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Klinik für Neurolgie und Klinische Neurophysiologie

Die Multiple Sklerose ist die häufigste autoimmunentzündliche Erkrankung von Gehirn und Rückenmark. Patienten mit Multipler Sklerose können stationär zur Diagnosestellung, Schubbehandlung und Indikationsstellung für eine Intervalltherapie oder Eskalationstherapie wie auch ambulant in der prästationären Oberarzt-/Abklärungsambulanz oder der privatärztlichen Chefambulanz behandelt werden.

Sämtliche Leitlinien-gestützte Akutbehandlungen (Pulstherapie, Plasmapherese), die Indikation einer Intervalltherapie oder auch Eskalationstherapie mit Immunmodulatoren oder Antikörpern sowie intrathekale Volon-A Therapie stehen zur Verfügung. In der multimodalen rehabilitativen Therapie kommen psychologische Verfahren bei kognitiven Störungen oder Fatigue zum Einsatz, häufig auftretende Blasenprobleme werden in Kooperation mit der Abteilung für Urologie und Neurourologie therapiert.

Die Parkinson Erkrankung gehört zu den häufigsten neurodegenerativen Erkrankungen.  Der Verlust der Dopamin produzierenden Zellen im Gehirn wird zu chronischen Bewegungsstörungen mit Zittern, Bewegungsverarmung und Tonussteigerung. Die Neurologie am Philippusstift blickt auf die langjährige Expertise in der Behandlung des Parkinson-Syndrom zurück.

Diagnostisches Angebot:

  • Differentialdiagnose der Parkinson-Syndrome
  • Differentialdiagnose zur Multi-System-Erkrankung (MSA
  • Differentialdiagnose zum Normaldruckhydrozephalus
  • Differentialdiagnose zum vaskulären Parkinsonoid

Die Diagnostik erfolgt mittels hochauflösender Kernspintomographie und nuklearmedizinischen Untersuchungen (DaTSCAN, PET-CT) und bei gleichzeitiger demenzieller Entwicklung Liquor-Analyse zur Bestimmung der Demenzmarker.

Therapeutisches Angebot:
Bei Neudiagnose und Ersteinstellung erfolgt eine leitliniengerichtete Einstellung auf moderne Do-paminagonisten und L-Dopa-Präparate. Im weiteren Verlauf steht ein spezialisiertes, stationäres Angebot zur medikamentösen Neueinstellung, je nach Stadium der Erkrankung, mit zusätzlichen medikamentösen Therapien wie MAO-B und COMT-Hemmern, sowie in fortgeschrittenen Stadien Apomorphin-Pen, Apomorphin-Pumpe und Duodopa-Pumpe. Bei Patienten mit idiopathischem Parkinson-Syndrom ohne relevante Begleiterkrankungen und gutem Ansprechen auf dopaminerge Medikation, aber unzureichender Symptomunterdrückung oder schweren Nebenwirkungen der Medikation kommt eine Tiefe-Hirnstimulation (DBS) in Frage. Die Operation und Einstellung erfolgt in Kooperation mit der Universitätsklinik Düsseldorf, Abteilung für Bewegungsstörung, Prof. Dr. med. Schnitzler.

Begleitende Maßnahmen:
In jedem aber insbesondere in den fortgeschrittenen Stadien des Parkinson-Syndroms sind intensive flankierende Maßnahmen mit Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie erforderlich. Die Klinik für Neurologie und Neurophysiologie am Philippusstift Essen bietet hier ein intensives und spezialisiertes Angebot. Dieses wird ergänzt durch das interdisziplinäre Dysphagie-Zentrum (IDZ). Schluckstörungen sind ein häufiges und im Alltag sehr belastendes Phänomen. Es kann hier eine gezielte Schluckdiagnostik mit FEES- und Videofluoroskopie sowie nachfolgender logopädisch-schlucktherapeutischer Beratung erfolgen.

Parkinson-Komplex-Behandlung:
Bei Patienten im fortgeschrittenen Stadium mit Wirkfluktuation, On-Off-Phasen und Hyperkinesen und ggf. psychiatrischen Komplikationen mit Halluzinationen oder Wahnvorstellungen, sowie Schlafstörungen, kann zur Neueinstellung und Therapieoptimierung eine Parkinson-Komplex-Behandlung durchgeführt werden. Es handelt sich hier um eine multimodale Komplex-Behandlung mit einer individuell auf den Patienten zugeschnittenen Therapie, die durch ein multiprofessionales Team durchgeführt wird und aktivierende Therapieansätze in den Vordergrund stellt. Die stationäre Behandlungsdauer beträgt mindestens 14 Tage, es kommen Kombinationen von Einzeltherapien - physiotherapeutisch, ergotherapeutisch, logopädisch, sowie sporttherapeutisch und neuropsychologisch - zur Anwendung.

