Kapelle Haus Berge

Die neue Kapelle im Geriatrie-Zentrum Haus Berge ist ein Raum der Stille, spirituelles Zentrum der Klinik, das jederzeit allen Menschen offen steht. Sie will Patienten und Angehörigen, Besuchern und Klinikmitarbeitern ein Ort der Geborgenheit sein. Sie bietet Raum für Gottesdienste, lädt ein zu individueller Meditation und Gebet.

Bereits von außen ist der Raum in seiner Besonderheit gekennzeichnet durch eine abschirmende, transluzente Glastür. Das als Glasmalerei aufgebrachte abstrahierte Blätterdach einer Linde weist schon hier auf das Thema des Gartens hin, das der gesamten Gestaltung der Kapelle zugrunde liegt.

Bei archäologischen Untersuchungen im Umfeld des Krankenhauses fand man ab 1995 im ehemaligen Wassergraben der Burganlage Haus Berge die Überreste mehrerer Eichenpfähle, die nach einer dendrochronologischen Untersuchung auf das Jahr 1254 datiert wurden. Senkrecht aufgerichtet, zurechtgeschnitten und untereinander verbunden bilden diese fast 800 Jahre alten Balken den Altarblock. Tief eingerissen und zernarbt, konserviert das Holz vergangene Zeit. Die geglätteten Schnittflächen zeigen diesen Kalender der Jahresringe und bilden den Tisch für die Feier des Abendmahls.

Ein weiteres Stück aus einem der Eichenbalken markiert den anderen zentralen gottesdienstlichen Ort neben dem Altar, den Ambo als materielle Basis der Wortverkündigung. Wie ein kostbares Fundstück ist es in die obere Fläche des schlichten Lesepultes eingelassen.

„Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, in deinem Licht schauen wir das Licht.“

Ps 36, 10

In einer Achse mit dem Altar steht das große, schräg in den Raum gerückte Tafelbild mit seiner heiteren und feierlichen Farbigkeit. Über einem reliefartigen Aufbau, der an Strukturen organischen Wachstums erinnert, durchdringen sich weite Bereiche von Vergoldungen, strömende Bewegungen und die Farbpracht eines blühenden Gartens, auch zahlreiche Nuancen von Grün mit seiner vielfältigen Symbolik als Farbe der Schöpfung und Lebenskraft. Der Farbraum der Bildtafel ist gleichzeitig Umraum des zentralen christlichen Zeichens, eines leuchtenden Kreuzes.

In der seitlichen Tabernakelnische spannen sich zwei Äste als räumliche, naturhafte Linien zwischen Boden und Decke, bilden einen dynamischen Gegenpol sowohl zu dem blockhaften Altar als auch zu dem quadratischen, goldschimmernden Tabernakel, Aufbewahrungsort des eucharistischen Brotes und Symbol der Gegenwart Christi. In dessen leicht eingewölbte Vorderseite sind filigrane, netzartige Strukturen eingeprägt, die auf wissenschaftliche Darstellungen der Materieverteilung im Universum zurückgehen.