Fragen und Antworten zum geplanten Krankenhausneubau in Altenessen

Auf dem Gelände des Marienhospitals in Altenessen will  die Contilia in den kommenden Jahren ein neues, größeres Krankenhaus bauen und damit ab 2025 die Gesundheitsversorgung im Essener Norden neu ausrichten. Allerdings kann dieser Neubau nur realisiert werden, wenn dafür die Grundstücke des Marienhospitals und der Kirche St. Johann Baptist mit ihren angrenzenden Gebäuden zur Verfügung stehen. 

Um die Hintergründe und Entwicklungen dieses zentralen Projekts für den Stadtteil und die Kirche in Altenessen darzustellen, beantworten die Contilia und die Pfarrei St. Johann Baptist im Folgenden die wichtigsten Fragen. 

Die Linde (Con-tilia: „mit der Linde“) im Unternehmensnamen steht für starke Wurzeln, Schutz und Sicherheit, Vielfalt und Gesundheit. Heute arbeiten rund 7.300 Mitarbeitende in den Krankenhäusern, Senioreneinrichtungen, den ambulanten Diensten, den Ärztehäusern, den Präventions-, Früherkennungs- und Rehabilitationseinrichtungen der Contilia in ihrem Zeichen. Die Contilia baut auf eine lange und christliche Tradition, die vor über 170 Jahren mit dem Elisabeth-Krankenhaus Essen und der St. Elisabeth-Stiftung Essen begonnen hat. Der historische Auftrag, den das gemeinnützige Unternehmen von ihren Gesellschaftern, der St. Elisabeth-Stiftung Essen, der Stiftung St. Marien-Hospital zu Mülheim an der Ruhr, dem St. Josef Kuratorium e.V. und der Beteiligungsgesellschaft des Bistums Essen mbH erhalten hat, lautet: Die Fürsorge für kranke, alte und andere hilfsbedürftige Menschen.

Der Verkauf des Kirchengrundstücks ist Voraussetzung, um an diesem Standort ein neues Krankenhaus in christlich-katholischer Trägerschaft zu errichten. Mit einer Grundfläche von 28.500 Quadratmetern soll die neue Klinik auf dem Gelände des heutigen Marienhospitals und unter Einbeziehung des Kirchengrundstücks St. Johann Baptist gebaut werden. Die unmittelbare Anbindung an den Ortskern von Altenessen mit Einkaufszentrum, U-Bahnstation und zahlreichen weiteren Einrichtungen des öffentlichen Lebens bietet einen idealen Standort und eine große Chance für die Gesundheitsversorgung im Essener Norden.

Durch den Zusammenschluss mit dem Katholischen Klinikum Essen hat Contilia auch die Verantwortung für eine nachhaltige und qualitativ hochwertige Versorgung der Menschen in den nördlichen Stadtteilen übernommen. Dabei wird es wichtig sein, ein integriertes Versorgungskonzept zu entwickeln, in das alle drei Gesundheitsstandorte im Essener Norden dauerhaft eingebunden sind. Dieses Konzept wird mit Blick auf den medizinischen Fortschritt einen immer größer werdenden Anteil an ambulanter Versorgung beinhalten. Die aktuell zum Teil noch starke Trennung zwischen „ambulant“ und „stationär“ wird zunehmend verschwinden. Schon heute wird die überwiegende Zahl aller Erkrankungen ohne einen stationären Aufenthalt behandelt. Und diese Entwicklung wird sich fortsetzen. So hat sich die Verweildauer der Patienten nach einer Behandlung im Krankenhaus in den letzten zehn Jahren von elf auf rund sechs Tage verkürzt. Gleichzeitig steigt bedingt durch den demographischen Wandel und veränderte Lebensbedingungen die Nachfrage zum Beispiel nach Kurzzeitpflegeplätzen oder speziellen Betreuungsangeboten für Menschen mit Demenz. Um hier Antworten auf die immer neuen Anforderungen der Menschen an moderne Medizin und Pflege geben zu können, muss in enger Abstimmung mit den lokalen Akteuren vor Ort für alle Gesundheitsstandorte ein aufeinander abgestimmtes ganzheitliches, interdisziplinäres und standortübergreifendes Leistungsangebot entwickelt werden.

