindern

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen im Säuglingsalter spielen dabei eine zentrale Rolle.

 

Tipps zur Vorbeugung
Eltern können die gesunde Entwicklung der Hüfte aktiv unterstützen:

  • auf hüftfreundliches Wickeln achten (Beine nicht gestreckt fixieren)
  • Tragehilfen nutzen, die eine Anhock-Spreiz-Haltung fördern
  • empfohlene Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen

Periacetabuläre Osteotomie bei Hüftdysplasie

Periacetabuläre Osteotomie als moderne Therapie bei Hüftdysplasie

Innovative Planung für präzise Ergebnisse

Die Behandlung der Hüftdysplasie hat sich in den letzten Jahren erheblich weiterentwickelt. Eine wichtige Rolle spielt dabei die patientenindividuelle Operationsplanung auf Basis von CT-Daten. Dieses Verfahren wurde maßgeblich von Prof. Dr. med. Sufian Ahmad entwickelt und kontinuierlich weiter optimiert. Auf Grundlage dreidimensionaler Bildgebung entstehen individuell angepasste Systeme, die eine exakte Schnittführung im Knochen ermöglichen.

Ziel ist es, die Hüftpfanne präzise neu auszurichten und so für jede:n Patien:tin die optimale anatomische Position zu erreichen. Diese personalisierte Herangehensweise verbessert die biomechanischen Verhältnisse im Hüftgelenk und trägt zu langfristig stabilen Ergebnissen bei. Die Methode hat sich mittlerweile international etabliert und wird sowohl in Europa als auch in den USA erfolgreich eingesetzt.

 

Was passiert bei einer periacetabulären Osteotomie
Die periazetabuläre Osteotomie (PAO) ist ein modernes Verfahren zur operativen Korrektur einer Hüftdysplasie. Dabei wird die Hüftpfanne gezielt gelöst und neu ausgerichtet, sodass der Hüftkopf besser überdacht wird. Durch diese Korrektur kann die Fehlstellung dauerhaft behoben werden. Die Operation erfolgt über einen vergleichsweise kleinen Zugang im Bereich des Beckens und gilt bei entsprechender Erfahrung als sichere Methode mit überschaubarem Risiko.

 

Schnelle Erholung durch modernes Behandlungskonzept
Ein besonderes Merkmal ist das sogenannte Rapid-Recovery-Konzept. Dieses zielt darauf ab, die Genesung deutlich zu beschleunigen und die Rückkehr in den Alltag zu erleichtern.
Bereits kurz nach dem Eingriff können Patient:innen:

  • die Hüfte bewegen
  • mit Unterarmgehstützen mobilisiert werden
  • die Muskulatur frühzeitig aktivieren

Zunächst erfolgt eine Teilbelastung von etwa 20 kg, bevor nach wenigen Wochen schrittweise die volle Belastung erreicht wird. Dieser Ansatz unterstützt den schnellen Muskelaufbau und reduziert die Ausfallzeit.

 

Sicherheit und Erfahrung des Operateurs
Die PAO zählt zu den anspruchsvolleren Eingriffen in der Orthopädie. Entscheidend für den Erfolg ist die Erfahrung des behandelnden Chirurgen. Bei spezialisierten Operateuren, die regelmäßig eine hohe Anzahl solcher Eingriffe durchführen, gilt die Methode als zuverlässig und komplikationsarm. Eine entsprechende Expertise trägt maßgeblich zu einem optimalen Ergebnis bei.

 

Ablauf und Dauer der Operation
Die eigentliche Operation nimmt in der Regel zwischen 20 und 50 Minuten in Anspruch. Der anschließende stationäre Aufenthalt beträgt meist 3 bis 5 Tage. Voraussetzung für die Entlassung ist, dass Patient:innen sicher mit Gehhilfen mobil sind.

 

Heilungsverlauf und Belastungsaufbau
Nach der Operation beginnt unmittelbar die Mobilisation.

  • Tag 1: erste Bewegung und Gehen mit Gehstützen
  • erste Wochen: Teilbelastung (ca. 20 kg)
  • ab Woche 4–6: Übergang zur Vollbelastung

Die Wundheilung ist üblicherweise nach etwa 7 bis 10 Tagen abgeschlossen. Die vollständige funktionelle Erholung kann sich jedoch über mehrere Monate erstrecken, mit kontinuierlicher Verbesserung bis zu einem Jahr.