In enger Kooperation mit unserer Abteilung für Anästhesie (Komplexe Stationäre Schmerztherapie; Schmerzzentrum Rhein-Ruhr) und Orthopädie sowie Psychiatrie und Psychosomatik werden akute und chronische Schmerzzustände wie Kopf- und Rückenschmerzen (HWS- und LWS-Syndrome) interdisziplinär diagnostiziert und therapiert.

Die Therapie erfolgt medikamentös, physiotherapeutisch, psychologisch und bei Notwendigkeit operativ (Bandscheiben- und Wirbelsäulenkorrekturoperationen).

Hauptsymptome dieser Erkrankungen sind allgemeine körperstammnahe Muskelschwäche und auch Muskelschmerzen, die belastungsabhängig sein können. Im Verlauf kann es zu einer Atrophie, einer Rückbildung des Muskelgewebes, kommen. Die Ursachen von Muskelerkrankungen können erbliche, entzündliche, toxische oder stoffwechselabhängige Krankheitsbilder sein.

Zur Abklärung von Myopathien werden neben der körperlichen Untersuchung mehrere diagnostische Verfahren angewandt:

  • Elektromyographie
  • Bildgebende Verfahren wie Muskelultraschall oder Kernspintomographie
  • Ischämiebelastungstest und Fahrradergometertest
  • Muskelbiopsie
  • Molekulargenetische Untersuchungen


Die Elektromyographie ist eine elektrophysiologische Diagnostik, bei der mittels einer in den Muskel eingeführten Nadelelektrode die elektrische Aktivität des Muskels abgeleitet und so Schädigungsmuster identifiziert werden können. Hieraus können Rückschlüsse auf die Art der Muskelerkrankung gezogen werden.

Bei der Muskelbiopsie handelt es sich um eine Probeentnahme von Muskelgewebe. Diese wird insbesondere zur Abklärung von entzündlichen Muskelerkrankungen (Myositis), aber auch Muskeldystrophien und mitochondrialen Muskelerkrankungen angewandt. Es wird hier unter lokaler Betäubung ein etwa 1 cm großes Stück Muskel entnommen und in einem spezialisierten neuropathologischen Labor weiter untersucht (Kooperation mit der Abteilung für Neuropathologie, Universitätsklinikum Essen).

Abgeklärt werden häufig im Weiteren sog. neuromuskuläre Erkrankungen, hierzu zählen insbesondere die Myasthenia gravis, eine autoimmun bedingte Muskelschwäche. Diese wird mit Endplattenbelastungstest und laborchemischer Bestimmung spezifischer Antikörper abgeklärt. Diagnostiziert werden auch sog. Motoneuronerkrankungen, von denen die amyotrophische Lateralsklerose (ALS) am häufigsten ist. Sie führt zu fortschreitendem Muskelschwund, Lähmungserscheinungen und Muskelzuckungen. Aufgrund von begleitenden Schluckstörungen erfolgt hier die Mitbetreuung durch unser Dysphagie-Zentrum.

Eine weitere Information zum Thema Muskelerkrankung gibt es bei der www.dmg.org der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke (DGM).

Die häufigsten peripheren Nervenerkrankungen sind Polyneuropathien, Schädigungen mehrerer peripherer Nerven erworbener oder erblicher Natur. Ursächlich liegen am häufigsten ein Diabetes mellitus, toxische Schädigung durch Alkohol oder Medikamente, Vitaminmangel oder entzündliche Ursachen vor. Entzündliche Nervenerkrankungen wie die chronisch-inflammatorische demyelinisierende Polyneuropathie (CIDP) und deren Varianten erfordern Abklärung mittels Liquoranalyse und ggf. Nervenbiopsie.

Die Behandlung erfolgt mit Steroiden, intravenösen Immunglobulinen oder Plasmapherese. Nervenkompressionssyndrome sind bedingt durch Engpässe an Armen und Beinen, hierbei sind die häufigsten das Carpaltunnel-Syndrom am Handgelenk, das Sulcus ulnaris-Syndrom am Ellenbogen und die Peronaeuslähmung am Wadenbein. Diese Erkrankungen gehen mit Taubheitsgefühlen, Schmerzen und Lähmungen im Versorgungsgebiet der geschädigten Nerven einher.

Dies ist ein häufiges neurologisches Symptom, welches sehr vielfältige Ursachen haben kann. Es kommt zu einem drehenden Gefühl (Drehschwindel) oder einem schwankenden Gefühl (Schwankschwindel). Die häufigste Drehschwindelform ist der gutartige anfallsartige Lagerungsschwindel (benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel), der typischerweise beim Drehen des Körpers in eine Richtung auftritt und heftig für wenige Sekunden anhält mit begleitender Übelkeit und ggf. Erbrechen.

