Simulator-Woche für junge Mediziner

Operation im Konferenzraum – nur simuliert. Carolin Lechtermann und Dr. Hannah Peter, beide Assistenzärztinnen in der Frauenklinik des Elisabeth-Krankenhauses Essen, schauen konzentriert auf den Bildschirm. In den Händen halten die beiden jungen Frauen langstielige Instrumente. Sie haben – rein technisch gesehen – soeben eine Sterilisation durchgeführt, einen Eileiter durchtrennt.

Der nächste Schritt ist die Naht. Carolin Lechtermann führt die Kamera, die durch eine kleine Öffnung im Bauchnabel gesteckt ist. Auf dem Bildschirm zeigt sich das Bauchinnere, die Medizinerinnen sehen ganz genau, wo sie mit den Instrumenten arbeiten. Dr. Hanna Peter näht – Stück für Stück. Genauso könnte eine Operation in der Frauenklinik des Elisabeth-Krankenhauses Essen aussehen. Heute ist es nur eine Simulation-Laparoskopie, eine Bauchspiegelung durch kleine Öffnungen in der Bauchdecke. In der „Organschublade“ unter der Bauchdecke befindet sich der weibliche Unterbau mit Uterus und Eileitern – alles aus Silikon, handgefertigt.

Jonglieren mit drei Bällen

„Das sieht so einfach aus und ist doch so schwierig“, schmunzeln die beiden Frauen. Das Angebot der Simulator-Woche begeistert die jungen Ärztinnen. „Das Üben solcher Eingriffe ist so wichtig. Je mehr Übung desto besser und souveräner wird man“, ist Caroline Lechtermann, die sich im dritten Weiterbildungsjahr befindet, überzeugt. Das Üben von Operationen gehe über alles, so auch Dr. Frank Piczlewicz, Oberarzt in der Frauenklinik des Elisabeth-Krankenaus Essen, der die Simulator-Woche und das Laparoskopie-Training organisiert hat. „Junge Assistenzärzte - und in diesem Jahr erstmals auch Studenten im Praktischen Jahr  - können an Silikon-Attrapen fast reale Operationsituationen erleben“, so Piczlewicz. Der erfahrene Oberarzt vergleicht die Arbeit im OP gerne mit dem Jonglieren mit drei Bällen. „Es geht einem nur einfacher und schneller von der Hand, je mehr Übung man hat.“

Geschicklichkeit und Konzentration

Holzperlen in ein kleines Gefäß legen, aus einem Tupfer einen kleinen Kreis schneiden – den ersten Umgang mit den medizinischen Instrumenten erlernen. Diese Möglichkeit haben die Studenten, die sich im Praktischen Jahr befinden, im Rahmen der Simulator-Woche. Gordina Cremer übt an dem etwas kleineren Simulator und freut sich über die ersten Erfolge im Umgang mit den langstieligen Instrumenten. „Bisher habe ich bei laparoskopischen Eingriffen zuschauen dürfen, hier führe ich die Instrumente selbst. Das ist wirklich toll“, erzählt die Studentin nicht ohne Stolz. Im OP sei das Mitarbeiten für Studentinnen nicht erlaubt, so Gordina Cremer. „Eines steht für mich nach dieser Simulator-Woche fest: mein Wunsch, später in der Frauenheilkunde zu arbeiten, ist bestärkt worden“, lächelt Gordina Cremer.