 

Rückkehr in Beruf und Alltag
Die Wiederaufnahme beruflicher Tätigkeiten hängt von der Belastung im Alltag ab:

  • Bürotätigkeit: häufig nach 3–4 Wochen wieder möglich
  • körperlich anspruchsvolle Arbeit: in der Regel nach etwa 10–12 Wochen

 

Sport nach der PAO
Auch sportliche Aktivitäten können schrittweise wieder aufgenommen werden:

  • nach ca. 6 Wochen: gelenkschonende Bewegung wie Radfahren oder Schwimmen
  • nach etwa 3 Monaten: intensivere Belastungen wie Laufen
  • Sportarten mit Drehbewegungen: sollten zunächst vermieden werden

Kompetenzzentrum für Hüfterkrankungen und Hüftchirurgie

Expert:innen für Hüfterkrankungen und Hüftchirurgie

Ganzheitliche Diagnostik und individuelle Therapie aus einer Hand

Hüftschmerzen sind häufig komplexer, als es auf den ersten Blick scheint. Nicht selten werden sie falsch eingeordnet oder unzureichend behandelt, weil der Blick zu stark auf einzelne Verfahren wie Arthroskopie oder künstlichen Gelenkersatz gerichtet ist. Eine solche einseitige Spezialisierung kann dazu führen, dass die eigentliche Ursache der Beschwerden übersehen wird. Für Betroffene bedeutet das oft einen langen Weg durch verschiedene Facharztpraxen, verzögerte Diagnosen und im ungünstigsten Fall unnötige oder verfrühte operative Eingriffe.

Unser Ansatz ist daher bewusst anders: Wir verstehen uns als umfassendes Kompetenzzentrum für die gesamte Hüfte – mit dem Ziel, Beschwerden präzise zu erkennen und optimal zu behandeln.

 

Individualisierte Therapie für jede Hüfte
Im Mittelpunkt steht bei uns immer die einzelne Patientin bzw. der einzelne Patient. Statt standardisierter Lösungen setzen wir auf eine individuelle Entscheidungsfindung, die alle verfügbaren Therapieoptionen berücksichtigt.

Das umfasst:

  • konservative Behandlungsstrategien
  • gelenkerhaltende Operationen
  • modernen Hüftgelenkersatz
  • spezialisierten Umgang mit bereits operierten Hüften

So stellen wir sicher, dass jede Therapie genau auf die jeweilige Situation und die persönlichen Ziele abgestimmt ist.

 

Unsere Leistungen im Überblick

Interdisziplinäre Zusammenarbeit
Ein erfahrenes Team aus Orthopäden, Hüftspezialisten, Radiologen und Physiotherapeuten arbeitet eng zusammen. Durch diese Vernetzung können Befunde umfassend bewertet und optimal aufeinander abgestimmte Therapiekonzepte entwickelt werden.

 

Präzise und moderne Diagnostik
Eine fundierte Diagnose ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Behandlung. Deshalb kombinieren wir verschiedene Verfahren:

  • ausführliche klinische Untersuchung
  • standardisierte Röntgendiagnostik
  • MRT und CT (bei Bedarf mit spezieller Metallartefaktreduktion)
  • funktionelle und dynamische Analysen

Diese umfassende Herangehensweise ermöglicht eine exakte Ursachenklärung auch bei komplexen Beschwerden.

 

Maßgeschneiderte Behandlungsstrategien
Auf Basis aller erhobenen Befunde entwickeln wir individuelle Therapiepläne. Dabei werden operative und nicht-operative Maßnahmen sorgfältig gegeneinander abgewogen – immer unter Einbeziehung Ihrer persönlichen Ziele und Lebensumstände.

 

Gelenkerhalt vor Gelenkersatz
Wann immer möglich, setzen wir auf gelenkerhaltende Verfahren, um die natürliche Funktion der Hüfte zu bewahren. Dazu gehören sowohl minimalinvasive Techniken als auch komplexe rekonstruktive Eingriffe zur Korrektur von Fehlstellungen.

 

Moderne Endoprothetik und Revisionseingriffe
Wenn ein Gelenkersatz erforderlich ist, kommen moderne Prothesensysteme und bewährte Operationsverfahren zum Einsatz. Auch bei bereits eingesetzten Hüftprothesen bieten wir spezialisierte Lösungen, etwa bei Lockerungen oder anhaltenden Beschwerden.

 

Strukturierte Rehabilitation und Nachsorge
Eine erfolgreiche Behandlung endet nicht mit der Operation. Durch gezielte physiotherapeutische Konzepte und eine engmaschige Betreuung unterstützen wir die Wiederherstellung von Beweglichkeit, Belastbarkeit und Lebensqualität.

 

Zweitmeinung und unabhängige Beratung
Wir bieten Ihnen die Möglichkeit, bestehende Diagnosen und Therapieempfehlungen objektiv überprüfen zu lassen. Dabei erklären wir verständlich alle Optionen sowie deren Vor- und Nachteile, sodass Sie eine fundierte Entscheidung treffen können.

 

Ihr Vorteil als Patient:in
Als spezialisiertes Kompetenzzentrum für Hüfte bündeln wir alle diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten an einem Ort. Das bedeutet für Sie:

  • schnellere und sichere Diagnosen
  • individuell abgestimmte Behandlung
  • Vermeidung unnötiger Eingriffe
  • optimale Versorgung – von der ersten Abklärung bis zur Nachsorge

Foto oben: stock.adobe.com pixdesign123
Menüpunkte: Fußchirurgie - Fotolia wildworx, Gelenkerhaltende Eingriffe - Matthias Duschner, Gelenkersatztherapie - stock.adobe.com Adisak, Gelenkspiegelung - Matthias Duschner, Traumatologir - Matthias Duschner