Insbesondere bei jüngeren Menschen kommt auch eine Entzündung des Gleichgewichtsnervs (Neuritis vestibularis) mit schwerem, für Tage anhaltenden, Drehschwindel und Übelkeit vor. Die seltenere Erkrankung des Morbus Menière mit Stunden bis Tage anhaltenden Drehschwindelattacken mit Hörminderung und / oder Ohrgeräusch wird mit Infusionen, Medikamenten oder Lokalmaßnahmen behandelt und erfordert interdisziplinäre Zusammenarbeit mit einem Hals-Nasen-Ohrenarzt.

Jeder neu aufgetretene Dreh- oder Schwankschwindel sollte ärztlich vorgestellt und neurologisch abgeklärt werden. Insbesondere wenn zusätzlich zum Schwindel Symptome wie Doppelbilder oder Lähmungen auftreten, muss eine akute Schlaganfalldiagnostik erfolgen und der Patient wird auf die Schlaganfall-Spezialstation (Stroke Unit) aufgenommen.

Die differentialdiagnostische Abklärung erfolgt nach Bedarf mittels Kernspintomographie des Kopfes, kalorischer Testung des Gleichgewichtsorgans, Elektronystagmographie und Ultraschall der Hirnarterien.

Bei der Epilepsie kommt es durch fehlerhafte synchrone Entladungen des Gehirns zu Bewusstseinsstörungen und motorischen, sensiblen oder psychischen Symptomen. Bei generalisierten Anfällen kommt es zu Bewusstlosigkeit, Sturz, Zungenbiss, Urinverlust und rhythmischen Entäußerungen aller vier Extremitäten.

Bei fokalen Anfällen kommt es zu isolierten motorischen oder sensiblen Störungen, bei dyskognitiven/komplex-partiellen Anfällen zu unklaren Bewusstseinsveränderungen. Die Epilepsie ist mit etwa 1% in der Allgemeinbevölkerung eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen. Sie manifestiert sich häufig vor dem 20. Lebensjahr oder im Kindesalter, darüber hinaus gehäuft aber auch ab dem 60. Lebensjahr bedingt durch symptomatische Hirnveränderungen nach Schlaganfällen, Blutungen oder medikamentösen Einflüssen.

Der erstmalige epileptische Anfall muss gründlich abgeklärt werden mittels Analyse der Krankheitsvorgeschichte, Hirnstromkurve (EEG) und einer speziell auf Epilepsie ausgerichteten kernspintomographischen Untersuchung in der Abteilung für Neuroradiologie. Es wird so die Frage einer medikamentösen Therapienotwendigkeit geklärt, die bestenfalls zu Anfallsfreiheit führen sollte.

Zur Abklärung nicht-organischer Anfälle (dissoziative Anfälle) sowie besseren Einordnung des Epilepsie-Syndroms können Video-EEG-Untersuchungen stationär erforderlich sein.

Der Schwerpunkt liegt in der Diagnostik und Therapie des akuten Schlaganfalls und von Gefäßerkrankungen. Schlaganfallpatienten werden auf einer zertifizierten Schlaganfall-Spezialstation (Stroke Unit) betreut. Besonderes Augenmerk wird auf die Abklärung seltener Schlaganfallursachen, insbesondere bei jüngeren Patienten, gelegt. Die Diagnostik erfolgt in Kooperation mit der Neuroradiologie, Kardiologie und Neurochirurgie. Weitere Schwerpunkte sind neuroimmunologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose, entzündliche Polyneuropathien wie GBS und CIDP.

Die Abteilung verfügt über eine langjährige Expertise in der Diagnostik und Therapie von Parkinson-Syndromen und Multisystematrophien. Hier kommen sämtliche medikamentösen Therapieoptionen (DuoDopa-Pumpe/ Apomorphin-Pen) und invasive Verfahren (tiefe Hirnstimulation) in Kooperation mit der Neurochirurgie zur Anwendung. Neben der Diagnostik und Therapie von Epilepsien und Hirntumoren ist ein weiterer Schwerpunkt die Behandlung chronischer Schmerzsyndrome und Kopfschmerzen. Alle Patienten werden bei Notwendigkeit mit einem multimodalen Rehabilitationskonzept einschließlich der Möglichkeit der neurologischen Frührehabilitation und der weiteren ambulanten neurologischen Rehabilitation therapiert. Einzelheiten finden Sie in unserem Leistungsspektrum.