"Känguru(h)en" - Eltern sind die beste Medizin

Viele Kinder in unserer Klinik für Neu- und Frühgeborene werden aufgrund ihrer Erkrankung oder ihres Gewichtes im Inkubator versorgt. Auch dann werden wir Sie in die Pflege und Versorgung Ihres Kindes einbeziehen. Je früher Sie Ihr Kind anfassen und versorgen umso besser ist es für die Bindung zu Ihrem Kind. Dazu gehört auch das tägliche Kuscheln, auch "Kängeru(h)en" genannt. Dabei liegt das Kind Haut an Haut auf der Brust der Eltern, nimmt deren Herzschlag, Atmung, Geruch wahr. Diese körperliche Nähe wirkt sich positiv aus: Die Atmung des Frühgeborenen verbessert sich, es nimmt an Gewicht zu, Eltern und Kind sind zufriedener.

Kuscheln in entspannter, ruhiger Umgebung

Je nach Zustand Ihres Babys wird das Kind in entspannter, ruhiger Umgebung auf die unbekleidete Brust der Mutter oder des Vaters gelegt. Dadurch kann es Ihren Körper, Ihren Herzschlag, Ihren Atem direkt spüren und Ihren Geruch wahrnehmen. Die günstigste Zeit dafür sprechen Sie bitte mit der betreuenden Pflegekraft ab. Dieser direkte und innige Moment ist wichtig für die Bindung und für die Entwicklung Ihres Kindes. Damit Ihr Baby sich im Inkubator wohl fühlt, dürfen Sie natürlich ein Kuscheltier oder ein Tuch mitbringen, auch eine Spieluhr ist möglich. Bitte achten Sie darauf, dass diese Schmusesachen nicht zu laut und zu groß sind.

Sie als Eltern werden von uns so schnell wie möglich in die Versorgung Ihres Kindes einbezogen. So lernen Sie Ihr Baby am besten kennen und verlieren die Angst vor der ungewohnten Situation und der notwendigen Technik. Unter Anleitung der entsprechenden Pflegekraft, die Ihr Kind betreut, werden Sie angeleitet, Ihr Kind so bald es sein Zustand erlaubt zu halten, zu wickeln, zu füttern ggf. zu waschen und zu baden. Früh- und Neugeborene benötigen einen klaren Tag-Nacht-Rhythmus und wechselnde Phasen von Anregung und Ruhe. In manchen Situationen kann es deshalb besser sein, wenn Ihr Kind ganz in Ruhe gelassen wird. Am besten ist es, bei jedem Besuch kurz abzuklären, wie es Ihrem Kind aktuell geht. Die betreuende Pflegekraft wird Ihnen gern darüber Auskunft geben.

Stillen ist möglich

Natürlich ist es auch möglich, Ihr Baby zu stillen. Sobald Ihr Kind gesund und kräftig genug ist, werden wir Sie ansprechen und Ihnen behilflich sein. Bis dahin bekommt Ihr Baby Ihre abgepumpte Muttermilch oder eine entsprechende Ersatznahrung.