Leuchttürme und Aufruf zum Plagiat - Verleihung des Rudi Assauer Preises 2017 auf Schalke

19.12.2017 Altersmedizin, Pflege und Betreuung

Zum fünften Mal vergab die Rudi Assauer Initiative Demenz und Gesellschaft gestrigen Montag, 18. Dezember, den Rudi Assauer Preis. Insgesamt wurden fünf Projekte ausgezeichnet und ein Medienpreis vergeben. Wie auch in den vergangenen Jahren war die Rudi Assauer Initiative mit der Preisverleihung zu Gast in der VELTINS-Arena auf Schalke.

Die Rudi Assauer Initiative Demenz und Gesellschaft zeichnet mit dem Preis fünf innovative Projekte von Einzelpersonen oder Gruppen aus, die zum Ziel haben, die Lebensqualität von an Demenz erkrankten Menschen und betreuenden Angehörigen zu verbessern. Ebenfalls ausgezeichnet werden im Rahmen des sogenannten „Medienpreises“ Informationskampagnen oder Medienberichte, die  dazu beitragen, das Krankheitsbild Demenz in der Öffentlichkeit weiter zu enttabuisieren. „Die engagierten Menschen und ihre Projekte sind wie Leuchttürme. Sie strahlen in die Gesellschaft und helfen mit, die Krankheit Demenz zu enttabuisieren“, so Werner Hansch, Mitglied im Beirat der Initiative und Moderator des Festaktes.

Preisträger

Der mit insgesamt 9200 € dotierte Preis ging im Jahr 2017 an folgende Preisträger und ihre Projekte: 

Der erste Preis, dotiert mit 4000€, ging an die Oper Köln mit dem Projekt „Oper für Jung und Alt“. Seit der Spielzeit 2013/2014 ermöglicht das Projekt Menschen mit Demenz und deren Angehörigen sowie Kindern Opernbesuche. Neben der Anpassung der Rahmenbedingungen des Opernbesuchs entsprechend der kognitiven und körperlichen Fähigkeiten unterstützt das Projekt auch die intergenerative Begegnung von Kindern und Demenzerkrankten.

Über den zweiten Preis (3000€) freute sich das Kompetenzzentrum Demenz in Schleswig-Holstein. „Der Bauernhof als Ort für Menschen mit Demenz“ wurde als Kooperationsprojekt der Alzheimer Gesellschaft Schleswig-Holstein und der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein ins Leben gerufen. Seit 2015 werden Freizeitangebote auf dem teilnehmenden Höfen für Menschen mit Demenz angeboten.

Das Projekt „Gesundheit in Bewegung 2.0“ der Fachhochschule Kärnten (Österreich) wurde mit dem dritten Preis (1000€) ausgezeichnet. Das Projekt befasst sich mit der partizipativen Entwicklung eines bedürfnis- und bedarfsgerechten Bewegungsprogramms für Menschen mit Demenz im Bereich Pflegeheim, sowie dessen Umsetzung, Evaluation und nachhaltiger Verankerung in der Lebenswelt von Menschen mit Demenz.

Die Mitarbeiter des Caritas SeniorenHauses in Schönenberg-Kübelberg (Rheinland-Pfalz) freuten sich über den vierten Rudi Assauer Preis (700€). Ausgezeichnet wurde das seit 2011 bestehende Projekt „Mitternachtsbetreuung“. Täglich zwischen 18.30 und Mitternacht werden in dem Haus verschiedene Angebote, wie Gesellschaftsspiele, Vorlesungen, Singen, Spaziergänge, für Menschen mit Demenz gemacht. Das Projekt hat zum Ziel, veränderten Schlafgewohnheiten der Erkrankten gerecht zu werden sowie die Gabe von Psychopharmaka und Schlafmedikationen zu reduzieren.

Karola Becker, aus Rehweiler (Rheinland-Pfalz), freute sich über den fünften Preis, der mit 500€ Preisgeld versehen ist. Becker ist seit 2013 Marte Meo Fachberaterin für Angehörige von Menschen mit Demenz sowie für Pflege- und Betreuungskräfte.

Der Medienpreis, der mit 1000€ dotiert ist, ging in diesem Jahr an Dr. Bernhard Albrecht, Autor der Stern-Redaktion/ Ressort Wissen. Ausgezeichnet wurde Albrecht für sein stern-Gespräch „Auch wenn die Krankheit das Leben nimmt, die Liebe kann sie nicht nehmen“, erschienen am 8. Juni 2017 im Stern.

Musikalisch begleitet wurde der Festakt in diesem Jahr von Mitgliedern der Kölner Oper sowie dem Chor des Contilia Seniorenstifts Haus Berge.


Rudi Assauer hat seine Demenzerkrankung im Februar 2012 durch die ZDF-Dokumentation „Ich will mich nicht vergessen“ öffentlich gemacht. Eine breite mediale Erörterung von Problemen und gesellschaftlichen Herausforderungen im Zusammenhang mit dementiell Erkrankten war die Folge. Ein Jahr später gründete sich die gemeinnützige Rudi Assauer Initiative Demenz und Gesellschaft, mit dem Ziel das Krankheitsbild Demenz aus der gesellschaftlichen Tabuzone herauszuholen. Im Beirat der Initiative sind Persönlichkeiten wie Franz Müntefering, Fritz Pleitgen, Clemens Tönnies und Heiner Kamps vertreten.