Seniorenstift St. Engelbertus als Kneipp-Einrichtung zertifiziert

Erstellt von Katja Grün

07.09.2018 Pflege und Betreuung

Die Contilia kann Ponys, sie kann Karnevalszug, sie kann tanzen, singen und schauspielern. Und jetzt kann sie auch Kneipp. Zu verdanken ist dies den engagierten Mitarbeitern im Seniorenstift St. Engelbertus. Sie machten sich vor bereits drei Jahren auf den Weg, bildeten die ersten zwei Mitarbeiter aus, führten die ersten Anwendungen und Aktionen nach Kneipp ein und entwickelten sich über die Jahre weiter, so dass sie nun, am 30. August 2018, stolz ihr Zertifikat als erste offizielle Kneipp-Einrichtung in Mülheim an der Ruhr in Empfang nehmen konnten.

Die Motivation, sich mit Kneipp und seinen Lehren zu beschäftigen, war das erwartete “Mehr an Lebensqualität“ für Bewohner und Mitarbeiter. Wasseranwendungen, Wickel und Bäder wurden eingeführt und schnell wurde deutlich: Auch im Alter kann jeder mit einfachen Mitteln etwas für seine Gesundheit und für das eigene Wohlbefinden tun.

Viele Senioren des Hauses ließen sich gerne darauf ein und genießen nun die neuen Angebote: Nach dem Frühstück barfuß über die noch taunasse Wiese laufen, ein munter machendes kaltes Armbad nach dem Mittagsschlaf oder zum besseren Einschlafen ein kalter Knieguss am Abend. Bald wurden auch andere bekannte Anwendungen eingeführt, wie der warme Heuwickel bei Erkältungen oder die Bienenwachsauflage zum Entspannen.

Kühlende Quarkwickel und individuell gemischte Kräutertees gehören seitdem ebenfalls zu den bewährten Hausmitteln, die die Senioren und Mitarbeiter für die tägliche Altenpflege neu entdecken und die auch bei den regelmäßigen Kneipp-Aktionstagen im Mittelpunkt stehen. Parallel dazu wurden neue Bewegungs- und Beschäftigungsangebote geschaffen und der tägliche Speiseplan kritisch überprüft, denn Kneipp ist weit mehr als nur Wassertreten. So wird nun noch mehr Wert auf saisonale, regionale und möglichst naturbelassene Zutaten sowie möglichst schonende Zubereitung gelegt.

Auch weitere Mitarbeiter aus den verschiedensten Arbeitsbereichen des Hauses wurden im Laufe der drei Jahre in kleinen Schulungseinheiten mit den Verfahren und Wirkweisen von Kneipp vertraut gemacht. Vom Pflege- und Betreuungsmitarbeiter über den Verwaltungsmitarbeiter und die Küchenhilfe. Man kann also sagen, dass Kneipp die Einrichtung durchdrungen hat und seine Idee, die Selbstheilungskräfte zu aktivieren und somit die Widerstandfähigkeit und das innere Gleichgewicht zu kräftigen, hier gelebt wird. Dies bestätigte nun Ende August auch das verliehene Zertifikat.

Zur feierlichen Zertifikatsübergabe war die Vorsitzende des Kneipp-Bunds Nordrhein-Westfalen, Josefine Marten, eigens angereist. Einrichtungsleiter Dirk Wiegmann nahm die Auszeichnung gerne entgegen – mit Stolz, aber auch mit ganz viel Dankbarkeit gegenüber seiner engagierten Mitarbeiter. Der Festakt war eingebettet in einen Kneipp-Aktionstag und fand im sonnigen Garten der Einrichtung statt.

Bewohner wie geladene Gäste genossen die vielfältigen Aktionen wie Wasseranwendungen, Rollator-Tanz, Thai-Chi, Kräuterseifenherstellung oder Sandbilder kreieren. Hier konnte sich jeder ausprobieren, sich mit der Natur verbunden fühlen und etwas Gutes für seine Gesundheit tun. Denn wie sagte schon Sebastian Kneipp: „Möge sich ein jeder wie die Pflege der Seele, so auch eine richtige Pflege des ganzen leiblichen Organismus angelegen sein lassen.“