Die Gesundheitsversorgung in Deutschland befindet sich aktuell in einem grundlegenden Veränderungsprozess. Das Zusammenwachsen von ambulanten und stationären Leistungen, der digitale Wandel und die immer neuen medizinischen und technologischen Möglichkeiten haben tiefgreifende Auswirkungen. Im Kern dieser Veränderung steht die Forderung nach einem möglichst breiten Leistungsspektrum mit großer Expertise und ausgezeichneter Qualität. Diese berechtigten Erwartungen an ein modernes Krankenhaus sind aber nur durch innovative Infrastruktur und letztlich auch Größe zu erfüllen. Das neue Krankenhaus soll durch sein umfassendes Leistungsangebot aber nicht nur die Bedürfnisse der Patienten berücksichtigen, sondern im Werben um Spitzenmediziner und Pflegekräfte auch zu einem Leuchtturmprojekt für den Essener Norden werden.

Das neue Krankenhaus soll auf dem Gelände des heutigen Marienhospitals und unter Einbeziehung des Kirchengrundstücks St. Johann Baptist gebaut werden. Die unmittelbare Anbindung an den Ortskern mit Einkaufszentrum, U-Bahnstation und zahlreichen weiteren Einrichtungen des öffentlichen Lebens bieten einen idealen Standort für den Neubau – und dieser eine ideale Ergänzung für den Stadtteil. Ein Ort für alle. Ein lebendiger Ort. Ein Ort mitten im Leben.

Eigentlich ist die Tatsache, sich jederzeit in einem Krankenhaus behandeln lassen zu können, ein Privileg, um das uns sicherlich viele Menschen weltweit beneiden. Ein Ort, der die Menschen von Beschwerden befreit, der Schmerzen lindert und nicht selten sogar Leben rettet, sollte einer der begehrtesten Orte sein, den zu besuchen man die Möglichkeit hat. Trotzdem gehören Krankenhäuser bisher zu den Orten, die man emotional und räumlich aus seinem Lebensalltag ausklammert. Diese Sichtweise auf Krankenhäuser soll der Neubau ändern. Unter dem Dach des neuen Hauses finden Mitarbeiter, Patienten und ihre Angehörigen genauso zusammen, wie Bewohner oder Besucher des Stadtteils. Die einen, um Kinder auf die Welt zu bringen, Krankheiten zu behandeln oder Gesundheit zu fördern. Die anderen, weil das Haus mit seiner 24/7-Infrastruktur und der Lage im Zentrum des Stadtteils der ideale Ankerplatz für urbanes Miteinander ist. Dazu gehört selbstverständlich auch der Raum für christliches Miteinander.

Anders als bei vielen bestehenden, älteren Krankenhäusern stehen heute die Bedürfnisse des Patienten im Zentrum einer modernen Krankenhausplanung. So sieht der zukunftweisende Entwurf des neuen Krankenhauses in Altenessen unter anderem die Trennung von nichtinvasiven und invasiven Bereichen vor. Zu den nichtinvasiven Bereichen gehören dabei die Zentrale Notaufnahme mit Unterbringungsmöglichkeit von Rettungs- und Notarztwagen, klinische Ambulanzen, die komplette Funktionsdiagnostik (Radiologie, Ultraschall, EKG, Labor usw.), Aufnahmestation, Arztdienst, Patientenaufnahme, Wartebereich, Information, Warendisposition und Logistikflächen. Im invasiven Bereich befinden sich beispielsweise Operationssäle, Intensivstationen und Intensivüberwachsungspflege, Kreißsäle, Endoskopie, Herzkatheterlabor, usw. Als Grundlage für optimale Betriebsabläufe und die damit verbundene bestmögliche patientenorientierte Versorgung werden diese Bereiche in Erdgeschoss und 1. Obergeschoss zusammengefasst.

Diese zwangsläufig so angeordneten Funktionen definieren den „Fußabdruck“ eines prozessorientierten und zukunftsfähigen Krankenhausneubaus. Aus diesem Fußabdruck leitet sich die benötigte Grundfläche ab. Im Falle des geplanten Krankenhausneubaus in Altenessen beträgt die benötigte Grundstücksfläche 28.500 Quadratmeter. Auf dem Gelände des heutigen Marienhospitals stehen auch unter Nutzung aller bisherigen Freiflächen nur 23.800 Quadratmeter zu Verfügung. Daher sieht die Planung zwingend eine Einbeziehung des unmittelbar angrenzenden Kirchengrundstücks mit einer Fläche von 4.700 Quadratmetern vor. Die dann insgesamt zur Verfügung stehende Fläche ermöglicht eine Krankenhausplanung, die dem Grundsatz patientenorientierter Prozesse folgt und optimale Krankenhausabläufe ermöglicht.

Mit Blick auf die Funktionalität einer modernen Klinik ist der Abriss der Kirche erforderlich. Erst die Einbeziehung des Kirchengrundstücks mit einer Fläche von 4.700 Quadratmetern ermöglicht eine Krankenhausplanung, die dem Grundsatz patientenorientierter Prozesse folgt und optimale Krankenhausabläufe ermöglicht. Andere Varianten wurden eingehend geprüft, sind aber mit dieser Vorgabe unvereinbar.

Der bestehende Bebauungsplan weist den angrenzenden Karlsplatz als „Öffentliche Grünanlage" und Gemeinfläche aus, die in ihrer Funktionalität erhalten bleiben muss. Eine Nutzung als Krankenhausstandort ist demnach unzulässig.

Alternative Grundstücke, die die Standortanforderungen und baulichen Notwendigkeiten in realisierbarer Form vereinen, haben sich nach eingehender Prüfung nicht ergeben. Auch eine Verlagerung des Neubaus in das Gewerbegebiet „Emil Emscher“ ist nicht möglich. Das Plangebiet wird durch den Bebauungsplan Nr. 2/80 „Gewerbegebiet Emil“ abgedeckt, der hier Industrie- und Gewerbegebiete festsetzt. Der Regionale Flächennutzungsplan stellt für das Gebiet „Gewerbliche Baufläche, Bereich für gewerbliche und industrielle Nutzungen“ dar, eine Nutzung als Krankenhausstandort ist also nicht zulässig.

Die Contilia hat im Vorfeld unterschiedliche Realisierungs-Optionen geprüft und ist sich bewusst, dass der letztlich unvermeidbare Abriss des bestehenden Kirchengebäudes Enttäuschung, Schmerz, Wut und Entsetzen verursachen wird. Für einen Krankenhausneubau ist eine funktionale Architektur mit optimierten Wegeführungen und kurzen Entfernungen allerdings unabdingbar. Mit Blick auf die Chancen, die der Neubau des Krankenhauses in christlich-katholischer Trägerschaft für den Stadtteil insgesamt bietet, stehen sowohl das Bistum Essen als auch Contilia hinter den aktuellen Planungen.

Noch befinden sich die Planungen im Anfangsstadium. Bei einem Projekt dieser Größenordnung bedarf es zahlreicher Prüfungen, Ausschreibungen und Genehmigungsverfahren, deren zeitlicher Umfang nur schwer zu kalkulieren ist. Wenn man Erfahrungswerte von vergleichbaren Projekten zum Vergleich heranzieht, könnte nach derzeitigem Erkenntnisstand in 2022 mit dem Bau begonnen werden.

Baubeginn des neuen Krankenhauses soll nach heutigem Stand der Planungen 2022 sein. Der komplexe Rückbau der heute auf dem Gesamtareal vorhandenen Gebäude wird nach Ansicht der Fachleute rund zwei Jahre in Anspruch nehmen, so dass die Kirche St. Johann Baptist voraussichtlich im Jahr 2021 abgerissen wird und bis 2025 der Klinik-Neubau entsteht.

Die Bauausführung ist mit rund drei Jahren kalkuliert. Einen optimalen Verlauf unterstellt, würde das Krankenhaus voraussichtlich im Jahr 2025 den Betrieb aufnehmen.

Die Planungen für den Krankenhausneubau in Altenessen sind eingebettet in ein übergeordnetes Konzept zur Neuausrichtung der Gesundheitsversorgung im Essener Norden. Hierfür wird die Contilia Investitionen in Höhe von 300 Millionen Euro vornehmen.

Zukunft im Essener Norden | Informationen zum Krankenhaus- Projekt in Altenessen

Das Contilia Konzept für eine nachhaltige und umfassende Gesundheitsversorgung von 200.000 Menschen im Essener Norden